Kohls Wit­we geht leer aus

Ur­teil: Ent­schä­di­gung ist nicht ver­erb­bar

Allgäuer Zeitung (Kaufbeurer Tagblatt) - - Politik -

Köln Di­rekt un­ter ei­ner Sta­tue von Sankt Ni­ko­laus ver­kün­de­te die Vor­sit­zen­de Rich­te­rin Mar­ga­re­te Res­ke am Di­ens­tag ihr Ur­teil im Fall Alt­kanz­ler Hel­mut Kohl ge­gen Buch­au­tor He­ri­bert Schwan. Den­noch gab es für die – nicht an­we­sen­de – Wit­we Maike Kohl-rich­ter, 54, kei­ne Ge­schen­ke: Die Mil­lio­nen­ent­schä­di­gung, die ihr Mann ver­gan­ge­nes Jahr erstrit­ten hat­te, ist mit sei­nem Tod er­lo­schen.

Das Geld ha­be in die­sem Fall da­zu die­nen sol­len, ihm für die Ver­let­zung sei­nes Per­sön­lich­keits­rechts Ge­nug­tu­ung zu ver­schaf­fen. Das aber sei nur bei ei­nem Le­ben­den mög­lich, er­läu­ter­te Res­ke. Ver­er­ben kön­ne man das nicht. Das Ver­fah­ren muss aber nicht an die­ser Stel­le en­den: Kohl-rich­ter will die Ent­schei­dung an­fech­ten. Dann wür­de in letz­ter In­stanz der Bun­des­ge­richts­hof ent­schei­den.

He­ri­bert Schwan, Kohls ehe­ma­li­ger Ghost­wri­ter, war hoch­zu­frie­den. „Gro­ße Er­leich­te­rung“, sag­te der 73 Jah­re al­te Buch­au­tor nach der Sit­zung. „Die Mil­lio­nen­kla­ge ist weg. Die gie­ri­ge Kohlwit­we kriegt kei­nen Cent. Das ist doch schon mal ei­ne gu­te Nach­richt.“Es ist aber auch so ziem­lich die ein­zi­ge.

Den mo­ra­li­schen Sieg trug – ein­mal mehr und nun post­hum – Hel­mut Kohl da­von. Al­le Ge­rich­te, die bis­her mit dem Fall be­fasst wa­ren, ha­ben über­ein­stim­mend fest­ge­stellt: Schwan hät­te in sei­nem Buch „Ver­mächt­nis: Die Kohl-pro­to­kol­le“nie­mals un­au­to­ri­sier­te Zi­ta­te des ehe­ma­li­gen Cdu-po­li­ti­kers und „Kanz­lers der Ein­heit“ver­öf­fent­li­chen dür­fen. Chris­toph Dries­sen, dpa

Um­strit­te­nes Buch

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