Noch

Zur Halb­zeit der Sai­son liegt Le­wis Ha­mil­ton in Füh­rung. Doch Se­bas­ti­an Vet­tel sieht sich im Vor­teil

Allgäuer Zeitung (Kaufbeurer Tagblatt) - - Sport -

„Jetzt ist es ziem­lich Kopf an Kopf“, sag­te der Hep­pen­hei­mer, nach­dem er sich mit ei­nem knall­har­ten Ma­nö­ver ge­gen Valt­te­ri Bot­tas in Un­garn auf Platz zwei ge­ret­tet hat­te. „Ich bin zu­ver­sicht­lich, dass wir mit dem, was an un­se­rem Au­to noch kommt, ei­ne Schip­pe drauf­pa­cken kön­nen.“Da­von konn­te im ver­gan­ge­nen Jahr kei­ne Re­de sein. Vet­tel ging so­gar mit ei­nem Vor­sprung von 14 Punk­ten auf Ha­mil­ton in die vier­wö­chi­ge Pau­se. Fahr­feh­ler und De­fek­te am Fer­ra­ri war­fen ihn dann aus der Wm-spur. „Un­ser Wa­gen ist dies­mal stär­ker und hat noch im­mer ei­ne Men­ge Po­ten­zi­al, das wir ent­fes­seln kön­nen“, mein­te Vet­tel und freu­te sich schon auf ei­ne „auf­re­gen­de zwei­te Sai­son­hälf­te“.

Fer­ra­ri hat ei­nen Sprung ge­macht – in Sa­chen Zu­ver­läs­sig­keit und auch Mo­to­ren­stär­ke. Das wird auch von Mer­ce­des im­mer wie­der un­ter­stri­chen. Den­noch wird Ha­mil­ton mit 24 Punk­ten mehr als Vet­tel aus­span­nen. Der vier­ma­li­ge Welt­meis­ter wird erst ein­mal Zeit mit Mut­ter, Schwes­ter und ih­ren Kin­dern ver­brin­gen, ehe er sich in den Jung­ge­sel­len­ab­schied sei­nes bes­ten Kum­pels stürzt.

Die Stär­ke von Fer­ra­ri ist Ha­mil­ton mit Blick auf die letz­ten neun For­mel-1-etap­pen sehr wohl be­wusst. „Um ei­ne Welt­meis­ter­schaft zu ge­win­nen, geht es aber nicht nur um Ge­schwin­dig­keit“, sag­te er und ver­wies auf As­pek­te wie Pro­blem­ma­nage­ment und Stra­te­gie. Wer die­ses Ge­samt­pa­ket am bes­ten be­wäl­ti­ge, sei im Vor­teil.

Ein Nach­las­sen gibt es nicht – we­der für Vet­tel noch für Ha­mil­ton. Noch mehr Ein­satz ist bei Fer­ra­ri und Mer­ce­des die De­vi­se. „Wir müs­sen den Druck in der zwei­ten Hälf­te er­hö­hen“, for­der­te Ha­mil­ton. „Da müs­sen wir ein­hei­zen.“Er den­ke nicht, „dass es ei­nen Mo­ment gibt, wo man sei­ne Hän­de am Ti­tel hat“. Die­ser Mo­ment kommt spä­tes­tens beim Sai­son­fi­na­le am 25. No­vem­ber. Erst mal heißt es aber: Durch­schnau­fen. (dpa) ver­si­chern, Leh­ren aus dem Fehl­ver­hal­ten ge­zo­gen zu ha­ben. Oder, um es mit Ney­mar zu sa­gen: „Nach der WM ha­be ich dann in den Spie­gel ge­schaut und bin nun ein neu­er Mensch. Ich bin hin­ge­fal­len. Aber nur wer hin­fällt, kann auch wie­der auf­ste­hen.“Und nur wer Steu­ern hin­ter­zieht, muss sie nach­zah­len. Nur wer ei­nen Feh­ler macht, kann ihn ein­räu­men. Auf­ste­hen an sich, ist kei­ne Tu­gend. Aber das lernt Ney­mar viel­leicht auch noch. Ist ja noch ein Jun­ge.

Se­bas­ti­an Vet­tel

Le­wis Ha­mil­ton

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