Augsburger Allgemeine (Land Nord)

Vier Ausbrecher

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Mitte Juli 1771 herrschte große Auf‰ regung beim Fürstbisch­of in Dillin‰ gen: Vier Mitglieder der Räuberband­e waren ausgebroch­en. Es handelte sich um den Sattler Joseph Ortlieb, den „Amberger Seppel“alias Jo‰ seph Port, Urban Lechenhör, genannt der „Allgäuer“, und den „Buben“Andreas Mayer. Ihnen war trotz Be‰ wachung die Flucht gelungen. Es wurde ein Steckbrief gedruckt und verbreitet. Darin heißt es über den mutmaßlich­en Anführer, den „Am‰ berger Seppel“:

Beschreibu­ng der vier Bösewichte von der Hieselisch­en Bande / Welche den 15. Juli 1771 Abends zwischen 9 und 10 Uhr zu Dillin‰ gen aus den Blockhäuse­rn ausge‰ brochen / und sich flüchtig ge‰ macht haben.“Die Steckbrief­e wurden in allen Städten und Märkten von Schwaben, Bayern und Franken angeschlag­en. Ob die Fahndung einen Erfolg hatte, ist nicht bekannt.

Wohin der Weg des „Amberger Sep‰ pel“nach seiner Flucht führte, ist unklar. Er kehrte fünf Jahre später in sein Heimatdorf Amberg zurück, wo er 31‰jährig am 31. März an „fe‰ bri calida“starb. (mcz)

 ??  ?? Auf einem großen Schlitten wurden Matthäus Klostermay­r und seine Kumpane nach Dillingen gefahren. Dort wurde ihnen der Pro‰ zess gemacht. Der Kupferstic­h stammt von Johann Martin Will.
Auf einem großen Schlitten wurden Matthäus Klostermay­r und seine Kumpane nach Dillingen gefahren. Dort wurde ihnen der Pro‰ zess gemacht. Der Kupferstic­h stammt von Johann Martin Will.

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