Lab­ba­dia: „Der Grund, war­um ich Fuß­ball so lie­be“

VFL und SC lie­fern sich beim 3:3 ei­nen of­fe­nen Schlag­ab­tausch – Rous­sil­lon, Weg­horst und Stef­fen tref­fen für Wolfs­burg

Aller-Zeitung - - SPORT - VON TIM LÜDDECKE

FREI­BURG. Die Trai­ner-kol­le­gen Bru­no Lab­ba­dia und Chris­ti­an Streich pfle­gen ei­gent­lich ein von ge­gen­sei­ti­gem Re­spekt ge­präg­tes Ver­hält­nis. Auf der Pres­se­kon­fe­renz nach dem 3:3 zwi­schen dem VFL Wolfs­burg und dem SC Frei­burg in der Fuß­bal­lBun­des­li­ga gab es dann aber doch ei­nen klei­nen Sei­ten­hieb von Sei­ten Streichs. Als Lab­ba­dia se­mi-zu­frie­den re­sü­mier­te, dass „wir au­ßer den To­ren kei­ne ein­zi­ge Tor­chan­ce zu­ge­las­sen ha­ben“, ent­geg­ne­te Frei­burgs Coach: „Vier Tor­chan­cen hat­ten wir: In der 90. stand’s doch 4:3…“Lab­ba­dia la­chend: „Das war klar, dass das kommt!“Es war der letz­te Schlag­ab­tausch vor 23.600 Zu­schau­ern an die­sem Sams­tag, der sich dort auf dem Po­di­um zu­trug, nach­dem es auf dem Ra­sen zu­vor ähn­lich zu­ge­gan­gen war.

Drei­mal war der VFL im Breis­gau in Füh­rung ge­gan­gen, drei­mal ka­men die Frei­bur­ger zu­rück – bei­na­he dreh­ten sie die Par­tie so­gar noch. Das an­ge­spro­che­ne 4:3 fiel näm­lich tat­säch­lich noch, durch ei­nen Kopf­ball von Phi- lipp Li­en­hart in der Nach­spiel­zeit. Das von Frei­burg-fans kom­plett aus­ge­las­te­te Schwarz­wald­sta­di­on stand Kopf – doch wur­de der Tref­fer nach Vi­deo­be­weis ab­er­kannt. Frei­burgs Do­mi­ni­que Heintz soll hin­ter Kee­per Ko­en Cas­teels im Ab­seits ge­stan­den ha­ben.

Für SCCoach Streich hat­te die Sze­ne in­so­fern ein Ge­schmäck­le, weil er sie als

Kon­zes- si­ons­ent­schei­dung emp­fand: „Mir wur­de ge­sagt, dass Wolfs­burg auch noch ei­nen Elf­me­ter hät­te krie­gen kön­nen.“Er mein­te da­mit die 67. Mi­nu­te, als Wout Weg­horst im Straf­raum ge­hal­ten wor­den war, der Pfiff aber aus­blieb. „Doch ein so gu­ter Schieds­rich­ter wie dies­mal fin­det die Ba­lan­ce. Und sa­gen wir mal, wir hät­ten das 4:3 ge­macht – dann hät­te die Ba­lan­ce nicht ganz ge­stimmt“, sag­te Streich.

Mit die­sem 3:3 nach To­ren von Je­ro­me Rous­sil­lon, Wout Weg­horst (per Elf­me­ter, als er in der 62. Mi­nu­te schon ein­mal ge­hal­ten wor­den war) und Re­na­to Stef­fen für Wolfs­burg so­wie Vi­cen­zo Grifo (nach di­ckem Pat­zer von

John Ant­ho­ny Brooks), Nils Pe­ter­sen (das ers­te Sai­son-ge­gen­tor nach ei­ner Ecke) und Jo­ker Lu­ca Wald­schmidt muss­ten dann ir­gend­wie al­le le­ben.

Was über die Ent­täu­schung, das Spiel nicht für sich ent­schie­den zu ha­ben (Lab­ba­dia: „Wir sit­zen mit ei­nem wei­nen­den Au­ge in der Ka­bi­ne – so wird es Frei­burg aber auch ge­hen durch das letz­te Tor“), hin­weg trös­te­te, war das Spiel an sich. Und zu­min­dest in die­ser Hin­sicht wa­ren sich bei­de Trai­ner dann wie­der ei­nig. „So ist Fuß­ball, so ist’s um­kämpft, so ist’s toll“, kon­sta­tier­te ein strah­len­der Streich. Bei Lab­ba­dia klang es ähn­lich: „Das ist der Grund, war­um ich Fuß­ball so lie­be.“

Der Vfl-coach hat­te sei­ne Mann­schaft seit lan­gem mal wie­der im 43-3 ins Spiel ge­schickt – der Plan ging auf. Kee­per Cas­teels lob­te: „Wir wa­ren fuß­bal­le­risch die bes­se­re Mann­schaft, ha­ben do­mi­niert.“

Frei­burgs Trai­ner Streich be­en­de­te nach fünf Heim­spie­len, die er ge­gen den VFL al­le­samt ver­lo­ren hat­te, im­mer­hin sei­ne per­sön­li­che Durst­stre­cke – ou­te­te sich aber trotz­dem als Fan von Lab­ba­di­as Mann­schaft: „Sie bie­ten rich­tig tol­le Fuß­ball­spie­le, schon die gan­ze Sai­son. Ich schaue gern Wolfs­burg.“Das 3:3 war da frei­lich mit ein­ge­schlos­sen.

Wir sit­zen mit ei­nem wei­nen­den Au­ge in der Ka­bi­ne – so wird es Frei­burg aber auch ge­hen durch das letz­te Tor.

Bru­no Lab­ba­dia

Vfl-trai­ner

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