MA­SCHA KALÉKO

Träu­me, die auf Rei­sen füh­ren

Bücher Magazin - - Jugend - Ge­le­sen von An­ne­ke Kim Sarnau u. a.

Die ge­fei­er­te Dich­te­rin Ma­scha Kaléko ist 22, als sie ers­te Ge­dich­te ver­öf­fent­lich­te. Sie ero­ber­te die Groß­städ­ter der Wei­ma­rer Re­pu­blik im Nu, wird mit Mor­gens­tern und Rin­gel­natz ver­gli­chen. Bis heu­te, fast 100 Jah­re nach ih­rer Ge­burt, sind ih­re me­lan­cho­li­schen, po­li­ti­schen und durch­aus wit­zi­gen Ge­dich­te ge­fragt und wich­tig wie eh und je. Auch den Kin­dern hat sie sich zu­ge­wandt und dar­aus ent­stand „Träu­me, die auf Rei­sen füh­ren“, ei­ne Schatz­tru­he mit 95 Ge­dich­ten. Tier­ar­ten al­ler Cou­leur ste­hen im Mit­tel­punkt – vom Eis­bä­ren, Af­fen, Sau­re-Gur­ken-Wolf über den Bü­cher­wurm und die Kü­chen­scha­be: Gesto­chen scharf zeich­net Kaléko das Le­ben der Tie­re nach. Die Ge­dich­te las­sen ei­nen schmun­zeln, stau­nen und durch­aus nach­denk­lich wer­den: so je­nes über den Ti­ger. „Es ist nicht nö­tig, dass du vor ihm bangst, denn sieh, sein Ei­sen­kä­fig ist ver­git­tert. Ein Ti­ger hat vor Ti­gern kei­ne Angst, doch scheint es mög­lich, das vor dir er zit­tert.“Das fein aus­ge­such­te Spre­cher-En­sem­ble, u. a. Ju­lia Nacht­mann und Ste­fan Ka­min­ski, in­ter­pre­tiert die Ge­dich­te ver­schmitzt, mit ei­nem Au­gen­zwin­kern, vol­ler Inn­brunst, Über­zeu­gung und Me­lan­cho­lie – ganz so, als ob für sie ge­macht. Wun­der­bar. (tm)

Bit­te mehr da­von: Ma­scha Kaléko schickt uns mit ih­rer ein­zig­ar­ti­gen Ge­dich­te­samm­lung auf ei­ne Traum­rei­se.

Als Buch/E-Book bei dtv er­hält­lich

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