Haus­krach um den Haus­halt

Ko­ali­ti­on War­um von der Ley­en und Mül­ler deut­lich mehr Geld vom Fi­nanz­mi­nis­ter for­dern

Allgäuer Zeitung (Kaufbeurer Tagblatt) - - Vorderseite - VON RU­DI WAIS

Augs­burg Beim Geld hört auch in der Po­li­tik die Freund­schaft auf. Mit sei­ner Zu­sa­ge, kei­ne neu­en Schul­den zu ma­chen, hat der neue Fi­nanz­mi­nis­ter Olaf Scholz (SPD) der Uni­on zwar ei­ne Sor­ge ge­nom­men – zwei ih­rer Mi­nis­ter al­ler­dings füh­len sich von ihm al­les an­de­re als gut be­han­delt. Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin Ur­su­la von der Ley­en (CDU) droht be­reits mit dem Stopp ei­nes gro­ßen Rüs­tungs­pro­jek­tes, falls Scholz sei­ne Plä­ne nicht nach­bes­sert. Ent­wick­lungs­mi­nis­ter Gerd Mül­ler (CSU) for­dert ei­ne Mil­li­ar­de Eu­ro mehr, um im Irak, in Sy­ri­en Kahrs da­ge­gen kon­tert: „Die Bun­des­wehr hat kein Fi­nan­zie­rungs­pro­blem, son­dern ein gra­vie­ren­des Struk­tur­pro­blem.“

Aus Mül­lers Sicht ver­stößt Scholz so­gar ge­gen den Ko­ali­ti­ons­ver­trag, wenn er ihm nicht mehr Geld als die ge­plan­ten 9,4 Mil­li­ar­den Eu­ro zur Ver­fü­gung stellt. Uni­on und SPD ha­ben sich da­rin ver­pflich­tet, den An­teil der Ent­wick­lungs­aus­ga­ben lang­sam, aber si­cher auf den von den Ver­ein­ten Na­tio­nen ge­for­der­ten Wert von 0,7 Pro­zent der jähr­li­chen Wirt­schafts­leis­tung zu stei­gern. Nach ge­gen­wär­ti­gem Stand al­ler­dings wür­de die­se Quo­te im nächs­ten Jahr so­gar leicht sin­ken – von 0,5 auf 0,47 Pro­zent. „Hier muss im Haus­halts­ver­fah­ren noch deut­lich nach­ge­bes­sert wer­den“, be­ton­te ein Spre­cher des Mi­nis­te­ri­ums auf An­fra­ge. Ähn­lich sieht es bei von der Ley­en aus: Von der Vor­ga­be der Nato, zwei Pro­zent des Brut­to­in­lands­pro­dukts in die Ver­tei­di­gung zu ste­cken, ist Deutsch­land mit rund 1,3 Pro­zent noch weit ent­fernt. 2017 wur­de das Zwei-pro­zent-ziel nur von den USA, Groß­bri­tan­ni­en, Po­len, Grie­chen­land und Est­land er­reicht oder über­schrit­ten. Die an­de­ren 24 Mit­glied­staa­ten blie­ben dar­un­ter. »Kom­men­tar

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