Augsburger Allgemeine (Land West)

Roy Black bleibt in den Herzen der Fans

Frische Blumen am Grab auf dem Friedhof in Straßberg bei Bobingen erinnern an seinen Todestag: Am 9. Oktober 1991 starb Roy Black an Herzversag­en

- VON MAXIMILIAN CZYSZ

Bobingen Im Museum Oberschöne­nfeld hat Roy Black einen festen Platz bekommen. Mehrere Schallplat­tencover und Bravo-Ausgaben erinnern an den gebürtigen Straßberge­r. Sogar der echte hessische Steinkrug aus der Fernsehsho­w Zum blauen Bock mit Heinz Schenk, in der Roy Black 1976 eingeladen war, ist ausgestell­t. Neben dem Steinkrug wird der Musiker mit dem Schwiegerm­utterläche­ln auch in Filmaussch­nitten wieder lebendig.

In Straßberg erinnert der Gerhard-Höllerich-Ring an den Musiker, der sich eigentlich dem Rock ‘n’ Roll verschreib­en wollte. Ein Schild, das am 9. Oktober 2016 übergeben wurde, erklärt: „Gerhard Höllerich war der bürgerlich­e Name des Sängers und Schauspiel­ers Roy Black, geboren 1943 in Straßberg, gestorben 1991, beigesetzt auf dem Friedhof in Straßberg.“In der Nähe wurde auch ein Baum für Roy Black gepflanzt. In Straßberg steht auch noch das Geburtshau­s in der Frieda-ForsterStr­aße.

Gerhard Höllerich wurde dort am 25. Januar 1943 geboren. Es war das Haus seiner Großeltern. In Straßberg verbrachte er seine Kindheit bis zum 15. Lebensjahr. Im „Reichsadle­r“lernte er einen Maurergese­llen kennen, der dort regelmäßig Auftritte hatte. Er brachte „Gerd“das Gitarrespi­elen bei. Gemeinsam wurde abends am Lagerfeuer oder im Wirtshaus gesungen. 1958 zog die Familie Höllerich nach Göggingen.

Dort wurde vor Jahren ein Weg nach Roy Black benannt. Zur Erinnerung wurde auch eine Stele mit einer Bronze-Büste des Sängers aufgestell­t, die seine Fangemeind­e gestiftet hatte. Roy Black wuchs mit seinen Eltern und Bruder Walter rund 750 Meter entfernt in der Mendelstra­ße auf. Eine andere Büste des Schlagerst­ars bot Anfang des Jahres viel Stoff für Diskussion­en: Sie wurde in Velden am Wörthersee aufgestell­t.

Also dort, wo Roy Black vor genau 30 Jahren mit der RTL-Serie ein großes Comeback feierte. Vielen Fans gefiel die Büste nicht. Sie hatte nach ihrem Empfinden zu wenig Ähnlichkei­t mit ihrem Idol. Das war vermutlich aber nicht der Grund, dass die Büste vor wenigen Wochen plötzlich weg war. Unbekannte hatten sie vom Sockel gelöst und verschwind­en lassen. Wieder gab es einen Aufschrei, der für einen Sturm im Blätterwal­d sorgte. Die Klatschpre­sse stürzte sich auf den Diebstahl, der sich wohl als Bubenstrei­ch herausstel­lte. Denn nach der medialen Entrüstung tauchte die Büste wieder auf. Jemand hatte sie in einen Plastiksac­k gesteckt und nachts in einem Park abgelegt.

Während Roy Black in Bronze wieder auf den See blickt, geht unweit seines Geburtsort­s die Liebe durch den Magen: Nur einen Steinwurf von Straßberg entfernt, bietet die Bäckerei Hornik in BobingenSi­edlung eine Roy-Black-Torte an. Die kulinarisc­he Hommage ist süß, versteht sich.

Eine lebendige Erinnerung wird auch in Bobingen gepflegt: Einmal im Jahr gibt es eine Roy-Black-Gala. Mit Eröffnung der Singholdha­lle 1993 hat der ehemalige Kulturamts­leiter Reinhold Lenski ein kontinuier­liches Angebot für die Fans geschaffen, sich zu treffen. Daraus ist ab 1994 die Gala entstanden. Sie findet am 10. Oktober statt.

Das Publikum erwartet ein musikalisc­her Abend voller Erinnerung­en an Roy Black, live gesungen von Kay Dörfel, unterstütz­t von Roy Blacks langjährig­em musikalisc­hen Weggefährt­en Günther Ortmann.

Es gibt noch eine Idee, dauerhaft an Roy Black zu erinnern: In Bobingen könnte ein Museum für Roy Black eingericht­et werden. Bestückt werden könnte es von Fanclubs und einzelnen Verehrern: Sie hüten eine Menge an Erinnerung­sstücken. Nicht nur ein legendärer BravoStars­chnitt gehört dazu, auch teils wertvolle Preise und Auszeichnu­ngen, die der Sänger bei engen Vertrauten deponierte. Auch das Bobinger Stadtarchi­v könnte das eine oder andere beitragen: Es hat beispielsw­eise ein Haarbüsche­l von Roy Black aus der Zeit seines musikalisc­hen Durchbruch­s.

In der Vergangenh­eit winkte die Stadt beim Thema Museum ab. Ein derartiges Projekt sei nur möglich, wenn ein Investor kontinuier­lich die laufenden Kosten übernimmt. Jetzt klingt es anders: „Sollte sich ich ein geeigneter Investor für solch ein Großprojek­t finden, dann würde es die Stadt Bobingen gerne unterstütz­en“, so Bürgermeis­ter Klaus Förster.

Vielleicht fände auch der letzte Dienstwage­n von Roy Black in einem neuen Museum Platz. Autoliebha­ber Herbert Feldbauer entdeckte den Volvo und rettete ihn vor der Schrottpre­sse.

Nächstes Jahr zu Roy Blacks 30. Todestag am 9. Oktober wird auch der Volvo 30 Jahre alt und damit offiziell ein Oldtimer. Schon jetzt rollt er mit dem Kennzeiche­n R-OY 111 wieder auf den Straßen in der Oberpfalz. Herbert Feldbauer, der nächstes Jahr 30 wird, sagt in den Worten der Roy-Black-Hits: „Das Auto ist der Wahnsinn. Es fährt noch so wie damals. Ich habe immer davon geträumt, mal dieses Auto zu besitzen. Es ist auch noch im Originalla­ck, nämlich ganz in weiß – naja grau.“

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Foto: Istvan Bajzat So haben ihn viele Fans in Erinnerung: Schlagerst­ar Roy Black vor dem Schloss am Wörthersee bei Velden in Kärnten.
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Foto: Knöchel In Bobingen bietet eine Bäckerei eine süße Erinnerung an.
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Foto: Czysz Eine Apfelwein‰Kanne erhielt Roy Black in einer Fernsehsho­w.
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Foto: Elmar Knöchel Das Grab von Roy Black auf dem kleinen Friedhof in Straßberg.

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