Ulm: Wei­ter Ver­spä­tun­gen nach Ar­bei­ten am Bahn­hof

Allgäuer Zeitung (Kempter Tagblatt) - - Bayern -

Nach Bau­ar­bei­ten am Haupt­bahn­hof in Ulm wird der Zug­ver­kehr wohl erst am kom­men­den Di­ens­tag wie­der kom­plett oh­ne Be­ein­träch­ti­gun­gen rol­len. Ein wich­ti­ger Ab­schnitt kön­ne bis zum Be­triebs­schluss am Mon­tag­abend nur lang­sam be­fah­ren wer­den, des­halb kom­me es bei den Ver­bin­dun­gen zwi­schen Stutt­gart und Ulm noch zu Ver­spä­tun­gen von et­wa fünf Mi­nu­ten, teil­te die Bahn am Frei­tag mit. In den ver­gan­ge­nen zwei Wo­chen hat­te die Bahn Glei­se ver­scho­ben, um den Haupt­bahn­hof mit der Neu­bau­stre­cke Stutt­gart-Ulm zu ver­knüp­fen. Fern­zü­ge wur­den des­halb um­ge­lei­tet. Kauf­beu­ren/Mün­chen Acht Wo­chen lang küm­mer­te sich Wa­lid R.*

um die All­gäu­er Un­ter­welt. Täg­lich fuhr der Af­gha­ne durch die Re­gi­on und rei­nig­te Ka­nä­le. Ein mit­un­ter schmut­zi­ger Job, den der 31-Jäh­ri­ge aber flei­ßig und zu­ver­läs­sig mach­te und sich auch mit den Kol­le­gen gut ver­stand. Das be­stä­tigt ihm sein Ar­beit­ge­ber aus Kauf­beu­ren, die Fir­ma Dorr. An­fang Ok­to­ber muss­te sie plötz­lich auf die Ar­beits­kraft des Flücht­lings ver­zich­ten. „Von ei­nem Tag auf den an­de­ren ist uns ein Mann weg­ge­fal­len, den wir gut ge­brau­chen könn­ten“, sagt ei­ne Spre­che­rin des Un­ter­neh­mens. Die Aus­län­der­be­hör­de hat­te R. die Ar­beits­er­laub­nis ent­zo­gen, sei­ne Dul­dung in der Bun­des­re­pu­blik für be­en­det er­klärt.

Der Af­gha­ne lebt seit sie­ben Jah­ren in Deutsch­land. Nun ist er be­sorgt, dass er zu­rück nach Af­gha­nis­tan muss. In die­sen Ta­gen ganz be­son­ders. Am kom­men­den Di­ens­tag star­tet in Leip­zig der nächs­te Ab­schie­be­flie­ger nach Af­gha­nis­tan, in dem nach In­for­ma­tio­nen von Flücht­lings­hel­fern meh­re­re Per­so­nen aus Bay­ern sit­zen sol­len. Auch Wa­lid R.? ab­ge­scho­ben. „Ei­ne ab­so­lu­te Saue­rei“, schimpf­te da­mals Tan­ja Burk­hard, die Che­fin ei­nes Schwei­ße­rei­be­trie­bes in Kauf­beu­ren. Ei­nes Mor­gens war ihr Mit­ar­bei­ter Marof G. nicht zur Ar­beit er­schie­nen – weil er in der Nacht ab­ge­scho­ben wor­den war

Ei­ne bun­des­wei­te Dis­kus­si­on über den Wert von Flücht­lin­gen auf ei­nem leer ge­feg­ten Ar­beits­markt folg­te. Ein „Spur­wech­sel“wur­de ge­for­dert, ei­ne Art Be­vor­zu­gung von Flücht­lin­gen, die ei­ne Aus­bil­dung ma­chen oder ei­ne fes­te An­stel­lung ha­ben.

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