Wör­ter­wel­ten: Ul­la Hahn

Bücher Magazin - - Inhalt -

Hät­te er re­den kön­nen, mein schö­ner Ma­tro­se, nichts wä­re ihm ge­sche­hen, der Bö­se be­siegt. Heu­te wie vor über 40 Jah­ren muss ich das Buch im­mer wie­der bei­sei­te­le­gen, weil ich die­se Un­er­bitt­lich­keit, mit der das Bö­se über das Gu­te siegt, das Recht über die Ge­rech­tig­keit, die Nie­der­tracht über die Auf­rich­tig­keit, nicht er­tra­gen kann. Al­lein die Sprachmäch­tig­keit Mel­vil­les ver­söhnt mit der Sprach­lo­sig­keit sei­nes Hel­den, sei­ner un­schul­di­gen Schuld. Kaum ein an­de­res Stück der Welt­li­te­ra­tur lässt mich den Trost der Kunst so un­mit­tel­bar spü­ren. Trost: im Tri­umph der Form über den In­halt. Tod, wo ist dein St­a­chel? Die Spra­che hat ihn be­siegt. So­lan­ge wir le­sen.

Über­setzt von Micha­el Wal­ter und Da­ni­el Gös­ke, btb (2011), 576 Sei­ten, 11,99 Eu­ro

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