Ein Le­ben in End­los­schlei­fe

Nach­ruf Jür­gen Mar­cus ist tot. 1972 sang er „Ei­ne neue Lie­be ist wie ein neu­es Le­ben“. Der Schla­ger do­mi­nier­te sei­ne Kar­rie­re. Die hat­te er einst als Hip­pie-star be­gon­nen

Allgäuer Zeitung (Kaufbeurer Tagblatt) - - Bayern -

Mün­chen Manch­mal ge­nügt ein ein­zi­ges Lied. Kurz, aber gut ge­nug für die Ewig­keit. 3:50 Mi­nu­ten. Manch­mal kannst du auf ei­nem Schla­ger ein gan­zes Le­ben auf­bau­en. Manch­mal wird das zum Ge­fäng­nis, aus dem du nicht mehr raus­kommst. 1972 gab es ei­ni­ge sol­che Grund­stein­le­gun­gen in der Hit­pa­ra­de. Ba­ta Il­lic sang „Michae­la“, Chris­ti­an An­ders sang „Es fährt ein Zug nach Nir­gend­wo“, Ju­lia­ne Wer­ding sang: „Am Tag, als Con­ny Kra­mer starb“. Und ein Jun­ge aus Her­ne, der Jür­gen Be­u­mer hieß und sich Jür­gen Mar­cus nann­te, sang: „Ei­ne neue Lie­be ist wie ein neu­es Le­ben“. 3:50. Scha­l­a­l­a­l­a­la­la.

Der Re­frain wur­de zur End­los­schlei­fe sei­nes Le­bens. Ein Ever­green. Ein Lied zieht hin­aus in die Welt, wie ein an­de­rer sei­ner Hits hieß. Nun ist Jür­gen Mar­cus im Al­ter ei­gent­lich ge­lern­ter Ma­schi­nen­schlos­ser. Schon mit 19 Jah­ren sang er und zog mit sei­ner aus­drucks­vol­len Stim­me die Auf­merk­sam­keit auf sich. Doch das Sprung­brett auf die gro­ße Büh­ne war die Haupt­rol­le des Clau­de im Hip­pie-kult­mu­si­cal „Hair“, die er En­de der 60er Jah­re er­gat­tert hat­te. Er­folgs­pro­du­zent Jack Whi­te, der auch Da­vid Has­sel­hoff als Sän­ger ent­deck­te, wur­de auf den jun­gen Mann auf­merk­sam und nahm ihn un­ter Ver­trag. Der Durch­bruch ge­lang mit „Ei­ne neue Lie­be ist wie ein neu­es Le­ben“(1972). „Ich war mir zu 100 Pro­zent si­cher, dass es ein Er­folg wird – der Text war ex­trem gut“, sag­te Jür­gen Mar­cus spä­ter über sei­nen be­rühm­tes­ten Song. Wei­te­re Hits wie „Ein Fes­ti­val der Lie­be“, „Auf dem Bahn­hof der vie­len Ge­lei­se“und „Ein Lied zieht hin­aus in die Welt“

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