Al­les rund um die Baye­ri­sche Lan­des­aus­stel­lung „Wald, Ge­birg und Kö­nigs­traum“im Klos­ter Et­tal

Allgäuer Zeitung (Kaufbeurer Tagblatt) - - Die Dritte Seite -

● Die Aus­stel­lung Die Baye­ri­sche Lan­des­aus­stel­lung 2018 „Wald, Ge birg und Kö­nigs­traum – My­thos Bay ern“wird am Mitt­woch, 2. Mai, von Mi­nis­ter­prä­si­dent Mar­kus Sö­der mit ei nem Fest­akt er­öff­net. Ab Don­ners tag, 3. Mai, ist die Schau für die Öf­fent lich­keit zu­gäng­lich. Sie dau­ert bis Sonn­tag, 4. No­vem­ber, und ist täg­lich von 9 bis 18 Uhr ge­öff­net. ● Der Ort Auf rund 1500 Qua­drat­me tern fin­det die Lan­des­aus­stel­lung im

den sich der Ja­pa­ner, der Ame­ri­ka­ner oder der Ber­li­ner ger­ne in den Kof­fer packt: Schnee­ku­geln mit Schloss Lin­der­hof, Kö­nig Lud­wig auf Tas­sen, T-shirts, Schnaps­glä­sern und Kühl­schrank­ma­gne­ten, Ted­dy­bä­ren im Dirndl und Bier aus der Klos­ter­braue­rei.

Ist die­ser My­thos Bay­ern viel­leicht nur ein Kli­schee? Das kit­schi­ge Bild ei­nes Land­strichs, der in der Au­ßen­wahr­neh­mung häu­fig ganz und gar aus Ber­gen, Ge­birgs­wäl­dern und Se­en be­steht, in dem sich ko­mi­sche Ein­hei­mi­sche in Dirndl und Süd­flü­gel des Klos­ters Et­tal, Kai­ser Lud­wig Platz 1, 82488 Et­tal, statt. Park­plät­ze sind vor Ort aus­ge­schil­dert. Vom Bahn­hof Oberau fährt ein kos ten­lo­ser Shut­tle­bus zum Klos­ter. Ge­gen Vor­la­ge des Zug­ti­ckets gibt es er­mä ßig­ten Ein­tritt. ● Die Ein­tritts­prei­se Das Ti­cket für Er­wach­se­ne kos­tet zwölf Eu­ro. Ei­ne er­mä­ßig­te Ein­tritts­kar­te für Se­nio­ren, Stu­den­ten und Grup­pen ab 15 Per so­nen gibt es für zehn Eu­ro, die Fa­mi­li

be­we­gen, die ih­re ei­ge­ne Spra­che spre­chen und merk­wür­di­ge Bräu­che pfle­gen? „Der My­thos ent­steht tat­säch­lich in und um die baye­ri­schen Al­pen­land­schaf­ten“, sagt His­to­ri­ker Richard Loibl. Bis ins 18. Jahr­hun­dert hin­ein wird die­se Land­schaft aber we­nig ge­schätzt. Auch der Wald nicht. Er ist für die Men­schen nur Wirt­schafts­fak­tor. Weil sie Holz zum Hei­zen, zum Bau­en, zum Schnit­zen brau­chen. „Der Bay­er geht auch heu­te noch ins Holz – und nicht in den Wald“, sagt Loibl. Der Wald ist da­mals un­kitsch, en­kar­te kos­tet 24 Eu­ro. Kin­der und Ju­gend­li­che von sechs bis 18 Jah­ren zah­len zwei Eu­ro, Schü­ler im Klas sen­ver­band ein Eu­ro (oh­ne Füh­rung). ● Das Rah­men­pro­gramm Der Land kreis Gar­misch Par­ten­kir­chen bie­tet wäh­rend der Lan­des­aus­stel­lung ein um fas­sen­des Rah­men­pro­gramm. Ne­ben Vor­trä­gen, Füh­run­gen und Ex­kur­sio­nen gibt es zu­sätz­li­che Aus­stel­lun­gen, Dis­kus­sio­nen und Kon­zer­te. ● Die Ver­an­stal­ter Das Haus der

zu­gäng­lich, die Al­pen sind ge­fähr­lich. Nur die Not treibt die Men­schen hoch auf die Ber­ge, wenn der Wald unten nicht mehr ge­nü­gend Holz lie­fert. Kein Mensch kommt zu der Zeit auf die Idee, frei­wil­lig und spa­ßes­hal­ber in den Ber­gen rum­zu­lau­fen.

Erst die Na­tur­for­scher des 18. Jahr­hun­derts füh­ren Mensch und Na­tur zu­sam­men. Jo­seph Naus, Ver­mes­sungs­be­am­ter in baye­ri­schen Di­ens­ten, wagt sich 1820 als Ers­ter auf die Zug­spit­ze und mar­kiert mit sei­nem Sack­tuch den Giple­der­ho­se Baye­ri­schen Ge­schich­te mit Sitz in Augs­burg führt seit 1983 jähr­lich Aus stel­lun­gen an un­ter­schied­li­chen Or ten in Bay­ern durch. Be­tei­ligt sind in die­sem Jahr das Klos­ter Et­tal, der Land­kreis Gar­misch Par­ten­kir­chen, die Baye­ri­schen Staats­fors­ten und die Baye­ri­sche Forst­ver­wal­tung. (ak) O

Wei­te­re In­fos zur Lan­des­aus­stel­lung und zum Rah­men­pro­gramm gibt es un­ter www.lan­des­aus­stel­lung et­tal.de

fel. Mit den For­schern und Wis­sen­schaft­lern kom­men die Ma­ler der Ro­man­tik. Sie set­zen sich vor die Berg­ku­lis­se, in die freie Na­tur – und ma­len Him­mel, Wol­ken, Ber­ge, Se­en. Da­mit kon­stru­ie­ren sie En­de des 19. Jahr­hun­derts den My­thos Bay­ern. Die Ro­man­ti­ker se­hen im Al­pen­raum ei­ne ur­wüch­si­ge, un­ver­sehr­te und wil­de Land­schaft, mit ei­ner Be­völ­ke­rung, die von den Heim­su­chun­gen der In­dus­tria­li­sie­rung ver­schont ge­blie­ben ist. Lo­vis Corinth, Carl Spitz­weg oder Hu­bert von Her­ko­mer, Franz Marc, Au­gust

Fo­to: Haus der Baye­ri­schen Ge­schich­te

Ge­burts­tags­grü­ße mit dem Ki­ni: Schon um die Jahr­hun­dert­wen­de wur­de Kö­nig Lud wig in ganz Bay­ern schwär­me­risch ver­ehrt.

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