Fa­mi­li­en sind kein Spiel­ball

Allgäuer Zeitung (Marktoberdorfer Landbote) - - Bayern - VON ULI BACHMEIER jub@azv.de

E Es ist Wahl­kampf, da wird mit al­len Tricks ge­ar­bei­tet. Da kommt es oft nicht so sehr auf die Sa­che an, son­dern auf den Zeit­punkt. Die Sa­che ist schnell er­zählt. Die SPD will al­len Fa­mi­li­en hel­fen, in­dem Kin­der­be­treu­ung schritt­wei­se kos­ten­frei ge­stellt und mög­lichst schnell qua­li­ta­tiv ver­bes­sert wird. Die CSU will auch al­len Fa­mi­li­en hel­fen, aber in­dem sie ih­nen di­rekt mehr Geld zu­kom­men lässt, über des­sen Ver­wen­dung sie frei ent­schei­den kön­nen. Für die Ki­tas bleibt da dann nicht mehr so viel üb­rig. So weit, so be­kannt.

Wann der Streit aus­ge­tra­gen wird, be­stimmt in ei­nem Wahl­jahr al­ler­dings der Wahl­ter­min. Mi­nis­ter­prä­si­dent Sö­der hat­te es ei­lig mit sei­nem Fa­mi­li­en­geld. Die Emp­fän­ger soll­ten es auf dem Kon­to ha­ben, be­vor sie den Weg ins Wahl­lo­kal an­tre­ten. Die Gret­chen­fra­ge in dem ak­tu­el­len Streit ist nun, ob er da­bei die Rechts­la­ge im Bund be­wusst igno­riert hat, um die SPD, so­bald sie da­ge­gen auf­be­gehrt, als un­so­zi­al hin­stel­len zu kön­nen, oder ob die SPD ihn in das Di­lem­ma hat lau­fen las­sen, um es zeit­nah vor der Wahl ge­gen ihn zu ver­wen­den. Hier steht Aus­sa­ge ge­gen Aus­sa­ge.

Die Ge­lack­mei­er­ten sind in dem Fall aus­ge­rech­net die ärms­ten Fa­mi­li­en. Sie wis­sen jetzt nicht, woran sie sind. Ge­ra­de sie soll­ten aber kein Spiel­ball der Po­li­tik sein.

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