So wird das nichts, SPD!

Allgäuer Zeitung (Marktoberdorfer Landbote) - - Vorderseite - VON HEN­RY STERN re­dak­ti­[email protected]

In der Kunst, sich selbst im We­ge zu ste­hen, hat die Bay­ern-SPD gro­ße Er­fah­rung. In­so­fern ist es ein Fort­schritt, dass der Par­tei­tag auf ein Scher­ben­ge­richt auf of­fe­ner Büh­ne ver­zich­te­te – und mit Na­ta­scha Koh­nen die ein­zi­ge Ge­nos­sin, die den Par­tei­vor­sitz über­haupt ha­ben woll­te, be­stä­tig­te. Auf ei­nem gu­ten Weg sind die baye­ri­schen So­zi­al­de­mo­kra­ten des­halb aber noch lan­ge nicht. Wo genau will Koh­nen mit ih­rem staats­gläu­bi­gen Links­kurs denn neue Stim­men ho­len? Bei den rund 200 000 Wäh­lern, die zu CSU, Frei­en Wäh­lern und AfD ab­ge­wan­dert sind, dürf­te dies kaum ge­lin­gen.

Vie­le Ge­nos­sen schei­nen sich zu­dem wei­ter der Rea­li­tät der kra­chen­den Wahl­nie­der­la­ge zu ver­wei­gern: Nicht die SPD selbst hat ih­rer An­sicht nach den Ab­sturz ver­ur­sacht, der Wäh­ler war schuld – weil er nicht wert­schätzt, wie die SPD die Welt bes­ser macht. Mit Selbst­ge­rech­tig­keit wird die Bay­ern-SPD ih­ren Nie­der­gang aber ge­nau­so we­nig auf­hal­ten, wie mit all den Po­si­ti­ons­pa­pie­ren und Struk­tur-Kom­mis­sio­nen, mit de­nen sich der Par­tei­tag be­schäf­tig­te. So­lan­ge es der Par­tei ge­nügt, mit sich selbst im Rei­nen zu sein, wird sie das Tal der Trä­nen nicht ver­las­sen kön­nen.

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