Frisch­luft rein – Mief raus

Ko­si. – Auf­grund der Aus­wei­tung von Wär­me­dämm-Ver­bund­sys­te­men ( WDVS) und Co. ist in den letz­ten Jah­ren der Be­darf an Lüf­tungs­mög­lich­kei­ten ge­stie­gen. Lö­sun­gen da­für gibt es mitt­ler­wei­le vie­le.

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Je bes­ser die Ge­bäu­de­hül­le ge­dämmt ist, um­so wich­ti­ger wird ei­ne aus­rei­chen­de Be­lüf­tung. An­sons­ten droht ne­ben schlech­ter Luft im schlimms­ten Fall auch Schim­mel in den ei­ge­nen vier Wän­den. Und mit dem will wirk­lich nie­mand un­ter ei­nem Dach le­ben. Doch auch oh­ne ihn ist es um die Raum­luft meist schlecht be­stellt. In ge­schlos­se­nen Räu­men reichert sich fri­sche Au­ßen­luft schnell mit CO2 an. Der CO2-Ge­halt in der Luft wird in ppm (parts per mil­li­on – Tei­le pro Mil­li­on) ge­mes­sen. CO2- Kon­zen­tra­tio­nen zwi­schen 500 und 900 ppm sind durch­aus üb­lich. Das Bun­des­um­welt­amt be­ruft sich auf die DIN EN 13779, wo­nach bis 800 ppm von ho­her Raum­luft­qua­li­tät ge­spro­chen wird. Bis 1 000 ppm spricht man von mitt­le­rer Raum­luft­qua­li­tät, bis 1 400 ppm von mä­ßi­ger und über 1400 ppm von nied­ri­ger Raum­luft­qua­li­tät. An­de­re In­sti­tu­tio­nen spre­chen bei­spiels­wei­se von hy­gie­nisch un­be­denk­li­cher Luft (< 1 000 ppm CO2), hy­gie­nisch auf­fäl­li­ger Luft (< 2 000 ppm CO2) und von hy­gie­nisch in­ak­zep­ta­bler Luft (> 2 000 ppm CO2). Rea­le Mes­sun­gen in ver­schie­de­nen Stu­di­en be­le­gen CO2-Ge­hal­te in Ein­fa­mi­li­en­häu­sern zwi­schen 500 und 1 500 ppm und in Schu­len um 3 000 ppm und so­gar bis zu 6 000 ppm. Gu­te Atem­luft ist dem­nach kei­nes­wegs selbst­ver­ständ­lich. Für Me­di­zi­ner ist CO2 üb­ri­gens ein Gift, das in hö­he­ren Kon­zen­tra­tio­nen Aus­wir­kun­gen auf die Ge­sund­heit hat. Mit dem We­glüf­ten des durch den Men­schen aus­ge­at­me­ten Koh­len­di­oxids wer­den au­to­ma­tisch auch an­de­re Luft­schad­stof­fe wie bei­spiels­wei­se flüch­ti­ge or­ga­ni­sche Ver- bin­dun­gen aus Mö­beln, Tep­pi­chen oder Ta­pe­ten, so­ge­nann­te VOC re­du­ziert. Zu­dem ist fri­sche Luft ne­ben aus­rei­chend Ta­ges­licht und ge­sun­dem Schlaf ei­ner der drei wich­tigs­ten Fak­to­ren für das Wohl­be­fin­den der Deut­schen – so das Er­geb­niss des Healthy Ho­mes Ba­ro­me­ter 2015 von Ve­lux. Die­se Fak­to­ren hän­gen di­rekt oder in­di­rekt von ei­ner ge­sun­den Wohn­si­tua­ti­on ab. Die­ses eher in­tui­ti­ve Ver­ständ­nis von der Be­deu­tung ei­nes ge­sun­den Wohn­um­fel­des für die per­sön­li­che Ge­sund­heit und das ei­ge­ne Wohl­be­fin­den wird durch ei­ne Rei­he wis­sen­schaft­li­cher Un­ter­su­chun­gen be­legt. Die­se zei­gen, dass ge­sund­heit­li­che Be­ein­träch­ti­gun­gen bei Men­schen auf­tre­ten, die mit dem Auf­ent­halt in Ge­bäu­den in Zu­sam­men­hang zu ste­hen schei­nen. Ge­mein­sa­mer Nen­ner ist da­bei nach An­ga­ben des Dach­fens­ter­her­stel­lers das In­nen­raum­kli­ma, für des­sen Qua­li­tät ein aus­rei­chen­der Luft­wech­sel ent­schei­dend ist. Wie wich­tig die­se The­ma­tik mitt­ler­wei­le ge­wor­den ist, zeigt auch die Grün­dung des Ver­ban­des für Fens­ter­au­to­ma­ti­on und En­trau­chung ( VFE) im Sep­tem­ber die­ses Jah­res. Der Ver­band in­for­miert über au­to­ma­ti­sier­te na­tür­li­che Lüf­tung, un­ter an­de­rem, um die­se als Lö­sung bei ho­hen Ener­gie­kos­ten, Schim­mel­bil­dung und Lüf­tungs­pro­ble­men in Ge­bäu­den dar­zu­stel­len und da­mit Pla­ner und Ar­chi­tek­ten zu un­ter­stüt­zen. Zehn Fach­un­ter­neh­men, dar­un­ter Hau­tau und STG Bei­kirch, ha­ben sich zur Grün­dung des Ver­ban­des zu­sam­men­ge­fun­den. Lan­ge Zeit wur­de den Men­schen emp­foh­len fünf bis acht Mal am Tag (je nach Däm­mungs­grad) ein mehr­mi­nü­ti­ges Stoß­lüf­ten ih­rer Woh­nung oder ih­res Hau­ses vor­zu­neh­men, um schlech­te Luft hin­aus­zu­be­för­dern und der Schim­mel­bil­dung vor­zu­beu­gen. Um den Men­schen, die auf­grund ih­rer Be­rufs­tä­tig­keit die­se Lüf­tungs­in­ter­val­le nicht ein­hal­ten kön­nen, den­noch gu­te Raum­luft zu be­sche­ren, ha­ben sich ei­ni­ge Her­stel­ler et­was ein­fal­len las­sen.

Ins Fens­ter in­te­griert

Dem The­ma der in­te­grier­ten Lüf­tung wid­met sich Re­hau schon län­ger. Auf der BAU 2015 prä­sen­tier­te der Sys­tem­ge­ber erst­mals sein „Ge­neo Ino­vent“, das nach ei­ge­nen An­ga­ben ers­te di­rekt ins Fens­ter in­te­grier­te Lüf­tungs­sys­tem, wo­durch gleich­zei­tig der durch die EnEV ge­for­der­te Min­dest­luft­wech­sel auch bei ge­schlos­se­nem Fens­ter ge­währ­leis­tet ist. Mög­lich ist die­se In­te­gra­ti­on auf­grund der Sta­bi­li­tät des Fens­ter­pro­fil­sys­tems „Ge­neo“und dem Ver­zicht auf Stahl­ar­mie­run­gen. So sei das Sys­tem auch be­son­ders für den Ein­satz in der Sa­nie­rung in­ter­es­sant – ein­fach al­tes Fens­ter raus

Fo­to: Ren­son

Auch „En­du­ra Twist“ar­bei­tet mit Wär­me­rück­ge­win­nung.

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