Der Min­ki Kri­mi

Pro­zess Das Gr­ab ei­ner Kurz­haar­kat­ze in Mön­chen­glad­bach er­hitzt die Ge­mü­ter. Nun muss sich ein Ge­richt mit dem The­ma be­fas­sen. So­gar ei­ne Ex­hu­mie­rung steht im Raum

Augsburger Allgemeine (Ausgabe Stadt) - - Panorama -

Mön­chen­glad­bach Min­ki hat­te nach al­lem, was man weiß, ein gu­tes Leben: Sie war kräf­tig und ein Fa­mi­li­en­mit­glied. Als die Kurz­haar­kat­ze nach zwölf Jah­ren starb, wur­de sie da­her nicht ein­fach be­sei­tigt, son­dern wür­de­voll be­stat­tet – und da­mit fin­gen die Pro­ble­me an.

Frei­tag­nach­mit­tag, das Amts­ge­richt in Mön­chen­glad­bach. Er­schie­nen sind die Tier­fried­hof-be­trei­be­rin Mo­ni­ka Lud­wig mit ih­rer An­wäl­tin – und ein An­walt von Min­kis eins­ti­gem Be­sit­zer. Min­kis Gr­ab – sei­ne Aus­ge­stal­tung – hat bei­de Par­tei­en so sehr ent­zweit, dass sie sich nun vor Ge­richt tref­fen. Min­ki war im ver­gan­ge­nen Jahr be­gra­ben wor­den, in An­we­sen­heit ih­res Be­sit­zers, der an dem Ge­richts­ter­min nicht teil­nimmt, und der Be­trei­be­rin Mo­ni­ka Lud­wig. Die La­ge es­ka­liert, als Lud­wig spä­ter das end­gül­ti­ge Gr­ab ein­fasst.

Der Be­sit­zer wirft ihr nach An­ga­ben sei­nes An­walts Tors­ten F. Bart­hel vor, die Gr­ab­gren­ze viel en­ger ge­zo­gen zu ha­ben als ver­ein­bart. „Da­durch liegt die Kat­ze jetzt nur noch zur Hälf­te in ih­rem Gr­ab und zur an­de­ren Hälf­te mit ih­ren Ex­tre­mi­tä­ten au­ßer­halb“, sagt Bart­hel. Die Be­gren­zungs­stei­ne ver­lie­fen nun di­rekt über dem Herz der Kat­ze. „Das hält mein Man­dant für un­wür­dig“, sagt Bart­hel.

Die kla­re For­de­rung: Das Gr­ab muss ver­grö­ßert wer­den. Mo­ni­ka Lud­wig und ih­re An­wäl­tin hal­ten da­ge­gen: Die Grö­ße des Gr­a­bes sei min­des­tens so wie ver­ein­bart. Und: „Ich sa­ge, die Kat­ze liegt im Gr­ab“, be­kräf­tigt Lud­wig. Seit knapp sechs Jah­ren ge­be es den Fried­hof. „Ich möch­te fast sa­gen, al­le mei­ne Kun­den sind zu­frie­den“, sagt Lud­wig.

Rich­te­rin Mi­ri­am Pels ist sicht­lich be­müht, den Zank so zu be­frie­den, dass die emo­tio­na­len Wun­den nicht zu groß wer­den. Sie hal­te 50 mal 40 Zen­ti­me­ter für ei­ne Kat­ze für aus­rei­chend und nach La­ge der Din­ge sei nicht be­wie­sen, dass et­was an­de­res ver­ein­bart wor­den sei. „Das be­haup­tet der Klä­ger, aber es gibt da­für kei­nen Be­weis.“Viel wich­ti­ger ist da­her nun die Fra­ge, wo Min­kis Über­res­te ge­nau in dem Gr­ab lie­gen. Sind Min­kis Pföt­chen noch hin­ter der St­ei­num­ran­dung oder nicht? Das Wort Ex­hu­mie­rung steht im Raum. Aber: Viel se­hen wür­de man wohl nicht mehr, sagt Klä­ger­an­walt Bart­hel. „Die Tie­re wer­den oh­ne Sarg be­stat­tet“, er­läu­tert er.

Sei­nen Man­dan­ten ver­tei­digt er. „Man­che nen­nen das ei­nen ,ir­ren‘ Pro­zess. Aber so ir­re ist das gar nicht.“Der Mann le­be in nor­ma­len Ver­hält­nis­sen, sei be­ruf­lich er­folg­reich, ha­be Frau und Kind. „Er ist kein Spin­ner.“Die Kla­ge des Kat­zen­be­sit­zers wird ab­ge­wie­sen, aber zu En­de ist das The­ma da­mit noch nicht. Es be­steht noch die Mög­lich­keit, Ein­spruch ein­zu­le­gen: „Das heißt, die gan­ze Ge­schich­te wür­de dann eben noch mal von vor­ne an­fan­gen“, sagt Bart­hels.

Fo­to: Chris­to­phe Ga­teau, dpa

Als Min­ki starb, hat­te ihr Be­sit­zer ihr Gr­ab lie­be­voll ge­schmückt und ein­ge­fasst. Doch liegt die Kat­ze über­haupt kom­plett in­ner halb des Gr­a­bes?

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