Von al­lem ein biss­chen was, aber von nichts ge­nug

Allgäuer Zeitung (Kaufbeurer Tagblatt) - - Politik -

und Fi­nanz­po­li­tik, die Lin­ke als An­ti-hartz-iv-par­tei – und die Uni­on hat längst die So­zi­al­po­li­tik für sich ge­ka­pert. Im Ge­gen­satz da­zu bie­tet die SPD von al­lem ein biss­chen was, aber von nichts ge­nug. Sie hat kein Al­lein­stel­lungs­merk­mal, steht der Uni­on in vie­len Punk­ten nä­her als der Link­s­par­tei, was ein rot-rot-grü­nes Bünd­nis als Al­ter­na­ti­ve zur Gro­ßen Ko­ali­ti­on prak­tisch un­mög­lich macht, den Ge­nos­sen im bür­ger­li­chen La­ger aber kei­ne Stim­men bringt.

Ge­lingt Andrea Nah­les der Be­frei­ungs­schlag? We­nig spricht da­für. Zu sehr ver­kör­pert sie die al­te SPD, die sich in den lan­gen Re­gie­rungs­jah­ren un­ter An­ge­la Mer­kel pro­gram­ma­tisch re­gel­recht aus­ge­zehrt hat. Zu lan­ge schon ge­hört sie dem Esta­blish­ment der Par­tei an, als dass sie glaub­haft für den ver­spro­che­nen und drin­gend be­nö­tig­ten Auf­bruch und Neu­an­fang ste­hen kann. Die schö­nen Som­mer­bil­der vom Aus­flug nach Fran­ken sind bald schon ver­ges­sen, spä­tes­tens nach den Wah­len in Bay­ern und Hes­sen im Ok­to­ber dürf­te der müh­sam er­reich­te Burg­frie­den Ge­schich­te sein. Aber auch das ist nichts Neu­es bei den So­zi­al­de­mo­kra­ten. Die Chefs kom­men und ge­hen, oh­ne dass der Nie­der­gang der Par­tei auf­ge­hal­ten wird.

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