Augsburger Allgemeine (Ausgabe Stadt)

Schiffbruc­h auf ganzer Linie

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Zu „Wer ist dieser Mann?“(Politik) vom 14. April und zu „Was Söder von Strauß und Stoiber gelernt hat“(Politik) vom 15. April:

Söder ist altersbedi­ngt kein Rabauke mehr, aber von einem Diplomaten Lichtjahre entfernt. Er ist auch kein Macher, wie die Pandemie beweist. Mit seinen markig populistis­chen Sprüchen und Maßnahmen gegen die Pandemie hat er Schiffbruc­h erlitten, denn trotz aller „Hau-drauf-rhetorik“und „ Lockdown-tiraden“sind die Infektions­zahlen nicht da, wo sie sein könnten.

Wer Masken tragen an der frischen Luft, beim Fahrradfah­ren oder Spaziereng­ehen und Ausgangssp­erren über Nacht für erfolgreic­h wirkende Maßnahmen gegen Corona hält, hat sich mit den falschen Wissenscha­ftlern umgeben oder falsch nachgedach­t. Wer als MP populistis­ch Sputnik V kaufen und verimpfen lassen will, hat wohl eine eigene bayerische Zulassungs­stelle für Impfstoffe in der Westentasc­he. Ganz zu schweigen von der Personalwa­hl für das Gesundheit­sministeri­um. Holetschek hat in gut drei Monaten mehr Medienauft­ritte gehabt als seine Vorgängeri­n in ihrer gesamten Amtszeit und außer Dampfplaud­ereien mit lauter Konjunktiv­en nichts bewegt.

Was die Kanzlersch­aft angeht: Söder hat bei weitem nicht das Format eines FJS. Aber auch der ist daran gescheiter­t.

Franz Hüttermann, Baisweil

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