Le­cke­rei

Frucht­auf­strich ganz leicht selbst­ge­macht

Auszeit - - Anzeige - FRANCES SCHLESIER

Für vie­le ist es wie ein Ri­tu­al: Wenn das gan­ze Haus nach fri­schen Bröt­chen und Kaf­fee duf­tet und sich die Fa­mi­lie am Früh­stücks­tisch ver­sam­meln, darf ei­ne nicht feh­len: Die Mar­me­la­de, die klei­ne Sü­ße, die an sich schon völ­lig ge­nügt oder aber zu­min­dest den krö­nen­den Ab­schluss beim Ver­zehr der luf­ti­gen Teig­lin­ge bil­det. Da­bei gibt es für je­den Ge­schmack den pas­sen­den Auf­strich, denn die Tüft­ler un­ter den Gour­mets las­sen kaum et­was un­ver­sucht, um neue Kom­po­si­tio­nen zu ent­wi­ckeln. Das zeigt sich auch im Su­per­markt­re­gal, des­sen rie­si­ge Aus­wahl den Su­chen­den mit 15 ver­schie­de­nen Erd­beer­mar­me­la­den schon­mal über­for­dern kann.

Doch war­um ma­chen wir uns un­se­re Mar­me­la­de nicht ein­fach mal selbst? Wer­den krea­tiv und kom­po­nie­ren ei­nen fruch­tig-sü­ßen Auf­strich ganz nach un­se­ren ei­ge­nen Wünschen? Ob ganz klas­sisch nach dem Re­zept der ei­ge­nen Groß­mut­ter, für die es noch selbst­ver­ständ­lich war, selbst zum Koch­topf zu grei­fen, oder ex­pe­ri­men­tell mit mög­lichst ge­gen­sätz­li­chen Zu­ta­ten – es ist im Grun­de ganz ein­fach, geht recht schnell und schmeckt oft­mals auch noch bes­ser.

Bee­ren über­all

Die Zeit könn­te da­für nicht bes­ser sein, denn mit dem Sie­ges­zug des Früh­lings be­ginnt sie wie­der, die span­nen­de Zeit, in der Mut­ter Na­tur die Wei­chen da­für stellt, was für ein far­ben­fro­hes und auch le­cke­res Jahr wir er­war­ten dür­fen. Denn nicht nur di­ver­se Blu­men trei­ben wie­der aus, son­dern auch an den Bäu­men und Bee­ren­sträu­chern wird of­fen­bar, wie gut die Ern­te die­ses Mal aus­fal­len kann. Wäh­rend der Rha­bar­ber sich schon im März lang­sam an die Ar­beit macht, kom­men ei­ni­ge Wo­chen spä­ter die ers­ten Nasch­kat­zen zum Zug: Erd­bee­ren und Hei­del­bee­ren las­sen als ers­te ih­re rei­fen Früch­te durch das üp­pi­ge Grün blit­zen. Him­bee­ren, Brom­bee­re und Jo­han­nis­bee­ren fol­gen ge­nau­so wie Süß­kir­schen und St­a­chel­bee­ren.

Sie al­le las­sen sich zu herr­li­chen Auf­stri­chen ver­ar­bei­ten, ganz gleich, ob sie für sich al­lein ste­hen oder ge­mein­sam zu ei­ner fruch­ti­gen Kom­po­si­ti­on ge­mischt wer­den. Er­laubt ist al­les, was schmeckt.

Wer ei­nen ei­ge­nen Gar­ten hat, kann da­bei aus den Vol­len schöp­fen. Im­mer­hin ent­schei­det man als Be­sit­zer selbst, was man an­pflanzt und dann auch bald ern­ten kann. Der gro­ße Vor­teil: Als Hob­by­bau­er weiss man ganz ge­nau, was drin­steckt. Doch auch wer kei­nen ei­ge­nen Bo­den zum Be­wirt­schaf­ten hat, kann auf dem Wo­chen­markt ei­ne brei­te Aus­wahl an fri­schem Obst fin­den, das sich wun­der­bar zu Mar­me­la­de oder Kon­fi­tü­re ver­ar­bei­ten lässt.

Oh­ne Ge­la­ti­ne?

Wer sich schon­mal an selbst­ge­mach­ter Mar­me­la­de pro­biert hat, weiss, dass es oh­ne ein Ge­lier­mit­tel (meist Ge­lier­zu­cker) nicht geht. Denn wie soll man die pü­rier­ten Bee­ren auch in Form brin­gen, da­mit sie auf dem Bröt­chen hal­ten? Die Ant­wort dar­auf kön­nen Chia-Sa­men sein. Denn die Ei­gen­schaf­ten ma­chen die un­schein­ba­ren Kör­ner zum per­fek­ten Ge­la­ti­ne-Er­satz. Lässt man sie in Was­ser qu­el­len, ent­steht rund um die Sa­men ei­ne gal­er­t­ar­ti­ge Mas­se, in die sich der Frucht­brei ein­bin­den kann. Zu­cker ist da­bei nur noch ei­ne Fra­ge des per­sön­li­chen Ge­schmacks, wem die rei­ne Sü­ße der Früch­te reicht, kann auch voll­kom­men auf die wei­ßen Kris­tal­le ver­zich­ten. Ei­nen Nach­teil hat die Chia-Va­ri­an­te aber doch: Im Ge­gen­satz zu der klas­sisch ein­ge­koch­ten Mar­me­la­de, die sich mit­un­ter Jah­re hält, soll­te der Chia-Auf­strich bin­nen kur­zer Zeit ver­braucht wer­den. Ei­nen Ver­such ist er aber al­le­mals wert. <

Der gros­se Vor­teil beim Sel­ber­ma­chen: Als Hob­by­bau­er weiss man ganz ge­nau, was drin­steckt.

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