Gan­zes Dorf ist ab­ge­schnit­ten

Sper­rung La­wi­ne und Schnee­bruch: Stra­ßen nach Bal­der­schwang dicht

Allgäuer Zeitung (Kempter Tagblatt) - - Allgäu-rundschau - VON MICHA­EL MANG

Bal­der­schwang/Klein­wal­ser­tal Von der Au­ßen­welt ab­ge­schnit­ten sind 1300 Men­schen seit Sonn­tag­mor­gen in der Ober­all­gäu­er Ge­mein­de Bal­der­schwang. Zwi­schen dem Dorf und dem Orts­teil Gschwend kam es um 4 Uhr mor­gens zu ei­nem La­wi­nen­ab­gang.

Durch die Schnee­mas­sen wur­de die Kreis­stra­ße auf ei­ner Län­ge von 150 Me­tern ver­schüt­tet. Ver­letzt wur­de nie­mand und laut Po­li­zei ent­stand auch kein Sach­scha­den. Die ört­li­che La­wi­nen­kom­mis­si­on ent­schied, die Ver­bin­dung in die ös­ter­rei­chi­sche Nach­bar­ge­mein­de Hit­ti­sau zu sper­ren.

We­ni­ge St­un­den spä­ter muss­te auch der Ried­berg­pass ge­schlos­sen wer­den, nach­dem meh­re­re Bäu­me auf die Stra­ße ge­stürzt wa­ren und wei­te­re Stäm­me droh­ten, un­ter der Schnee­last zu bre­chen. So war auch die Ver­bin­dung nach Deutsch­land ge­kappt und Bal­der­schwang kom­plett ab­ge­schnit­ten. 40 Men­schen wur­den aus dem Ski­ge­biet Gras­geh­ren na­he der Pass­hö­he in Si­cher­heit ge­bracht. Bür­ger­meis­ter Kon­rad Ki­en­le bleibt den­noch ge­las­sen. „Dra­ma­tisch ist an­ders, der Win­ter zeigt halt sein Ge­sicht“, sagt der Rat­haus­chef. „Aber es hät­te nicht gleich der gan­ze Schnee auf ein­mal kom­men müs­sen.“Der Bal­der­schwan­ger Bür­ger­meis­ter stand ges­tern im Gäs­te­bü­ro auch den zahl­rei­chen Tou­ris­ten Re­de und Ant­wort, die gera­de in Bal­der­schwang ih­ren Ur­laub ver­brin­gen: „Schwie­rig ist es na­tür­lich für die Gäs­te, die am Sonn­tag ab- oder an­rei­sen woll­ten.“

Stra­ßen im Wal­ser­tal ge­sperrt

Die La­wi­nen­kom­mis­si­on tag­te in Bal­der­schwang ges­tern al­le zwei St­un­den. Be­vor die Stra­ße nach Hit­ti­sau wie­der ge­öff­net wird, müs­se mit dem Hub­schrau­ber an ge­fähr­de­ten Hän­gen ge­sprengt wer­den, sagt Ki­en­le. Das geht aber erst, wenn sich das Wet­ter bes­sert. Schnel­ler wie­der ge­öff­net wer­den kann vor­aus­sicht­lich der Ried­berg­pass: „So­bald man das Pro­blem mit den Bäu­men im Griff hat“, sagt Ki­en­le.

Ei­nen La­wi­nen­ab­gang hat es ges­tern auch im Klein­wal­ser­tal ge­ge­ben. Der Schnee rutsch­te in die Breitach, Häu­ser und Stra­ßen wa­ren nicht be­trof­fen. „Es war ei­ne Selbst­aus­lö­sung“, sagt Bür­ger­meis­ter An­di Haid. „Das zeigt, wie leicht die Hän­ge ab­rut­schen.“

Als Re­ak­ti­on wur­den am Sonn­tag­mit­tag die Lan­des­stra­ße nach Baad und die Wild­ental­stra­ße ge­sperrt – wie be­reits am ver­gan­ge­nen Mitt­woch. Die An­woh­ner re­agier­ten ver­ständ­nis­voll. „Es gab kei­ne Dis­kus­sio­nen“, sagt Haid. Die Ge­mein­de in­for­miert die Be­trof­fe­nen per Te­le­fon und E-Mail, auch ei­ne Whats-App-Grup­pe wur­de ein­ge­rich­tet. Im Wal­ser­tal war die La­wi­nen­kom­mis­si­on eben­falls schon früh in den Mor­gen­stun­den un­ter­wegs und führ­te klei­ne­re Spren­gun­gen selbst durch. Die­se ört­li­chen Gre­mi­en be­ra­ten Berg­bah­nen und Kom­mu­nen und emp­feh­len ge­ge­be­nen­falls Sper­run­gen.

Fo­to: Matthias Be­cker

Der Ober­all­gäu­er Ried­berg­pass wur­de ges­tern we­gen aku­ter La­wi­nen­ge­fahr ge­sperrt. Im Ski­ge­biet Gras­geh­ren wa­ren die Lif­te nicht in Be­trieb.

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