Trotz Tor und Ha­cken-tor­vor­la­ge: Weg­horst kann sich nicht freu­en

Der Vfl-tor­schüt­ze ha­dert mit zwei nicht ge­ge­be­nen Elf­me­tern – Sc-trai­ner Streich lobt den Nie­der­län­der

Aller-Zeitung - - SPORT - VON TIM LÜDDECKE

FREI­BURG. Er er­ziel­te sei­nen ei­ge­nen Tref­fer, be­rei­te­te ei­nen wei­te­ren kunst­voll vor und be­kam so­gar ein Son­der­lob vom geg­ne­ri­schen Trai­ner, doch so rich­tig glück­lich war Vfl-stür­mer Wout Weg­horst nach dem 3:3 beim SC Frei­burg trotz­dem nicht. „Ich glau­be, wenn man 3:2 fünf Mi­nu­ten vor Spie­len­de führt, ist es scha­de, dass wir die drei Punk­te nicht mit­ge­nom­men ha­ben“, so der Nie­der­län­der, der als zen­tra­le Spit­ze im 4-3-3-Sys­tem ein star­kes Spiel ab­ge­lie­fert hat­te.

Doch viel­leicht hät­te es (noch!) bes­ser lau­fen kön­nen für ihn. Die ers­te Ak­ti­on: In der Nach­spiel­zeit der ers­ten Halb­zeit war er über links al­lein auf die Rei­se in Rich­tung Frei­bur­ger Tor ge­schickt wor­den, aus kur­zer Dis­tanz leg­te er quer auf den mit­ge­lau­fe­nen Re­na­to Stef­fen, ei­nen Tick zu weit in des­sen Rü­cken, im Lauf­du­ell mit Chris­ti­an Gün­ter kam Stef­fen zu Fall – doch Schieds­rich­ter Fe­lix Brych ent­schied nicht auf Elf­me­ter. „Ich mag es nicht, nach dem Spiel dar­über zu re­den“, so Weg­horst, „aber er hat mir ge­sagt, dass ihm das zu leicht war…“Ob er den Ball al­so bes­ser hät­te selbst ver­wer­ten sol­len? „Das ha­be ich hin­ter­her auch ge­dacht. Aber Re­na­to war frei, und dann muss ich ihn quer le­gen. Nor­ma­ler­wei­se ist es ein Tor, das ist scha­de…“

Und dann war da noch ei­ne zwei­te Ak­ti­on in der 67. Mi­nu­te, in der Weg­horst nach ei­nem Qu­er­pass von Yan­nick Ger­hardt ge­hal­ten wor­den war – aber kei­nen Elf­me­ter zu­ge­spro­chen be­kam. „Wie­der hat der Schieds­rich­ter ge­sagt, dass ihm das zu leicht war“, so der 26-Jäh­ri­ge, „doch ob leicht oder nicht, das ist wich­tig, denn sonst ist es viel­leicht ein Tor.“Kee­per Ko­en Cas­teels pflich­te­te bei: „Sein lin­ker Arm wird kom­plett weg­ge­zo­gen. Das ist re­la­tiv klar, dass das auch ein Elf­me­ter sein kann.“Kei­ne fünf Mi­nu­ten zu­vor hat­te Brych da­ge­gen auf den Punkt ge­zeigt, als Frei­burgs Ro­bin Koch den Stür­mer ge­hal­ten hat­te. Der schritt selbst zur Tat, be­wies im auf­ge­la­de­nen Schwarz­wald-sta­di­on Ner­ven­stär­ke und traf zum zwi­schen­zeit­li­chen 2:1. „Da musst du ein­fach ru­hig blei­ben und auf dei­ne Qua­li­tät ver­trau­en“, so Weg­horst cool.

Apro­pos Qua­li­tät: Nach dem er­neu­ten Frei­bur­ger Aus­gleich hat­te er bei der Füh­rung zum 3:2 eben­falls sei­ne Fü­ße im Spiel, be­dien­te den ein­lau­fen­den Stef­fen dies­mal ge­nau­er. Und zwar mit der Ha­cke. Der Schwei­zer schlenz­te den Ball ins lan­ge Eck, 3:2. Ein Kom­pli­ment gab es auch für sei­ne sons­ti­ge Vor­stel­lung – vom geg­ne­ri­schen Coach. „Die Wolfs­bur­ger wa­ren bru­tal stark. Wenn du vorn drauf gehst, kommt der Chip, und Weg­horst ist da – wie der da vorn ar­bei­tet und ma­locht und den Kör­per rein­stellt“, schwärm­te Chris­ti­an Streich, „und wenn du nicht drauf gehst, spie­len sie es aus, in die Brei­te, in die Tie­fe“.

Drei To­re in ei­nem Spiel ge­lan­gen den Wolfs­bur­gern im Breis­gau, bis da­to wa­ren sie in den bis­he­ri­gen vier Spie­len seit der Win­ter­pau­se auf le­dig­lich zwei ge­kom­men. Of­fen­siv sah das trotz der ver­letz­ten An­griffs­stüt­zen Da­ni­el Ginc­zek und Ad­mir Meh­me­di al­so wie­der bes­ser aus, fand nicht nur Weg­horst („Das ha­ben wir gut ge­macht, wir ha­ben zwei sehr gu­te An­grif­fe aus­ge­spielt“), son­dern auch Trai­ner Bru­no Lab­ba­dia: „Mo­men­tan müs­sen wir viel her­aus­spie­len – das ist uns dies­mal ge­lun­gen.“

DPA

Er traf in Frei­burg: Wolfs­burgs Top-tor­jä­ger Wout Weg­horst (r.) be­rei­te­te zu­dem noch ei­nen Tref­fer vor.

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