Ma­cron will to­ten Hel­den Belt­ra­me eh­ren

Po­li­zei sucht IS-Ver­bin­dun­gen nach Ter­ror­akt

Badische Neueste Nachrichten (Karlsruhe) - - Zeitgeschehen -

Pa­ris. Nach der is­la­mis­ti­schen Ter­ror­se­rie in Süd­frank­reich mit zu­sam­men vier To­ten will Staats­chef Em­ma­nu­el Ma­cron den ver­stor­be­nen Gen­dar­men Arn­aud Belt­ra­me mit ei­ner na­tio­na­len Ge­denk­fei­er eh­ren. Der Oberst­leut­nant ließ sich bei der Atta­cke auf ei­nen Su­per­markt am Frei­tag ge­gen Gei­seln ein­tau­schen, wur­de an­ge­schos­sen und er­lag spä­ter sei­nen schwe­ren Ver­let­zun­gen.

Ma­cron er­klär­te am Sams­tag, der 45-Jäh­ri­ge ha­be sein Le­ben ge­op­fert, um die Bür­ger zu schüt­zen: „In­dem er sein Le­ben ge­ge­ben hat, um die mör­de­ri­sche Es­ka­pa­de ei­nes dschi­ha­dis­ti­schen Ter­ro­ris­ten zu stop­pen, ist er als Held ge­fal­len.“

Der mut­maß­li­che Ter­ro­rist, der 25-jäh­ri­ge Ra­doua­ne L., schoss bei der Su­per­markt-Atta­cke auf den Be­am­ten. Bei den An­grif­fen in der Re­gi­on von Car­cas­son­ne wa­ren der At­ten­tä­ter so­wie vier Men­schen ums Le­ben ge­kom­men, 15 wur­den ver­letzt. Na­tio­na­le Ge­denk­fei­ern mit ei­ner Re­de des Prä­si­den­ten sind in Frank­reich her­aus­ra­gen­den Per­sön­lich­kei­ten vor­be­hal­ten. So wur­den 2017 die Po­li­ti­ke­rin und Ho­lo­caust-Über­le­ben­de Si­mo­ne Veil und der Schrift­stel­ler Je­an d’Or­mes­son in Pa­ris ge­ehrt.

Hun­der­te Er­mitt­ler su­chen nach Ver­bin­dun­gen des An­grei­fers zur Ter­ror­mi­liz IS. Die An­ti­ter­ror-Er­mitt­ler wol­len auch klä­ren, ob der in Ma­rok­ko ge­bo­re­ne Tä­ter Un­ter­stüt­zer hat­te. Un­ter­sucht wird auch, wie er sich ra­di­ka­li­sier­te. Der An­grei­fer be­zeich­ne­te sich selbst als „Sol­dat“des IS. Bei ei­ner Durch­su­chung sei­ner Woh­nung fan­den Er­mitt­ler di­gi­ta­le Da­ten­trä­ger und hand­schrift­li­che Aus­sa­gen mit An­spie­lun­gen auf die Ter­ror­mi­liz.

Ra­doua­ne L. war den Be­hör­den we­gen mög­li­cher Ra­di­ka­li­sie­rung be­kannt. 2016 und 2017 wur­de er des­halb über­prüft, De­tails da­zu blie­ben of­fen. Er­mitt­ler fan­den in dem Su­per­markt drei selbst ge­mach­te Spreng­sät­ze. Wie die Jus­tiz­krei­se be­rich­te­ten, wur­de am Tat­ort auch ei­ne Pis­to­le des Ka­li­bers 7,65 und ein Jagd­mes­ser ent­deckt. Ei­ne Frau aus dem Um­feld des Tä­ters so­wie ein min­der­jäh­ri­ger Freund von Ra­doua­ne L. ka­men in Po­li­zei­ge­wahr­sam.

Die Gen­dar­me­rie er­läu­ter­te auf An­fra­ge, der Po­li­zist ha­be sich bei Ver­hand­lun­gen mit dem Tä­ter ge­gen ei­ne Gei­sel ein­tau­schen las­sen. Er war am En­de al­lei­ne mit dem Tä­ter im Su­per­markt. Der Be­am­te hat­te sein Te­le­fon mit ei­ner of­fe­nen Ver­bin­dung auf ei­nem Tisch lie­gen las­sen. So konn­ten die Ein­satz­kräf­te hö­ren, was sich im Su­per­markt ab­spiel­te. Vor der Atta­cke hat­te der An­grei­fer in Car­cas­son­ne ei­nen Men­schen ge­tö­tet und ei­nen wei­te­ren ver­letzt. Frank­reich wur­de in den ver­gan­ge­nen Jah­ren mehr­fach von is­la­mis­ti­schen An­schlä­gen er­schüt­tert, da­bei star­ben mehr als 240 Men­schen. Se­bas­ti­an Ku­nig­keit

„ALS HELD GE­FAL­LEN“: Frank­reich trau­ert um Po­li­zis­ten Belt­ra­me. Fo­to: dpa

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