„Hei­mat ist dort, wo man sich wohl­fühlt und wo man da­zu­ge­hört.“

Allgäuer Zeitung (Kaufbeurer Tagblatt) - - Die Dritte Seite -

Ski­renn­läu­fer Mar­kus Was­mei­er

hin­ter­her, was Bay­ern aus­macht. Den My­then und den Fak­ten. Hier er­zäh­len die Bay­ern sich selbst und al­len an­de­ren ih­re Ge­schich­te. Und er­klä­ren, wie das idyl­li­sche Bild ih­rer Hei­mat ent­stan­den ist. Und der Son­der­sta­tus, den die­ser Land­strich im Sü­den der Re­pu­blik hält.

Denn bis 1989 hieß von den deut­schen Län­dern nur Bay­ern Frei­staat. Bay­ern si­gna­li­siert da­mit ei­ne her­aus­ge­ho­be­ne Stel­lung, ob­wohl es nach der deut­schen Ver­fas­sung ein Bun­des­land ist wie je­des an­de­re, sagt Loibl. Trotz­dem nimmt sich Bay­ern Son­der­rech­te her­aus, ei­ne ei­ge­ne Au­ßen­po­li­tik zum Bei­spiel. Für die­sen Son­der­sta­tus gibt es ei­ne un­ge­schrie­be­ne Le­gi­ti­ma­ti­on: das Be­wusst­sein, et­was Be­son­de­res zu sein. Oder, wie es Karl Va­len­tin for­mu­liert: „Ich bin ja auch kein Mensch. Ich bin Bay­er.“

Für den Vor­zei­ge-bay­ern Mar­kus Was­mei­er, der wie sein Va­ter ei­gent­lich Holz­schnit­zer wer­den woll­te, aber dann Ab­fahrts­ren­nen ge­wann, be­inhal­tet der My­thos Bay­ern vie­les: die Land­schaft, den Wald, die vier Jah­res­zei­ten, die Tracht, die Le­bens­art, vor al­lem aber die Men­schen mit ih­ren un­ter­schied­li­chen Dia­lek­ten. „Das al­les ist Hei­mat“, sagt Was­mei­er, der in sei­nem Mu­se­ums­dorf in Schlier­see Tra­di­ti­on, Kul­tur und al­tes Hand­werk pflegt. „Und Hei­mat ist dort, wo man sich wohl­fühlt, wo man da­zu­ge­hört“, sagt der 54-Jäh­ri­ge – „der Sehn­suchts­ort al­ler Men­schen“. Nicht um­sonst wol­len vie­le gern in Bay­ern le­ben, nicht um­sonst wächst die Be­völ­ke­rung hier – im Ge­gen­satz zum Rest der Re­pu­blik – jähr­lich um min­des­tens ein Pro­zent.

Mar­kus Was­mei­er, der als Holz­bot­schaf­ter den Pa­vil­lon der Lan­des­aus­stel­lung er­öff­net, trägt an die­sem Nach­mit­tag sei­ne kur­ze Le­der­ho­se, die Wadl­strümp­fe, die Trach­ten­jop­pe. So wie im­mer. Und im Sou­ve­nir­la­den an der Et­ta­ler Zu­fahrts­stra­ße gibt es all den Bay­ern-

Fo­to: Andrea Kümpfbeck

Auf ei­nem ein­fa­chen Holz­brett­chen warb ein ober­baye­ri­scher Pen­si­ons­wirt um die Jahr­hun­dert­wen­de für sei­ne Her­ber­ge.

Fo­to: ak

Die­sen klei­nen, ge­schnitz­ten Schwan wünsch­te sich Kö­nig Lud­wig II.

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