Augsburger Allgemeine (Land West)

Man muss heut­zu­ta­ge kein Fleisch mehr es­sen

- Meat · Food · Germany

Zum Ar­ti­kel „Metz­ge­rei wird wie­der Op‰ fer von Atta­cken“vom 8. Ok­to­ber: Van­da­lis­mus ist na­tür­lich in kei­nem Kon­text okay, da es ei­nen sach­li­chen Dia­log von vorn­her­ein aus­schließt. Was mich an dem Ar­ti­kel je­doch stört, ist die Aus­sa­ge der Metz­ge­rin, man sol­le die Leu­te ihr Fleisch es­sen las­sen. Denn in der heu­ti­gen Ge­sell­schaft und vor al­lem in Deutsch­land Fleisch zu kon­su­mie­ren, ist schlicht­weg un­nö­tig. Die Fleisch­pro­duk­ti­on ist ei­ne längst über­hol­te und zu­dem so­zi­al so­wie ethisch und öko­lo­gisch pro­ble­ma­ti­sche Bran­che, die auf Aus­beu­tung und Tö­tung an­de­rer Le­be­we­sen be­ruht. Ein Fa­mi­li­en­ge­schäft ist nicht mit Tön­nies ver­gleich­bar, den­noch be­ruht es auf dem glei­chen Prin­zip. Ich emp­fin­de den Ar­ti­kel als ein Gut­re­den des Fleisch­kon­sums, ei­ne Ver­harm­lo­sung der Pro­ble­ma­tik durch Le­gi­ti­mie­rung, sein Geld mit dem Tö­ten von Tie­ren zu ver­die­nen, in­dem man sich auf ein Bei­spiel ei­ner ar­men Metz­ge­rin fo­kus­siert, die ja so stolz auf ih­re Ar­beit ist und von Ve­ga­nern und Ve­ga­ne­rin­nen an­ge­grif­fen wird.

Fe­li­ci­tas Hock, Kis­sing

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