Augsburger Allgemeine (Land West)

Kut­zen­hau­sen er­höht die Steu­ern

Ge­mein­de­rats­sit­zung Die Fest­set­zung der Sät­ze für Ge­wer­be­be­trie­be und Grund­stücks­ei­gen­tü­mer ent­facht im Gre­mi­um ei­ne leb­haf­te Dis­kus­si­on. Am En­de gab es nur ei­ne Ge­gen­stim­me

- VON SIEG­FRIED P. RUPP­RECHT Taxes · Property Tax · Business · FC Bayern Munich · Bavaria · Freie Wähler · Alliance '90/The Greens · The Greens · Kutzenhausen

Kut­zen­hau­sen Die He­be­sät­ze sind ein we­sent­li­ches In­stru­ment, mit dem Ge­mein­den die Hö­he der Grund­steu­er A und B so­wie der Ge­wer­be­steu­er in­di­vi­du­ell re­geln kön­nen. Aus die­sem Grund kommt ih­nen ei­ne zen­tra­le Rol­le bei der wirt­schafts­po­li­ti­schen Aus­rich­tung zu. Nicht an­ders in Kut­zen­hau­sen. Dort ent­schied sich der Ge­mein­de­rat in sei­ner jüngs­ten Sit­zung für ei­ne ge­ring­fü­gi­ge Er­hö­hung. Dies hat­te auch mit der klam­men Kas­se der Kom­mu­ne zu tun.

Be­reits bei den Be­ra­tun­gen für den Haus­halt 2020 wur­de über die An­he­bung der He­be­sät­ze dis­ku­tiert. Sie war an­ge­dacht, wur­de aber auf­grund der Co­ro­na-Pan­de­mie von den Ge­mein­de­rats­mit­glie­dern nicht be­schlos­sen. Schon da­mals hat­te sich her­aus­ge­stellt, dass der Ver­wal­tungs­haus­halt und die Ein­nah­men­si­tua­ti­on der Ge­mein­de drin­gend ver­bes­sert wer­den müs­sen. Dies wur­de nach­drück­lich im Be­richt der über­ört­li­chen Rech­nungs­prü­fung so­wie bei der letz­ten Ge­neh­mi­gung des Haus­halts drin­gend emp­foh­len.

Die Ver­wal­tung reg­te des­halb noch­mals an, die He­be­sät­ze mit ei­ner ent­spre­chen­den Sat­zung ab 2021 an­zu­he­ben. Bis­lang la­gen die He­be­sät­ze in Kut­zen­hau­sen bei der Grund­steu­er A und B bei 330 Pro­zent, bei der Ge­wer­be­steu­er bei 315 Pro­zent. Da­mit lag die Kom­mu­ne je­weils un­ter den Durch­schnitts­wer­ten in Bay­ern.

Der Ge­mein­de­rat Ralph Kra­mer (Freie Wäh­ler Kut­zen­hau­sen) be­kun­de­te sei­ne Ab­leh­nung. Be­vor ei­ne Er­hö­hung der He­be­sät­ze an­ge­spro­chen wer­de, müs­se die Ge­mein­de zu­erst al­le mög­li­chen Ein­spar­po­ten­zia­le aus­schöp­fen, for­der­te er. Bür­ger­meis­ter Andre­as Wei­ßen­brun­ner ent­geg­ne­te, dass ei­ne Er­hö­hung „bit­ter, bit­ter not­wen­dig“sei.

Sie hät­te schon vor sechs, acht Jah­ren durch­ge­führt wer­den müs­sen. Franz Bos­sek (Bünd­nis 90/Die Grü­nen) hat­te für Kra­mers Ein­wand kein Ver­ständ­nis. Es ge­he nicht an, ge­meind­li­che Leis­tun­gen im­mer mehr her­un­ter­zu­fah­ren und ein­zu­spa­ren. Aber auch Ein­nah­men sei­en für ei­ne Kom­mu­ne le­bens­not­wen­dig. Rupert Ku­gel­brey (Un­ab­hän­gi­ge Ge­samt­ge­mein­de) ver­wies in die­sem Zu­sam­men­hang auf die an­ste­hen­den gro­ßen ge­meind­li­chen In­ves­ti­tio­nen, aber auch auf die For­de­rung der über­ört­li­chen Rech­nungs­prü­fung. Ei­ne ge­ring­fü­gi­ge Er­hö­hung der He­be­sät­ze sei ge­recht, um Groß­pro­jek­te und Auf­ga­ben in 2021 nicht zu hem­men. Sein Par­tei­kol­le­ge Jo­han­nes Spatz schloss sich dem an.

Ge­org Rapp (Freie Wäh­ler­schaft Kut­zen­hau­sen) er­in­ner­te dar­über hin­aus an das ma­ro­de Ka­nal­sys­tem. Hier sei­en mo­men­tan kei­ne Rück­la­gen vor­han­den. „Mit der Er­hö­hung der He­be­sät­ze wer­den wir un­se­re Pro­ble­me nicht lö­sen, son­dern nur schö­nen“, ur­teil­te er. Am En­de ent­schied sich der Ge­mein­de­rat, dem Vor­schlag der Ver­wal­tung zu fol­gen. So­mit wer­den ab dem kom­men­den Jahr die He­be­sät­ze für Grund­steu­er A und B auf 350 Pro­zent, die Ge­wer­be­steu­er auf 330 Pro­zent an­ge­ho­ben. Nur Ralph Kra­mer vo­tier­te da­ge­gen.

 ?? Fo­to: Sieg­fried P. Rupp­recht ?? Die Ge­mein­de Kut­zen­hau­sen er­hebt ab 2021 ei­ne hö­he­re Ge­wer­be­steu­er so­wie Grund­steu­er A und B. Letz­te­re gilt für je­den nicht land­wirt­schaft­li­chen Grund und Bo­den, der be­baut wer­den kann.
Fo­to: Sieg­fried P. Rupp­recht Die Ge­mein­de Kut­zen­hau­sen er­hebt ab 2021 ei­ne hö­he­re Ge­wer­be­steu­er so­wie Grund­steu­er A und B. Letz­te­re gilt für je­den nicht land­wirt­schaft­li­chen Grund und Bo­den, der be­baut wer­den kann.

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