Trump greift wei­te­re Jour­na­lis­ten an

Allgäuer Zeitung (Kempter Tagblatt) - - Politik -

stün­den al­lei­ne bes­ser da. Es ist ein Irr­tum.

Die Eu­ro­pa­wahl wird zu ei­ner Aus­ein­an­der­set­zung mit Na­tio­na­lis­ten und Po­pu­lis­ten. Wie kön­nen sol­che Strö­mun­gen be­kämpft wer­den?

Ta­ja­ni: Na­tür­lich muss Eu­ro­pa bes­ser wer­den. Auch ich for­de­re Re­for­men. Ich will bei­spiels­wei­se, dass das Par­la­ment mehr Rech­te be­kommt, auch Ge­set­ze er­las­sen und ein­for­dern zu kön­nen. Aber dar­über hin­aus brau­chen wir ei­nen Auf­bruch der De­mo­kra­ten in un­se­ren Län­dern. Denn das ist die Mehr­heit. Die EU-Bür­ger wol­len Frei­heit, De­mo­kra­tie, ei­ne freie Pres­se, die Be­ach­tung der Men­schen­rech­te. Jetzt kommt es dar­auf an, dass die­se Mehr­heit nicht schweigt, son­dern auf­steht und an der Wahl­ur­ne klar­macht, dass wir Eu­ro­pa nicht den Rech­ten und den Na­tio­na­lis­ten über­las­sen dür­fen. Denn die wol­len es nur be­schä­di­gen oder gar zer­stö­ren. In­ter­view: Det­lef Dre­wes

● Zur Per­son An­to­nio Ta­ja­ni, 65, stammt aus Rom und ge­hört der christ­de­mo­kra­ti­schen neu­en For­za Ita­lia an, de­ren Vor­läu­fer er in den neun­zi­ger Jah­ren zu­sam­men mit Sil­vio Ber­lus­co­ni mit­grün­de­te. Der stu­dier­te Ju­rist ar­bei­te­te jah­re­lang als Jour­na­list, lei­te­te in den acht­zi­ger Jah­ren zeit­wei­se die be­kann­te Ta­ges­zei­tung „Il Gior­na­le“. Er wech­sel­te 1994 erst­mals ins Eu­ro­päi­sche Par­la­ment. Von 2008 bis 2010 war er zu­nächst EU-Kom­mis­sar für Ver­kehr, an­schlie­ßend über­nahm er das Dos­sier In­dus­trie­po­li­tik. 2014 wech­sel­te Ta­ja­ni zu­rück ins Par­la­ment. Im Ja­nu­ar 2017 lös­te er Martin Schulz (SPD) als Prä­si­dent des Eu­ro­päi­schen Par­la­men­tes ab. US-Prä­si­dent Do­nald Trump will nach CNN- Kor­re­spon­dent Jim Acos­ta mög­li­cher­wei­se auch an­de­ren Jour­na­lis­ten die Ak­kre­di­tie­rung für das Wei­ße Haus ent­zie­hen. Dann könn­ten sie nicht mehr über Pres­se­kon­fe­ren­zen des Prä­si­den­ten be­rich­ten. „Ich ha­be die Ent­schei­dung noch nicht ge­trof­fen, aber es könn­te auch an­de­re be­tref­fen“, sag­te Trump. Er echauf­fier­te sich spe­zi­ell über April Ryan von Ame­ri­can Ur­ban Ra­dio Net­works. Er nann­te die Jour­na­lis­tin „lo­ser“(Ver­sa­ger). Sie sei bös­ar­tig und wis­se nicht, was sie tue. Ryan hat­te ihn ge­fragt, ob er wün­sche, dass sich der neue, kom­mis­sa­ri­sche Jus­tiz­mi­nis­ter Mat­t­hew Whi­ta­ker in die Un­ter­su­chun­gen des Russ­land-Er­mitt­lers Ro­bert Mu­el­ler ein­mi­schen sol­le. Acos­ta wirft das Wei­ße Haus vor, sich un­an­ge­mes­sen ge­gen­über ei­ner Mit­ar­bei­te­rin ver­hal­ten und Hand an­ge­legt zu ha­ben. Kri­ti­ker mei­nen, das of­fi­zi­ell ver­brei­te­te Vi­deo sei ma­ni­pu­liert wor­den, um den Vor­fall dra­ma­ti­scher aus­se­hen zu las­sen.

Fo­to: Man­del Ngan, afp

Jim Acos­ta stellt kris­ti­sche Fra­gen an Do­nald Trump.

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