Der Stadt­rat ringt um den Kli­ma­schutz

Meh­re­re Stadt­rä­te wer­fen den Grü­nen vor, nicht ent­schie­den ge­nug vor­zu­ge­hen. Um­welt­re­fe­rent Rei­ner Er­ben sagt, man sei auf dem rich­ti­gen Weg, müs­se aber noch ent­schlos­se­ner wer­den

Augsburger Allgemeine (Ausgabe Stadt) - - Augsburg -

tue. „Sie und Ih­re Par­tei ha­ben ver­sagt“, sag­te et­wa Ro­land Weg­ner (V-par­tei) in Rich­tung von Er­ben. Die Stadt­wer­ke hät­ten noch im­mer Koh­le­strom im Ener­gie­mix. Das pas­se nicht in die Zeit. Ödp-stadt­rat Chris­ti­an Pet­tin­ger sag­te, die Stadt ha­be noch viel Ar­beit vor sich.

An­ge­sto­ßen hat­te die De­bat­te Bru­no Mar­con (Augs­burg in Bür­ger­hand), der meh­re­re An­trä­ge stell­te. Ne­ben ei­nem Ver­zicht der Stadt­wer­ke auf Koh­le­strom und dem Ein­satz de­zen­tra­ler Strom­er­zeu­gung über Block­heiz­kraft­wer­ke for­dert Mar­con ei­ne So­larof­fen­si­ve und die Aus­ru­fung des Kli­ma­not­stands für Augs­burg.

Er­ben ent­geg­ne­te, dass die Stadt be­reits ei­ne So­larof­fen­si­ve am Lau­fen ha­be, um die Ener­gie­men­ge zu stei­gern. Auch bei ei­ge­nen Ge­bäu­den wie dem Um­welt­bil­dungs­zen­trum oder den neu­en Wert­stoff­hö­fen ha­be man das The­ma be­rück­sich­tigt. Um den Ener­gie­ver­brauch bei Häu­sern zu sen­ken, bie­te man Ei­gen­tü­mern ei­ne Vor-ort-be­ra­tung

mit der Ener­gie­ka­ra­wa­ne an. „Das al­les ist nicht aus­rei­chend“, gab Er­ben zu, „aber wenn man be­haup­tet, dass wir nichts tun, ist das falsch.“Er­ben hat­te vor Kur­zem bei der Vor­stel­lung des Kli­ma­schutz­be­richts 2020 an­ge­kün­digt, dass es in der Fort­schrei­bung im kom­men­den Jahr, bei der tur­nus­ge­mäß neue Maß­nah­men über­dacht wer­den sol­len, wei­te­re Be­mü­hun­gen für den Kli­ma­schutz ge­ben müs­se. „Die Stadt tut schon sehr viel, aber es nicht ge­nug“, sag­te auch Grü­nen­frak­ti­ons­chef Pe­ter Rau­scher.

Die Stadt ste­he zum Kli­ma­schutz, sag­te Ober­bür­ger­meis­te­rin Eva We­ber (CSU). Sie be­kräf­tig­te auch, dass die Stadt einst­wei­len kei­ne wei­te­ren Be­mü­hun­gen un­ter­neh­men wer­de, um das Kli­ma­camp auf­zu­lö­sen. Wie be­rich­tet sah die Stadt die Merk­ma­le ei­ner De­mons­tra­ti­on nicht mehr er­füllt und woll­te das Camp räu­men. In ei­nem Eil­ver­fah­ren vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt gin­gen die Ak­ti­vis­ten er­folg­reich ge­gen den Be­scheid vor. Die Stadt will nun das Haupt­sa­che­ver­fah­ren

im Herbst aber kei­ne Be­schwer­de Eil­ent­schei­dung ein­le­gen.

Mehr­heit­lich nah­men die Stadt­rä­te den Kli­ma­schutz­be­richt 2020 zur Kennt­nis. Ei­ni­gen Stadt­rä­ten ge­hen die Be­mü­hun­gen nicht weit ge­nug, an­de­ren hin­ge­gen zu weit. Ge­gen­stim­men ka­men von Augs­burg in Bür­ger­hand, V-par­tei, der Sa­ti­re­par­tei Die Par­tei und der AFD. Auch der Kli­ma­not­stand für Augs­burg wird nicht aus­ge­ru­fen.

Meh­re­re Städ­te in Deutsch­land ha­ben sich die­sen Sta­tus ge­ge­ben, der al­ler­dings kei­ne kon­kre­ten Aus­wir­kun­gen hat. Der Stadt­rat ent­schied sich im ver­gan­ge­nen Jahr da­ge­gen. Der Be­griff sug­ge­rie­re, dass man nichts tun kön­ne, da­bei sei man auf dem rich­ti­gen Weg, so Er­ben. Zu­dem woll­te der Stadt­rat kei­ne Sym­bol­po­li­tik be­trei­ben. Der da­ma­li­ge Be­schluss bleibt be­ste­hen. So­zi­al­frak­ti­on, ÖDP, Augs­burg in Bür­ger­hand, V-par­tei und Die Par­tei schei­ter­ten in der Ab­stim­mung über ei­ne Auf­he­bung die­ses Be­schlus­ses. ab­war­ten, ge­gen die

Fo­to: Micha­el Hoch­ge­muth

Mit dem Kli­ma­camp for­dern Ak­ti­vis­ten ne­ben dem Rat­haus mehr Ein­satz für den Um­welt­schutz.

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