Ern­te­aus­fäl­le: Re­gi­on kommt glimpf­lich da­von

Agrar Som­mer war bis­her nicht so tro­cken wie im Nor­den, wo Bau­ern um ih­re Exis­tenz fürch­ten

Allgäuer Zeitung (Kaufbeurer Tagblatt) - - Vorderseite - VON SON­JA KRELL UND JOA­CHIM BOMHARD

Augs­burg/kemp­ten Die deut­schen Land­wir­te äch­zen un­ter den Fol­gen der an­hal­ten­den Tro­cken­heit und Hit­ze. Der Bau­ern­ver­band rech­net mit der „schlech­tes­ten Ern­te“des Jahr­hun­derts. Bun­des­agrar­mi­nis­te­rin Ju­lia Klöck­ner spricht von ei­ner alar­mie­ren­den La­ge. Gleich­zei­tig kün­di­gen die ers­ten Win­zer an, be­reits kom­men­de Wo­che mit der Wein­le­se zu be­gin­nen – so früh wie nie zu­vor. Den ers­ten Fe­der­wei­ßen wird es al­so schon bald ge­ben. „Wir sind so früh dran, dass wir selbst den Ita­lie­nern Pa­ro­li bie­ten kön­nen“, sag­te der Spre­cher des Deut­schen Wein­in­sti­tuts, Ernst Bü­scher.

Wäh­rend die Win­zer mo­men­tan in ei­ner re­la­tiv kom­for­ta­blen La­ge sind, könn­te die wo­chen­lan­ge Dür­re nach den Wor­ten von Bau­ern­prä­si­dent Joa­chim Ruk­wied vie­le Land­wir­te in Exis­tenz­nö­te trei­ben, wenn ih­nen nicht rasch ge­hol­fen wird. Er for­dert da­her, der Staat müs­se be­trof­fe­ne Be­trie­be fi­nan­zi­ell un­ter­stüt­zen. jah­re­lan­gen Mit­tels. Am tro­ckens­ten sei der April mit nur 28 Pro­zent der üb­li­chen Re­gen­men­ge ge­we­sen, sagt Jür­gen Schmidt von Wet­ter­kon­tor. Im Ver­gleich zum Nor­den Deutsch­lands sei­en dann der Mai und der Ju­ni hier­zu­lan­de noch re­la­tiv feucht aus­ge­fal­len, was der Ve­ge­ta­ti­on gut­ge­tan hat. Auch die Tem­pe­ra­tu­ren spie­len ei­ne Rol­le. Es war in der Re­gi­on mit bis­her 41 Ta­gen über 25 Grad sehr warm, so Schmidt, aber erst jetzt wur­de erst­mals die 30-Grad-mar­ke ge­knackt. In die­ser Wo­che müs­se durch­ge­hend mit Tem­pe­ra­tu­ren zwi­schen 32 und 34 Grad ge­rech­net wer­den.

Je nach­dem, wo es wie viel ge­reg­net hat und wie die Bö­den be­schaf­fen sind, fällt die Zwi­schen­bi­lanz in Schwa­ben aus. Es ge­be durch­aus ein­zel­ne Re­gio­nen, in de­nen die La­ge kri­tisch sei, sag­te Bau­ern­ver­bands­spre­cher Pe­ters. Wäh­rend die Land­wir­te im All­gäu kaum Pro­ble­me mit der Dür­re ha­ben, sind die Ein­bu­ßen et­wa im nörd­li­chen Land­kreis Do­nau-ries spür­bar. Zum Teil war die Ge­trei­de­ern­te schlecht, sagt Kar­lheinz Götz, Kreis­ob­mann der Bau­ern. „Und auf den Wie­sen ver­brennt das Gras.“Den Milch­vieh­be­trie­ben feh­le da­mit das Fut­ter für ih­re Tie­re. Götz sorgt sich zu­dem um die an­ste­hen­de Ern­te von Kar­tof­feln, Zu­cker­rü­ben und Mais.

Un­ter­des­sen er­wähnt das Deut­sche Mais­ko­mi­tee in ei­ner Mit­tei­lung aus­drück­lich das süd­li­che Ober­bay­ern und Schwa­ben, wo mit sehr gu­ten Mai­ser­trä­gen ge­rech­net wer­de. „Dort, wo ge­nü­gend Was­ser war und kein Ha­gel, wächst der Mais fan­tas­tisch“, sagt Joa­chim Eder von der Lan­des­an­stalt für Land­wirt­schaft in Frei­sing.

Am Diens­tag wol­len Mi­nis­te­ri­ums­ex­per­ten von Bund und Län­dern in Ber­lin über die La­ge be­ra­ten, eben­so das baye­ri­sche Ka­bi­nett. Am Mitt­woch plant Mi­nis­te­rin Klöck­ner, das Bun­des­ka­bi­nett zu in­for­mie­ren. Be­schlüs­se über mög­li­che Bun­des­hil­fen wer­den erst En­de Au­gust er­war­tet.

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