AR­MAN­DO LU­CAS CORREA

Das Er­be der Ro­sent­hals

Bücher Magazin - - Romane - Ge­le­sen von Jo­die Ahl­born, Lau­ra Mai­re

1939 irrt die St. Lou­is mit jü­di­schen Flücht­lin­gen an Bord über die Ozea­ne – das ist die his­to­ri­sche Fo­lie die­ses Hör­buchs. Er­zählt wird aus zwei Per­spek­ti­ven: Lau­ra Mai­re spricht Han­nah, die als Elf­jäh­ri­ge an Bord des Schif­fes geht, das sie von Deutsch­land nach Ku­ba brin­gen soll. Sie ge­hört zu den we­ni­gen Men­schen, die auf der In­sel blei­ben dür­fen. Han­nahs Fa­mi­lie wird aus­ein­an­der­ge­ris­sen. Auch die elf­jäh­ri­ge An­na hat ih­ren Va­ter ver­lo­ren – am 11. Sep­tem­ber 2001 in Man­hat­tan. Aus ei­nem Brief ih­rer Groß­tan­te Han­nah hofft sie, mehr über sein Le­ben zu er­fah­ren. Aber erst als An­na ih­re Groß­tan­te auf Ku­ba be­sucht, kommt sie der Ge­schich­te wirk­lich na­he. Ar­man­do Lu­cas Correa rollt in sei­nem Ro­man ein Stück Welt­ge­schich­te auf: von der Flucht deut­scher Ju­den nach Ku­ba bis zum 11. Sep­tem­ber 2001. Aber sei­ne Fi­gu­ren blei­ben selt­sam blass und blut­leer. Zu­dem klingt Lau­ra Mai­res Stim­me ir­ri­tie­rend jung da­für, dass Han­nah am En­de ih­rer Er­zäh­lung be­reits über 80 Jah­re alt ist. Die en­ga­gier­te – bei Mai­re mit­un­ter et­was zu ge­fühl­vol­le – In­ter­pre­ta­ti­on ver­stärkt zwar die emo­tio­na­len Sze­nen des Hör­buchs. An­na und ih­re Ver­wand­ten wer­den da­durch aber nicht le­ben­di­ger. (akm)

Ar­man­do Lu­cas Cor­re­as Fi­gu­ren blei­ben blass – ob­wohl sich die bei­den Spre­che­rin­nen al­le Mü­he ge­ben.

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