AfD ge­winnt Kla­ge ge­gen Mi­nis­te­rin

Ein Boy­kott-Auf­ruf von Jo­han­na Wan­ka war nicht rech­tens

Allgäuer Anzeigeblatt - - Vor­der­sei­te - VON MICHA­EL STIFTER

Augs­burg Darf ei­ne Mi­nis­te­rin zum Boy­kott ei­ner AfD-Ver­an­stal­tung auf­ru­fen? Im Prin­zip ja – al­ler­dings nicht in ih­rer of­fi­zi­el­len Funk­ti­on oder gar mit­hil­fe des Re­gie­rungs­ap­pa­ra­tes. Das hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ges­tern ent­schie­den. Die Karls­ru­her Rich­ter ga­ben da­mit der AfD recht, die ge­gen Bil­dungs­mi­nis­te­rin Jo­han­na Wan­ka ge­klagt hat­te. Aus­lö­ser des Streits war ei­ne De­mons­tra­ti­on der Rechts­po­pu­lis­ten un­ter dem Mot­to „Ro­te Kar­te für Mer­kel“im No­vem­ber 2015. Die CDU-Po­li­ti­ke­rin Wan­ka hat­te die Pro­test­ak­ti­on so kom­men­tiert: „Die Ro­te Kar­te soll­te der AfD und nicht der Bun­des­kanz­le­rin ge­zeigt wer­den.“Das Pro­blem an der Sa­che: Sie tat es in ei­ner of­fi­zi­el­len Pres­se­mit­tei­lung auf der In­ter­net­sei­te ih­res Mi­nis­te­ri­ums. Wenn sich Ka­bi­netts­mit­glie­der so po­si­tio­nie­ren, müs­se si­cher­ge­stellt sein, „dass ein Rück­griff auf die mit dem Re­gie­rungs­amt ver­bun­de­nen Mit­tel und Mög­lich­kei­ten un­ter­bleibt“, er­klär­te Ge­richts­prä­si­dent Andre­as Voß­kuh­le. Die AfD fei­er­te das Ur­teil. „Es soll­te auch an­de­ren Re­gie­rungs­mit­glie­dern ei­ne Leh­re sein“, sag­te Par­tei­chef Jörg Meu­then.

Wei­te­re Hin­ter­grün­de le­sen Sie in der Po­li­tik. Und im Leit­ar­ti­kel er­klärt Gre­gor Pe­ter Schmitz, war­um es nichts bringt, die Rechts­po­pu­lis­ten zu be­schimp­fen.

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