Bau­en 4.0

Die Initia­ti­ve „Deutsch­land baut!“be­grüß­te füh­ren­de Ver­tre­ter von Un­ter­neh­men der Wert­schöp­fungs­ket­te Bau und rund 200 an­we­sen­de Gäs­te, um ge­mein­sam mit Spit­zen­po­li­ti­kern über die be­son­de­ren Her­aus­for­de­run­gen ei­ner leis­tungs­fä­hi­gen Bau­wirt­schaft zur Be­wäl

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Zu den an­we­sen­den Po­li­ti­kern, die Die­ter Ba­biel, Vor­stands­vor­sit­zen­der der Initia­ti­ve, En­de No­vem­ber in Berlin will­kom­men hieß, zähl­ten ne­ben dem Schirm­herrn der Initia­ti­ve und ehe­ma­li­gem Bund­ver­kehrs­mi­nis­ter Dr. Pe­ter Ram­sau­er auch Rai­ner Bom­ba, Staats­se­kre­tär im Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ver­kehr und di­gi­ta­le In­fra­struk­tur, so­wie Wolf­gang Tie­fen­see, ürin­ger Mi­nis­ter für Wirt­schaft, Wis­sen­schaft und di­gi­ta­le Ge­sell­schaft, und Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Sig­mar Ga­b­ri­el. Die­ser be­ton­te in sei­nem ein­lei­ten­den Vor­trag, dass Bau­en nur dann ei­ne er­folg­rei­che Zu­kunft hat, wenn al­le Ak­teu­re ge­mein­sam in ei­ne Rich­tung ar­bei­ten. Zugleich ver­wies er auf die Her­aus­for­de­run­gen für die Zu­kunft und nann­te hier vor al­lem die emen Stär­kung der In­ves­ti­tio­nen, Di­gi­ta­li­sie­rung und Fach­kräf­te­si­che­rung. Ga­b­ri­el be­ton­te, dass die Stär­kung der In­ves­ti­ti­ons­tä­tig­keit für die Ent­wick­lung des Wachs­tums­po­ten­zi­als und zur Fes­ti­gung der zu­künf­ti­gen Wett­be­werbs­fä­hig­keit in Deutsch­land ge­ra­de auch für die Bau­wirt­schaft von ent­schei­den­der Be­deu­tung sei.

Nach­wuchs för­dern

Bei der an­schlie­ßen­den Po­di­ums­dis­kus­si­on stand ins­be­son­de­re das ema Fach­kräf­te­ge­win­nung und Nach­wuchs­för­de­rung im Mit­tel­punkt, denn der de­mo­gra­fi­sche Wan­del stellt die ge­sam­te Bran­che vor Her­aus­for­de­run­gen. Pro­gno­sen ge­hen da­von aus, dass al­lei­ne im Bau­haupt­ge­wer­be im Jah­re 2020 na­he­zu je­der zehn­te Ar­beits­platz un­be­setzt blei- ben wird. Und das, ob­wohl die Bau­in­dus­trie als Schlüs­sel­bran­che für rund fünf Pro­zent der deut­schen Wirt­schafts­leis­tung ver­ant­wort­lich ist und je­der ach­te Ar­beits­platz in Deutsch­land di­rekt oder un­mit­tel­bar mit dem Bau­en zu tun hat. „Wir sind als Bran­che at­trak­tiv für vie­le Ta­len­te. Die Bau­bran­che ist krea­tiv und hat Zu­kunft“, er­klär­te Dr. Ram­sau­er zu Be­ginn der Po­di­ums­dis­kus­si­on. Hart­mut Gold­boom, Ge­schäfts­füh­rer der Ha­ge­bau, be­ton­te, dass es gilt, „die At­trak­ti­vi­tät un­se­rer Bran­che durch Ver­net­zung nach­hal­tig so zu stei­gern, dass wir ge­nau die Men­schen ge­win­nen, die mit uns ak­tiv die Zu­kunft ge­stal­ten.“Des­halb setzt sich die Initia­ti­ve „Deutsch­land baut!“ge­mein­sam mit Part­nern aus Po­li­tik und Wirt­schaft da­für ein, jun­ge Men­schen für Be­ru­fe rund um den Bau zu be­geis­tern und so­wohl dem Nach­wuchs als auch den Fach­kräf­ten at­trak­ti­ve be­ruf­li­che Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten zu bie­ten. Ei­ner Ziel­set­zung, der sich auch Chris­toph Dorn, Mit­glied der Ge­schäfts­lei­tung von Kn­auf Gips, an­schloss.

An­for­de­run­gen stei­gen

Ein wei­te­rer Schwer­punkt lag auf den zu­neh­men­den An­for­de­run­gen an Ge­bäu­de. Hier wa­ren sich die Teil­neh­mer der Po­di­ums­dis­kus­si­on ei­nig, dass es im Zu­ge wach­sen­der Pro­jekt­kom­ple­xi­tä­ten mehr denn je für al­le Be­tei­lig­ten in der Wert­schöp­fungs­ket­te Bau gilt, den Fo­kus auf die emen Di­gi­ta­li­sie­rung, No­vel­lie­rung der Ver­ga­be­pro­zes­se so­wie Ener­gie­ef­fi­zi­enz und Nach­hal­tig­keit zu rich­ten. Für Udo Ber­ner, Ge­schäfts­füh­rer der Wolff & Mül­ler Hol­ding, heißt das „die ge­sam­te Wert­schöp­fungs­ket­te des Bau­ens in Pro­zes­se und Struk­tu­ren zu in­te­grie­ren, da­mit al­le Kri­te­ri­en der Ver­ant­wort­lich­kei­ten ih­re Be­rück­sich­ti­gung fin­den.“Bau­wer­ke, die den zu­künf­ti­gen An­for­de­run­gen ge­nü­gen sol­len, ent­ste­hen nur durch das op­ti­ma­le Zu­sam­men­wir­ken von Pla­nung und Aus­füh­rung. „Hier­für be­darf es ei­ner über­grei­fen­den Ar­beits­wei­se der Pla­ner, Fach­pla­ner, Bau­stoff­her­stel­ler und -händ­ler über die Bau­lo­gis­ti­ker bis hin zu Bau- und Hand­werks­un­ter­neh­men so­wie dem Ein­satz in­no­va­ti­ver Pro­duk­te und Sys­te­me“, so Micha­el Wört­ler, Vor­stands­vor­sit­zen­der von Saint-Go­bain Is­over.

Di­gi­ta­li­sie­rung als Chan­ce

Tie­fen­see be­ton­te zum Ab­schluss der Dis­kus­si­on, dass es wich­tig sei, die Di­gi­ta­li­sie­rung als Chan­ce wahr­zu­neh­men. Die grund­le­gen­den Ve­rän­de­run­gen in der di­gi­ta­len Ge­sell­schaft mach­ten vor der Bau­bran­che nicht halt. Auch die Bau­bran­che brau­che ei­nen deut­li­chen In­no­va­ti­ons­schub, um im in­ter­na­tio­na­len Wett­be­werb auch zu­künf­tig zu be­ste­hen. Di­gi­ta­le Platt­for­men – wie et­wa das Buil­ding In­for­ma­ti­on Mo­de­ling BIM, 3DD­ruck und fa­brik­mä­ßi­ge Fer­ti­gung – müss­ten mit Hoch­druck auch in Deutsch­land rea­li­siert wer­den. Er for­der­te al­le Be­tei­lig­ten auf, die­se Chan­cen best­mög­lich zu nut­zen, als Bran­che in der ge­sam­ten Wert­schöp­fungs­ket­te zu­sam­men­zu­ste­hen und die Initia­ti­ve „Deutsch­land baut!“als ge­mein­sa­me Bran­chen­platt­form ak­tiv zu un­ter­stüt­zen.

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