Kei­ne On­line-Ti­ckets für vol­le Zü­ge

Ver­kehr Sind Ver­bin­dun­gen so stark nach­ge­fragt, dass Über­fül­lung droht, ver­kauft die Deut­sche Bahn kei­ne Fahr­kar­ten mehr im Netz. Da­mit will der Kon­zern Är­ger ver­mei­den

Allgäuer Anzeigeblatt - - Geld & Leben - VON MA­REI­KE KEI­PER Augs­burg Fo­to: Se­bas­ti­an Goll­now, dpa

Wer schon ein­mal vor Hei­lig­abend ei­nen Zug bu­chen woll­te, um vor dem Fest recht­zei­tig bei der Fa­mi­lie zu sein, wird es wo­mög­lich schon er­lebt ha­ben: Die Bahn warnt im In­ter­net vor­ab, dass die Ver­bin­dung stark nach­ge­fragt sein könn­te. Der Rei­sen­de sol­le bes­ser auf ei­nen an­de­ren Zug um­stei­gen. Das führt im Ex­trem­fall da­zu, dass für be­sag­te Ver­bin­dun­gen kei­ne On­li­ne­ti­ckets mehr er­hält­lich sind, wie ein Bahn­pres­se­spre­cher be­stä­tigt.

Da­mit möch­te die Bahn ver­mei­den, dass der Zug tat­säch­lich über­bucht wird und Men­schen trotz Ti­ckets nicht mehr mit­fah­ren kön­nen. Da­für zeigt das Un­ter­neh­men auf der In­ter­net­sei­te ent­spre­chen­de Hin­wei­se an. Bei­spiels­wei­se wer­de vor­ab in­for­miert, falls be­reits al­le Plät­ze re­ser­viert sind, auch wenn es nur die ers­te oder zwei­te Klas­se be­trifft. Die­se Hin­wei­se ha­be die Bahn in­zwi­schen noch stär­ker aus­ge­ar­bei­tet und er­wei­tert.

Nor­ma­ler­wei­se sei ein Zug für ei­ne be­stimm­te An­zahl an Steh- wie Sitz­plät­zen aus­ge­legt. Al­ler­dings gel­te das nur für die Theo­rie, sagt der Pres­se­spre­cher: „In der Pra­xis kommt noch das Ge­päck hin­zu.“Ob ● Die Deut­sche Bahn hält an Ti­ckets oh­ne Re­ser­vie­rung fest. Es sei ein „Teil der Frei­heit“, auch oh­ne Re­ser­vie­rung in ei­nen be­lie­bi­gen Zug stei­gen zu kön­nen, er­klär­te Vor­stands­chef Richard Lutz beim In­ter­na­tio­na­len Club Frank­fur­ter Wirt­schafts­jour­na­lis­ten. Die Bahn wer­de da­her an dem of­fe­nen Sys­tem mit Flex-Ta­ri­fen fest­hal­ten und wei­ter ver­su­chen, die die Ver­bin­dung tat­säch­lich über­füllt ist, ent­schei­de dann der Zug­be­glei­ter.

Im Ex­trem­fall kön­ne er Fahr­gäs­te oh­ne Sitz­platz­re­ser­vie­rung auch auf­for­dern, den Zug zu ver­las­sen – auch wenn die­je­ni­gen ein Ti­cket ha­ben. „Sie be­kom­men ei­nen Gut­schein und dür­fen oh­ne Zu­satz­kos­ten auf ei­ne an­de­re Ver­bin­dung um­stei­gen“, Nach­fra­ge über das Preis­sys­tem auf we­ni­ger ge­nutz­te Zei­ten zu len­ken.

● Das Schie­nen­sys­tem ar­bei­te be­reits an sei­ner Be­las­tungs­gren­ze, schil­der­te der Bahn­chef die ak­tu­el­le von zahl­rei­chen Ver­spä­tun­gen ge­präg­te Si­tua­ti­on. Über Jah­re sei die In­fra­struk­tur auf Sub­stanz ge­fah­ren wor­den, so­dass nun schnel­le Ab­hil­fe nicht mög­lich sei. (dpa) er­läu­tert der Bahn­spre­cher. Wei­gern sich Men­schen in ei­nem sol­chen Fall, den Zug zu ver­las­sen, zie­he das Un­ter­neh­men die Bun­des­po­li­zei hin­zu. „Aber das ist die ab­so­lu­te Aus­nah­me“, ver­si­chert der Pres­se­spre­cher.

Stark be­trof­fen sei­en die Ta­ge vor Fe­ri­en­be­ginn oder Fei­er­ta­gen, un­ter an­de­rem Hei­lig­abend. Vor zwei Jah­ren sei es vor Hei­lig­abend zu sol­chen Si­tua­tio­nen ge­kom­men, weil der Tag auf ei­nen Sams­tag fiel und et­li­che Men­schen am Frei­tag­abend noch nach Hau­se fah­ren woll­ten. Heu­er se­he die Si­tua­ti­on ent­spann­ter aus: „Hei­lig­abend fällt auf ei­nen Mon­tag, da bleibt das gan­ze Wo­chen­en­de zur Heim­rei­se.“

Wer den­noch auf Num­mer si­cher ge­hen möch­te, dem rät der DBPres­se­spre­cher, ei­nen fes­ten Platz zu re­ser­vie­ren – ins­be­son­de­re Grup­pen – oder ei­ne an­de­re Ver­bin­dung zu neh­men.

War­um die Bahn auch Ti­ckets oh­ne Re­ser­vie­rung ver­kauft

Schnell noch im In­ter­net oder via App ei­ne Fahr­kar­te re­ser­vie­ren: Das kann in Ex­trem­fäl­len nicht funk­tio­nie­ren. Wenn Zü­ge zu voll sind, ver­kauft die Deut­sche Bahn kei­ne On­line-Ti­ckets mehr.

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