Ab­so­lu­te Stil­le

Auszeit - - FUND-SACHEN -

Schall­wel­len wer­den über die Luft trans­por­tiert. Oh­ne Luft bleibt der lau­tes­te Schrei un­ge­hört. Um auf der Er­de Räu­me mit ab­so­lu­ter Stil­le zu er­zeu­gen, be­nö­tigt es ei­nen enor­men Auf­wand an Schall­däm­mung. Den­noch ge­ben in sol­chen Räu­men über 90 Pro­zent der Per­so­nen an, nach nur fünf Mi­nu­ten et­was ge­hört zu ha­ben. Was auch stimmt. Denn die Sin­nes­zel­len des In­nen­ohrs er­zeu­gen durch spon­ta­ne mo­to­ri­sche Ak­ti­vi­tä­ten lau­fend Ge­räu­sche und Tö­ne, die mit Son­den so­gar nach­weis­bar sind. In un­se­ren In­nen­oh­ren ist es folg­lich nie wirk­lich still. Wenn wir mei­nen, ab­so­lut nichts zu hö­ren, dann ha­ben wir das un­se­rem Ge­hirn zu ver­dan­ken. Es ver­gleicht die Ge­ge­ben­hei­ten mit un­se­ren bis­he­ri­gen Er­fah­run­gen. Sa­gen sie uns, dass nichts sein kann, wo nichts ist, wird das Ge­hirn ent­spre­chend re­agie­ren. Wo­mit Wahr­neh­mung und Rea­li­tät nicht über­ein­stim­men müs­sen.

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