De­non AH-D9200

Schon der AH-D7200 von De­non sorg­te bei sei­nem Test für be­geis­ter­te Oh­ren. Der AH-D9200 ist an­ge­tre­ten, den phä­no­me­na­len Ein­druck sei­nes Bru­ders zu über­tref­fen. Und so­viel sei ver­ra­ten: Es ge­lingt.

Audio Test - - Contents - Tho­mas Kir­sche

Sie ist schon be­ein­dru­ckend groß, die Box in wel­cher der De­non AH-D9200 zu uns kommt. Im In­ne­ren des ed­len Kas­tens fin­den wir den wie auf ei­nem Po­dest ru­hen­den Kopf­hö­rer. Da­zu gibt es ein 6,3-Mil­li­me­ter-klin­ken­ka­bel mit drei Me­ter Län­ge und ein 3,5-Mill­me­ter-klin­ken­ka­bel mit 1,3 Me­tern Län­ge, was zu­dem noch über ei­nen 6,3-Mil­li­me­ter-klin­ke­n­ad­ap­ter ver­fügt. Bei­de Ka­bel sind ex­trem hoch­wer­tig ver­ar­bei­tet, wo­bei das län­ge­re Ka­bel im ja­pa­ni­schen Werk von De­non ei­nem um­fang­rei­chen Test­pro­gramm un­ter­zo­gen wur­de. Dank sei­ner Ver­sil­be­rung über­trägt es Si­gna­le ex­trem rein und ba­lan­ciert ge­ra­de in den ho­hen Fre­quen­zen den Klang bes­tens aus.

Sitzt wie ei­ne zwei­te Haut

Ei­nes der wich­tigs­ten Kri­te­ri­en ei­nes Kopf­hö­rers ist der Sitz. Ge­ra­de Over-ears ha­ben meist drü­cken­den Kopf­bü­gel und der Trä­ger fängt häu­fig un­ter den Ohr­mu­scheln zu schwit­zen an. Bei dem neus­ten Zu­wachs in der De­non Ah-d-fa­mi­lie ist bei­des kein Pro­blem. Der AH-D9200 sitzt per­fekt. Selbst nach stun­den­lan­gem Tra­gen spü­ren wir ihn kaum. Da­für ist der ge­pols­ter­te Kopf­bü­gel ver­ant­wort­lich so­wie das ja­pa­ni­sche Kunst­le­der, das die Ohr­mu­scheln um­gibt. Wer nun fragt: Ist Kunst­le­der nicht gleich Kunst­le­der? Dem sei ge­ant­wor­tet: Ist es nicht. Ja­pa­ni­sches Kunst­le­der wird in der Kos­me­tik­in­dus­trie ver­wen­det, un­ter an­de­rem um et­wa Cre­mes zu tes­ten, da es der Ober­flä­che der mensch­li­chen Haut so ähn­lich ist. Nun kann sich je­der den­ken, wes­halb es ein­fach Spaß macht, den AH-D9200 zu tra­gen. Noch ein Wort zur Um­ge­bungs­ge­räusch­däm­mung: Wie be­reits beim AH-D7200 ist die­se auf ho­hem Ni­veau. Soll­te ne­ben­bei der Fern­se­her lau­fen oder ein Ge­spräch in nor­ma­ler Laut­stär­ke statt­fin­den, wird der Trä­ger oder die Trä­ge­rin da­von nichts hö­ren. Auf ak­ti­ves Noi­se-can­cel­ling wird je­doch zu­guns­ten der Wie­der­ga­be­qua­li­tät be­wusst ver­zich­tet.

Un­ter­schied zum AH-D7200

Nun stellt sich uns un­wei­ger­lich die Fra­ge, war­um der AHD9200 mehr als das Dop­pel­te des ak­tu­el­len Stra­ßen­prei­ses des AH-D7200 kos­tet. Gut wir ha­ben hier Bam­bus­scha­len statt Wal­nuss­holz, aber kos­tet das so­viel mehr? Wir fra­gen Yo­shi­na­ri Fu­kus­hi­ma. Er ent­wi­ckel­te bei De­non die­sen neu­en Kopf­hö­rer und bringt gleich ei­ne gan­ze Rei­he von Ar­gu­men­ten her­vor,

die die­sen Preis­sprung er­klä­ren. Da ist zu­nächst das Bam­bus­holz, was, um in die­se Scha­len­form ge­presst zu wer­den, auf­wen­dig ver­ar­bei­tet wer­den muss. Das al­lein dau­ert gut ein hal­bes Jahr. Bam­bus hat laut Yo­shi, wie er von sei­nen Kol­le­gen ge­nannt wird, qua­si die per­fek­ten Ei­gen­schaf­ten für ei­nen Kopf­hö­rer. Es ist leicht, ro­bust und da­bei fes­ter als et­wa Wal­nuss­holz. Auch weist es so gut wie kei­ne Ei­gen­vi­bra­tio­nen auf, wo­durch es ide­al sich ide­al für Kopf­hö­rer eig­net. Wei­ter­hin wird der Kopf­hö­rer aus­schließ­lich im Werk in Ja­pan per Hand zu­sam­men­ge­baut. Dort wer­den auch die an­de­ren High-end-pro­duk­te des Her­stel­lers mon­tiert. Wer mehr zum Her­stel­lungs­pro­zess die­ses Kopf­hö­rers er­fah­ren will, den emp­feh­len wir un­se­ren Be­richt „So ent­steht ein High-end-kopf­hö­rer“, den Sie in die­ser Ausgabe fin­den. Dar­über hin­aus ha­ben Yo­shi­na­ri Fu­kus­hi­ma und sein Team sehr viel For­schungs­ar­beit in den Kopf­hö­rer ge­steckt. Sie ha­ben sich mit Mu­si­kern und Ton­tech­ni­kern über­all auf der Welt zu­sam­men­ge­setzt und ge­fragt: „Wie muss der per­fek­te Kopf­hö­rer klingen?“Die Ant­wor­ten und An­re­gun­gen, die da­durch zu­stan­de ka­men, führ­ten schließ­lich zum AH-D9200. Da­bei sind die rein tech­ni­schen Da­ten fast iden­tisch mit de­nen des AH-D7200. Gut der 9200 wiegt et­was we­ni­ger als der Vor­gän­ger und schafft nun ma­xi­mal 56 khz statt 55 khz, doch dar­auf kommt es nicht an. Die neu­en De­non sind der bes­te Be­weis, dass tech­ni­sche Da­ten we­nig über Klang aus­sa­gen, denn der ist bei den AH-D9200 tat­säch­lich an­ders, als beim Vor­gän­ger.

In­fi­ni­ter Klang­him­mel

Schon der AH-D7200 führ­te uns in den Klang­him­mel. Doch wo­hin bringt uns dann der D9200? Was kommt nach dem Him­mel? Klar, das All! Wir hö­ren das Lied „Fra­gi­le“Ro­bert Len. Mit den ers­ten Tö­nen des Songs aus dem gleich­na­mi­gen Al­bum of­fen­bart sich uns ei­ne un­ge­wöhn­li­che Wei­te im Klang. Der Mul­ti­in­stru­men­ta­list, der hier al­le In­stru­men­te selbst spielt, nimmt uns mit auf ei­ne Rei­se. Die Trom­pe­ten, die Flü­gel­hör­ner al­les fügt sich per­fekt zu­sam­men. Es ist dank der AH-D9200 ein ful­mi­nan­tes Er­leb­nis der Hd-mas­ter-da­tei zu­zu­hö­ren. Al­les ist aus­ba­lan­ciert bis in die feins­ten Spit­zen des Halls. Je­des In­stru­ment, je­der Sai­ten­an­schlag ist ein­zeln und in sei­ner Ge­samt­heit hör­bar. Da­zu ge­sellt sich ei­ne per­fek­te Aus­ge­wo­gen­heit des Klan­ges in wirk­lich je­der Fre­quenz.

Auch bei den vie­len an­de­ren Lie­dern nebst ei­ni­gen Hör­spie­len, die wir wäh­rend un­se­res 14-tä­gi­gen Tests an­hör­ten, ist es ge­nau das Glei­che. Der De­non AH-D9200 holt ein­fach das Ma­xi­mum aus je­dem Ton und sei er auch noch so lei­se. Zeich­net sich der AH-D7200 von De­non durch sei­nen de­tail­rei­chen und war­men Klang aus, so ist der 9200 noch ein Tick mehr von al­lem. Et­was wei­ter, noch trans­pa­ren­ter und ge­nau­er in der Wie­der­ga­be. Die Leich­tig­keit, mit der er al­les wie­der­gibt, er­in­nert da­bei mehr an ei­nen of­fe­nen Kopf­hö­rer, denn an ei­nen ge­schlos­se­nen. Wer den per­fek­ten Kopf­hö­rer sucht, der zwei­fel­los muss beim De­non AH-D9200 lan­den. Un­ser heim­li­ches High­light die­ser Ausgabe und ei­ne per­sön­li­che Emp­feh­lung aus der Re­dak­ti­on.

Das Ka­bel ist wech­sel­bar, es kön­nen auch sym­me­trisch ge­schal­te­te An­trie­be mit dem De­non AH-D9200 ver­wen­det wer­den

Edel ruht der De­non AH-D9200 in sei­ner Ver­pa­ckung. Sie dient auch als zen­tra­le Auf­be­wah­rungs­box des Schmuck­stücks

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