Das rech­net sich nicht

Allgäuer Zeitung (Kaufbeurer Tagblatt) - - Meinung & Dialog -

Zu „Wie ein Gi­ro­kon­to für Son­nen­strom“(Geld & Le­ben) vom 22. Mai: In dem Ar­ti­kel wird ein vir­tu­el­ler Strom­spei­cher für So­lar­an­la­gen be­schrie­ben und die Fra­ge auf­ge­wor­fen, ob sich so ein An­ge­bot rech­net. Kla­re Ant­wort: nein. Wenn man 1000 Ki­lo­watt­stun­den „spei­chern“und in­ner­halb ei­nes Jah­res wie­der ab­ru­fen kann, spart man höchs­tens die Dif­fe­renz zwi­schen Ein­spei­se­ver­gü­tung und Be­zugs­preis vom E-werk – das sind rund 15 Cent pro kwh oder 150 Eu­ro im Jahr. Die Kos­ten da­für lie­gen bei 12 mal 20 Eu­ro pro Mo­nat oder 240 Eu­ro im Jahr. Wo soll da der Vor­teil für den Strom­kun­den lie­gen?

Ist die fik­ti­ve Spei­che­rung ein neu­es Ge­schäfts­mo­dell der Strom­er­zeu­ger? Aber auch die „klas­si­sche“Va­ri­an­te, d. h. Spei­che­rung in der ei­ge­nen Bat­te­rie, rech­net sich nicht. Da­bei hat sie we­nigs­tens im Ver­gleich zum vir­tu­el­len Spei­cher den sys­te­mi­schen Vor­teil, dass das Netz ent­las­tet wird.

Mit sol­chen An­ge­bo­ten wird der Ver­brau­cher hin­ters Licht ge­führt, so wie mit der Be­haup­tung, man kön­ne „grü­nen“Strom kau­fen, was phy­si­ka­lisch Non­sens ist. Dr. Jür­gen Bu­cher, Markt­ober­dorf

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.