Han­dy­mast in Hei­lig­kreuz?

Mo­bil­funk Die Te­le­kom will auf dem Bet­zen­bühl in Hei­lig­kreuz ei­nen Han­dy­mast bau­en. Ein Gut­ach­ter hat ei­nen Platz ge­fun­den, der gu­ten Emp­fang und ge­rin­ge Strah­lung ver­spricht. Doch der Ei­gen­tü­mer, die Raiff­ei­sen­bank, sperrt sich

Allgäuer Zeitung (Kempter Tagblatt) - - Vorderseit­e - VON KERS­TIN SCHELLHORN

Die Te­le­kom will in Hei­lig­kreuz ei­nen Han­dy­mast bau­en. Ein Gut­ach­ter hat zwar ei­nen Stand­ort ge­fun­den, aber das Grund­stück steht nicht zur Ver­fü­gung. »

Die La­ge ist ver­zwickt: Auf sein Han­dy will so gut wie kei­ner ver­zich­ten. Aber die Mo­bil­funk­mas­ten, die den Emp­fang er­mög­li­chen, will nie­mand in sei­ner Nä­he ha­ben. Ak­tu­el­les Kemp­te­ner Bei­spiel für die­sen Kon­flikt ist der von der Te­le­kom ge­plan­te Mast auf dem Bet­zen­bühl in Hei­lig­kreuz. Es gä­be ei­nen Stand­ort, der gu­ten Emp­fang und we­nig Strah­lung ver­spricht. Doch der Ei­gen­tü­mer, die Raiff­ei­sen­bank Kemp­ten-Ober­all­gäu, sperrt sich.

Neun mög­li­che Stand­or­te für den neu­en Mast hat Di­plom-In­ge­nieur Hans Ul­rich von der Fir­ma Funk­te­chana­ly­se im Auf­trag der Stadt über­prüft (sie­he A20 bis A21

in der Gra­fik). „Ich su­che die scho­nen­ds­te Va­ri­an­te, mit der das Ge­biet ver­nünf­tig ver­sorgt wer­den kann“, sag­te er. Denn die elek­tro­ma­gne­ti­sche Strah­lung, die von den Mas­ten aus­geht – auch Im­mis­si­on ge­nannt – wird als po­ten­zi­ell ge­sund­heits­schäd­lich ein­ge­schätzt – auch un­ter­halb der ge­setz­li­chen Grenz­wer­te.

„A27 wä­re ganz klar zu be­vor­zu­gen“, be­ton­te Ul­rich bei ei­ner In­for­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung der Stadt. „Der ist prak­tisch der Bes­te von der Im­mis­si­on her und was die Ver­sor­gung an­geht an­nä­hernd der Bes­te.“Nur ei­ner ist noch bes­ser und dar­über hin­aus auch der Fa­vo­rit der Te­le­kom: A24. Doch weil der Ei­gen­tü­mer des Grund­stücks den Bau ei­nes Mo­bil­funk­masts ab­lehnt, hat Ul­rich den Stand­ort nicht in sein Ur­teil mit ein­be­zo­gen.

Ei­gent­lich wür­de die Stadt nun A27 im Bau­aus­schuss als Stand­ort vor­schla­gen und dar­über ab­stim­men las­sen. An­schlie­ßend gin­ge der Vor­schlag im Rah­men des seit ei­ni­gen Jah­ren üb­li­chen „dia­lo­gi­schen Ver­hand­lungs­ver­fah­rens“an die Te­le­kom. Die ent­schei­det dann ih­rer­seits, ob sie den Vor­schlag an­nimmt oder nicht. Die Chan­cen da­für ste­hen gut, denn Ul­rich hat den Stand­ort be­reits mit dem Un­ter­neh­men ab­ge­stimmt.

Den­noch ist die Si­tua­ti­on bei A27 nicht ge­ra­de ein­fach. Das Grund­stück ge­hört der Raiff­ei­sen­bank Kemp­ten-Ober­all­gäu. Und die sperrt sich bis­her ge­gen den neu­en Mast. „Wir wol­len kei­nen Scha­den für die Be­völ­ke­rung und ha­ben des­halb an dem Mast kein In­ter­es­se“, sagt Vor­stands­spre­cher Rai­ner Schaid­na­gel. Bleibt die Bank bei ih­rer Hal­tung, wird die Stadt der Te­le­kom ei­nen an­de­ren Stand­ort vor­schla­gen. Sehr wahr­schein­lich ist, dass sie A23 wählt, denn die­ses Grund­stück ge­hört ihr selbst. Was die Ver­sor­gung an­geht, ist das zwar nicht der bes­te Stand­ort. Aber Tim Ko­emstedt, Bau­re­fe­rent und in Kemp­ten zu­stän­dig für den Mo­bil­funk, geht es vor al­lem dar­um, die Strah­len­be­las­tung ge­ring zu hal­ten. „Wenn die Stadt kei­nen Stand­ort be­nen­nen kann, wird sich der Be­trei­ber ei­nen an­de­ren su­chen“, be­tont Gut­ach­ter Ul­rich. „Der fin­det dann schon ei­nen Grund­stücks­be­sit­zer, der die paar tau­send Eu­ro Mie­te ein­streicht und dem die Strah­lung egal ist.“Die­se sei dann dop­pelt so hoch als bei Stand­ort A27.

Nun kommt aber noch Land­wirt Mar­kus En­der­le ins Spiel. Stand­ort A23, der der Stadt ge­hört, be­fin­det sich in nächs­ter Nä­he zu sei­nem Stall. Weil er ver­hin­dern will, dass dort der Mast ge­baut wird, kün­dig­te er an, zur Not sei­nen ei­ge­nen Stand­ort A28 zur Ver­fü­gung zu stel­len. Denn der ist im­mer­hin et­wa 800 Me­ter von sei­ner Hof­stel­le ent­fernt.

En­der­le ist des­halb, ge­nau wie Gut­ach­ter und Stadt, für A27. Er for­der­te die Bür­ger da­zu auf, bei der Raiff­ei­sen­bank an­zu­ru­fen und die­se zu bit­ten, ihr Grund­stück frei­zu­ge­ben. Tim Ko­emstedt, Bau­re­fe­rent der Stadt, un­ter­stütz­te den Ap­pell und sag­te: „Wenn Sie das an den Ei­gen­tü­mer wei­ter­ge­ben, wä­re das sehr hilf­reich.“

IDas

Gut­ach­ten und wei­te­re In­for ma­tio­nen zum Mo­bil­funk in Kemp ten sind ein­seh­bar un­ter

www.kemp­ten.de/de/mo­bil­funk.php

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