Schwim­mer im Rhein über­schätz­te sich

Allgäuer Zeitung (Kaufbeurer Tagblatt) - - Die Dritte Seite -

Er ha­be sei­ne Fä­hig­kei­ten und die Strö­mung des Rheins falsch ein­ge­schätzt, teil­te die Po­li­zei spä­ter mit.

Mitt­ler­wei­le ist es am Nie­der­sont­ho­fe­ner See Abend ge­wor­den. Ein paar Mü­cken schwir­ren durch die trä­ge Luft, ei­ne äl­te­re Da­me holt ein paar Mi­ni-sa­la­mis aus ei­ner Plas­tik­box und macht sich ei­ne Do­se Bier auf. Noch im­mer ist es heiß, knapp 30 Grad. Dass es bei den ho­hen Tem­pe­ra­tu­ren, die der­zeit in Deutsch­land herr­schen, so vie­le Men­schen an die Se­en und Flüs­se zieht, ist kaum ver­wun­der­lich. Der bit­te­re Bei­ge­schmack ist: Je mehr Men­schen zum Schwim­men ge­hen, des­to mehr Un­fäl­le wird es zwangs­läu­fig ge­ben. So kann im Üb­ri­gen auch er­klärt wer­den, war­um es aus­ge­rech­net in Bay­ern die meis­ten Ba­de­to­ten gibt: „Es liegt zum ei­nen an der ho­hen Ein­woh­ner­zahl. Wo mehr Men­schen le­ben, kön­nen auch mehr er­trin­ken“, sagt ein Spre­cher der DLRG Bay­ern. Hin­zu kom­me, dass der Frei­staat enorm vie­le Se­en, aber auch ge­fähr­li­che, rei­ßen­de Flüs­se ha­be. Au­ßer­dem: „Bei uns ist meist auch das Wetter schö­ner.“

Und ein En­de der Schön­wet­terpe­ri­ode ist nicht in Sicht – sagt zu­min­dest Me­teo­ro­lo­ge Jür­gen Schmidt von Wet­ter­kon­tor. „Die Vor­her­sa­ge ist, dass es warm wei­ter­geht. Viel­leicht so­gar bis Ok­to­ber.“Der Bil­der­buch­som­mer, er bleibt al­so. Ein Som­mer, der sich an­fühlt, als wür­de er nie zu En­de ge­hen. Ein Som­mer zum Drau­ßen­sein. Und ein Som­mer, in dem schon so vie­le Men­schen er­trun­ken sind.

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