Knap­pe Mehr­heit für die Kanz­le­rin

Wahl Vie­le Ab­ge­ord­ne­te aus dem Gro­ko-la­ger ver­wei­gern ihr die Stim­me

Augsburger Allgemeine (Ausgabe Stadt) - - Erste Seite - VON MAR­TIN FER­BER

Berlin 171 Ta­ge nach der Bun­des­tags­wahl hat Deutsch­land wie­der ei­ne re­gu­lä­re Re­gie­rung. Nach dem bis­her längs­ten Rin­gen um ei­ne Ko­ali­ti­on in der Ge­schich­te der Bun­des­re­pu­blik wur­den An­ge­la Mer­kel und ihr neu­es Ka­bi­nett ges­tern ver­ei­digt. Für Mer­kel wur­de die vier­te Wahl zur Kanz­le­rin ei­ne Zit­ter­par­tie. Ob­wohl die drei Re­gie­rungs­par­tei­en 399 Ab­ge­ord­ne­te ha­ben, er- hielt die Cdu-che­fin nur 364 Stim­men – ge­ra­de ein­mal neun mehr, als für die Kanz­ler­mehr­heit von 355 Stim­men nö­tig war. Die Op­po­si­ti­on sprach von ei­nem „Fehl­start“oder so­gar ei­ner „Klat­sche“. Uni­ons­frak­ti­ons­vi­ze Ge­org Nüß­lein (CSU) sprach ge­gen­über un­se­rer Zei­tung von ei­nem „ehr­li­chen Er­geb­nis“.

Bun­des­prä­si­dent Frank-wal­ter St­ein­mei­er ap­pel­lier­te an die klei­ner ge­wor­de­ne Gro­ße Ko­ali­ti­on, ver­lo­re­nes Ver­trau­en der Bür­ger rasch wie- der­zu­ge­win­nen. Die neue Re­gie­rung müs­se sich den all­täg­li­chen Pro­ble­men der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger wid­men, es gel­te, „ge­nau hin­zu­hö­ren und hin­zu­schau­en“, wo Ge­wiss­hei­ten ge­schwun­den sei­en und das Le­ben schwie­ri­ger ge­wor­den sei.

Im Kommentar be­wer­tet Bern­hard Junginger Mer­kels wa­cke­li­gen Neu­start. In der Po­li­tik er­fah­ren Sie mehr über den Tag, an dem Deutsch­land wie­der ei­ne Re­gie­rung be­kam.

Fo­tos: dpa

2005 bis 2018: An­ge­la Mer­kel nach ih­ren vier Wah­len zur Kanz­le­rin (von links oben, im Uhr­zei­ger­sinn).

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