LEA-LI­NA OPPERMANN

Was wir dach­ten, was wir ta­ten

Bücher Magazin - - Jugend - Ge­le­sen von Bir­te Schnöink, Ju­li­an Greis, Se­bas­ti­an Ru­dolph

Lea-Li­na Oppermann ist kaum äl­ter als die Fi­gu­ren in ih­rem Ro­man, der nun als Hör­buch, ge­le­sen von drei Mit­glie­dern des Ham­bur­ger Tha­lia-Thea­ters, vor­liegt. Im Mit­tel­punkt steht ei­ne Schul­klas­se. Mit­ten in ei­ner Ma­the­klau­sur dringt ein Mas­kier­ter in das Klas­sen­zim­mer ein und zwingt die Ju­gend­li­chen mit vor­ge­hal­te­ner Pis­to­le, be­stimm­te Auf­ga­ben zu er­fül­len, vor al­lem aber, sich ei­ge­nen Wahr­hei­ten zu stel­len. Drei Per­so­nen tre­ten da­bei in den Vor­der­grund, de­ren Re­ak­tio­nen die Au­to­rin sehr prä­zi­se schil­dert. Schließ­lich ge­lingt es, den An­grei­fer zu ent­tar­nen. Ei­gent­lich ist dies ein Ju­gend­buch, aber sei­ne The­men wie Ar­ro­ganz und Lü­ge, Ver­rat und Selbst­herr­lich­keit sind durch­aus auch in­ter­es­sant für er­wach­se­ne Le­ser und Hö­rer, zu­mal die drei Spre­cher ih­re je­wei­li­ge Rol­le sou­ve­rän und schnör­kel­los aus­fül­len. Die an­ge­spann­te At­mo­sphä­re, die die drei Spre­cher be­schwö­ren, über­trägt sich auf den Zu­hö­rer. Das liegt nicht nur an der be­klem­men­den At­mo­sphä­re die­ses Kam­mer­spiels, das zwar in ei­nem Klas­sen­zim­mer an­ge­sie­delt ist, aber oh­ne Pro­ble­me über­all über die Büh­ne ge­hen könn­te. (mvs)

Ein Au­dio­buch, das wie ein klei­nes Thea­ter­stück in­sze­niert ist. Un­ge­wöhn­lich, aber loh­nend zu hö­ren.

Als Buch/E-Book bei Beltz er­hält­lich

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