Ein Prä­si­dent mit bes­ten Be­zie­hun­gen

Amts­wech­sel Der neue Chef der Re­gie­rung von Schwa­ben, Er­win Loh­ner, hat 16 Jah­re lang an der Sei­te des In­nen­mi­nis­ters ge­ar­bei­tet. Jetzt freut er sich auf sei­ne al­te Hei­mat

Allgäuer Zeitung (Kaufbeurer Tagblatt) - - Bayern -

ganz ein­fach wer­den. „Ich ha­be ziem­li­chen Re­spekt vor der Auf­ga­be“, sagt Loh­ner. Er ken­ne zwar das In­nen­mi­nis­te­ri­um „in- und aus­wen­dig“, sei aber im­mer „in zwei­ter Rei­he“hin­ter ei­nem po­li­ti­schen Chef tä­tig ge­we­sen. Künf­tig an der Spit­ze ei­ner gro­ßen Be­hör­de zu ste­hen, sei für ihn ei­ne „gro­ße Freu­de“, aber eben auch ei­ne „neue Her­aus­for­de­rung“.

Be­reits an sei­nem ers­ten Ar­beits­tag am 2. Mai wird Loh­ner vor ei­ner brei­ten Öf­fent­lich­keit in Schwa­ben voll ge­for­dert sein. Er muss Staats­mi­nis­ter Ge­org Ei­sen­reich (CSU) ver­tre­ten und ei­ne Re­de zum Auf­takt der Eu­ro­pa­wo­che in Augs­burg hal­ten. Ein lei­ten­der Be­am­ter, der zum Re­gie­rungs­prä­si­den­ten auf­steigt, bleibt zwar ein lei­ten­der Be­am­ter, aber eben ei­ner der qua Amt im Blick­punkt der Öf­fent­lich­keit steht und auch als ers­ter Re­prä­sen­tant ei­nes Re­gie­rungs­be­zirks wahr­ge­nom­men wird.

Dass er in Baye­risch-schwa­ben ge­bo­ren ist, wer­den sei­ne Zu­hö­rer ver­mut­lich nicht mehr her­aus­hö­ren. Loh­ner stammt zwar aus Gun­del­fin­gen (Land­kreis Dil­lin­gen), sei­ne Groß­el­tern vä­ter­li­cher­seits hat­ten dort ei­nen land­wirt­schaft­li­chen Be­trieb, die El­tern der Mut­ter ein Tex­til­ge­schäft und ein Ki­no. Loh­ner aber ist in Mün­chen auf­ge­wach­sen, wo der Va­ter als Rechts­an­walt ar­bei­te­te. Sei­ne al­te Hei­mat hat er als Kind und Ju­gend­li­cher nur wäh­rend re­gel­mä­ßi­ger Fe­ri­en­auf­ent­hal­te bei Ver­wand­ten ken­nen­ge­lernt. In der Schu­le in Mün­chen, so sagt Loh­ner, sei ihm der schwä­bi­sche Dia­lekt schnell ab­ge­wöhnt wor­den. Nun wird er nach über 50 Jah­ren nach Schwa­ben zu­rück­keh­ren – „als Bay­er mit schwä­bi­schen Wur­zeln“.

Sei­ne Er­nen­nung, so Loh­ner, sei für ihn über­ra­schend ge­kom­men. Er ha­be sich nicht da­nach ge­drängt, freue sich jetzt aber um­so mehr. Sein Le­bens­mit­tel­punkt wer­de zu­nächst in Mün­chen blei­ben, wo er mit sei­ner Frau und sei­nen bei­den Töch­tern (15 und 18 Jah­re alt) wohnt. „Erst ein­mal fah­re ich noch hin und her, aber ich wer­de mir even­tu­ell ei­ne Woh­nung in Augs­burg neh­men“, sagt er.

Loh­ner ist kein Mit­glied ei­ner Par­tei, macht aber aus sei­ner Nä­he zur CSU kei­nen Hehl. In sei­ner Frei­zeit steht für ihn der Sport ganz oben – Ski­fah­ren, Berg­wan­dern, Ten­nis. Und er liest ger­ne – be­son­ders his­to­ri­sche Ro­ma­ne.

Er­win Loh­ner

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