Ich wünsch­te mir ...

Auszeit - - FUNDSACHEN - Nach ei­ner Ge­schich­te

Ein Mann hat­te ge­ra­de mit sei­nem neu­en Au­to die Wasch­stra­ße ver­las­sen, als schon ein Jun­ge her­bei­lief und mit gro­ßer Be­geis­te­rung sei­nen Wa­gen po­lier­te. „Sie ha­ben aber ei­nen tol­len Wa­gen, ge­hört der Ih­nen?“Lä­chelnd gab er zur Ant­wort: „Ja, den hat mir mein Bru­der ge­schenkt.“Der Jun­ge schau­te ver­wun­dert zu dem Mann. „Sie ha­ben nichts da­für be­zahlt und ihn ein­fach ge­schenkt be­kom­men?“Der Mann nick­te. „Ach ich wünsch­te …“, be­gann der Jun­ge zö­ger­lich. Dem Mann war völ­lig klar, was sich der Jun­ge wünsch­te: Er woll­te auch so ein Au­to be­sit­zen. Aber als der Jun­ge wei­ter­sprach, trau­te er sei­nen Oh­ren kaum. „Ich wünsch­te mir, dass ich auch so ein Bru­der sein könn­te!“Die­se un­er­war­te­ten Wor­te des Kin­des rühr­ten das Herz des Äl­te­ren, so frag­te er: „Hast du Lust auf ei­ne klei­ne Stadt­rund­fahrt?“Die Au­gen des Jun­gen glänz­ten vor Freu­de: „Wirk­lich? Sie wür­den mich wirk­lich mit­neh­men? Mensch, das wä­re gi­gan­tisch!“Nach­dem sie ei­ne Wei­le durch die Stadt ge­fah­ren wa­ren, frag­te der Jun­ge plötz­lich ganz auf­ge­regt: „Ent­schul­di­gen Sie, aber dort vor­ne woh­ne ich. Könn­ten Sie bit­te an­hal­ten und kurz auf mich war­ten?“Der Fah­rer nick­te mit ei­nem Schmun­zeln, und dach­te bei sich, dass der Kn­a­be wohl Ge­schwis­tern oder Nach­barn das tol­le Au­to zei­gen woll­te, in dem er mit­fah­ren durf­te. Doch er soll­te sich er­neut täu­schen. Kei­ne Mi­nu­te spä­ter kam er wie­der aus dem Haus und schob ei­nen Roll­stuhl, in dem ein klei­ner Jun­ge saß. Er beug­te sich zu ihm hin­un­ter: „Schau Bru­der­herz, das ist das Au­to, wel­ches die­ser Mann von sei­nem Bru­der ein­fach so ge­schenkt be­kam. Ei­nes Ta­ges wer­de ich dir auch so ei­nen Wa­gen schen­ken, dann kannst du über­all dort hin­fah­ren, wo es dir ge­fällt!“Tief be­wegt stieg der Mann aus dem Wa­gen, hob den Klei­nen aus dem Roll­stuhl und setz­te ihn auf sei­nen Bei­fah­rer­sitz. Da­bei wur­de er von zwei Au­gen­paa­ren an­ge­strahlt. Die drei mach­ten ei­nen Aus­flug durch die Stadt und über das Land. Ei­nen Aus­flug, den kei­ner von ih­nen je­mals wie­der ver­ges­sen wür­de.

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