Moll­ath will ge­gen Frei­staat kla­gen

Mann saß zu un­recht in der Psych­ia­trie

Allgäuer Anzeigeblatt - - Bay­ern -

Mün­chen Nach an­geb­lich er­geb­nis­lo­sen Ver­hand­lun­gen mit der Staats­re­gie­rung will das Jus­ti­zop­fer Gustl Moll­ath sei­ne Scha­den­er­satz­an­sprü­che ge­gen den Frei­staat nun auf dem Ge­richts­weg durch­set­zen. Ein neu­er­li­ches Er­su­chen an Mi­nis­ter­prä­si­dent Horst See­ho­fer (CSU) ha­be nicht zu ei­nem ver­bes­ser­ten An­ge­bot der Staats­re­gie­rung ge­führt. Moll­ath wer­de da­her Kla­ge er­he­ben, teil­te sein An­walt Hil­de­brecht Braun am Di­ens­tag in Mün­chen mit.

Das baye­ri­sche Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um ha­be sei­nem Man­dan­ten im Herbst

2017 schrift­lich mit­ge­teilt, dass in ei­nem au­ßer­ge­richt­li­chen Ver­gleich ma­xi­mal 170000 Eu­ro als Ent­schä­di­gung in Be­tracht kä­men. Das leh­ne Moll­ath ab, weil da­mit we­der der ma­te­ri­el­le Scha­den noch der „im­ma­te­ri­el­le Scha­den“ab­ge­deckt sei. Als Bei­spiel führt er sei­nen Net­to­ver­dienst­aus­fall von 90 Mo­na­ten an. Das Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um be­stä­tig­te, dass die Staats­re­gie­rung Moll­ath ei­ne Ent­schä­di­gung von 170 000 Eu­ro an­ge­bo­ten ha­be. Da­von sei­en

70 000 Eu­ro als Vor­schuss be­reits aus­ge­zahlt wor­den. Ei­ne Ent­schä­di­gung ha­be sich dar­an zu ori­en­tie­ren, wie wahr­schein­lich es sei, dass sich ein Klä­ger mit sei­ner Scha­den­er­satz­for­de­rung vor Ge­richt durch­set­ze. Dies schätzt das Mi­nis­te­ri­um als sehr ge­ring ein, da Moll­ath die mit sei­nem jah­re­lan­gen Psych­ia­trie­auf­ent­halt ver­bun­de­nen Schä­den nur lü­cken­haft be­legt ha­be.

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