War­um die Bahn in die ver­kehr­te Rich­tung fährt

Pünkt­lich­keit, Ser­vice, Stre­cken­netz – in an­de­ren Län­dern funk­tio­niert, was Zug­rei­sen­de in Deutsch­land nervt. Ein Ver­gleich

Allgäuer Zeitung (Füssener Blatt) - - Wirtschaft - VON JOACHIM BOMHARD

Ei­ne Zug­fahrt in Ja­pan geht sehr ge­ord­net von­stat­ten. Dort fah­ren die schnells­ten und mut­maß­lich pünkt­lichs­ten Zü­ge der Welt. Und der Ja­pa­ner trägt mit sei­ner Dis­zi­plin da­zu bei, dass es so bleibt. Auf im­mer mehr Bahn­stei­gen ord­net er sich an ei­nem fest­ge­leg­ten Platz in ei­ne War­te­schlan­ge ein, wo er ein­stei­gen will. Für aus­stei­gen­de Fahr­gäs­te bleibt so ge­nug Platz, um zü­gig aus­stei­gen zu kön­nen. 1,20 Me­ter ho­he Git­ter ver­hin­dern ei­nen ver­se­hent­li­chen oder selbst­mör­de­ri­schen Sturz vor den ein­fah­ren­den Zug.

Es ist nur ei­nes von vie­len, vie­len Puz­zleste­i­nen im ge­sam­ten Bahn­sys­tem, die da­zu füh­ren, dass die Ja­pa­ner im­mer als Vor­bild her­hal­ten müs­sen, wenn es bei der Deut­schen Bahn mal wie­der knirscht. Auch in der Schweiz und in Ös­ter­reich scheint das Bahn­fah­ren sehr viel bes­ser zu funk­tio­nie­ren als bei uns. Es lohnt sich al­so ein Blick dar­auf, was die Ver­kehrs­po­li­ti­ker und die Bah­nen in den bei­den Nach­bar­län­dern und im Fer­nen Os­ten an­ders oder bes­ser ma­chen.

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