Te­cken­trup: Per­spek­ti­ve durch Wan­del

ko­si. – Wer die Ent­wick­lung bei Te­cken­trup in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten ver­folgt hat, stellt fest: Da hat sich viel ge­tan. Was ge­nau und wo­hin das füh­ren soll, klär­te die Re­dak­ti­on in ei­nem Ge­spräch mit dem In­ha­ber und Ge­schäfts­füh­rer Kai Te­cken­trup.

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Be­reits im Früh­jahr 2016 gab der Tü­ren- und Tor­her­stel­ler aus Verl be­kannt, dass das Un­ter­neh­men weit­rei­chend um­struk­tu­riert wer­de, um lang­fris­tig auch in ei­ner di­gi­ta­len Welt an der Spit­ze zu blei­ben. „Die Ein­füh­rung von SAP, die jetzt ab­ge­schlos­sen ist, war da­bei der ers­te Schritt. Der Um­bau zielt auf mehr Kun­den­ori­en­tie­rung und er rüs­tet uns für den E-Com­mer­ce“, er­läu­ter­te Kai Te­cken­trup. Im Zu­ge der Neu­aus­rich­tung gab es auch ei­ni­ge per­so­nel­le Ve­rän­de­run­gen: Ka­rin Simon stieg als Lei­te­rin stra­te­gi­sches Ma­nage­ment ein, Te­cken­trup wur­de al­lei­ni­ger Ge­schäfts­füh­rer und Det­lef Schult­ze über­nahm die Lei­tung für das Pro­dukt­ma­nage­ment. Dar­über hin­aus wur­den die Nie­der­las­sun­gen zen­tra­li­siert und an die Pro­duk­ti­ons­stand­or­te in Verl und Groß­zö­be­ritz an­ge­schlos­sen – und Alt­her­ge­brach­tes auf­ge­ge­ben, wie das Di­rekt­ge­schäft. Das brach­te zu­vor im­mer­hin rund zehn Pro­zent des Um­sat­zes. Doch der Ver­zicht dar­auf brin­ge an­ders­wei­tig Ge­winn: „Wir kön­nen uns jetzt viel bes­ser auf den Fach­han­del kon­zen­trie­ren“, er­klärt Te­cken­trup. Mit dem Aus­bau setzt der Un­ter­neh­mer auch kla­re wirt­schaft­li­che Zie­le: In den kom­men­den Jah­ren soll sich der Um­satz von 146 Mil­lio­nen Eu­ro aus dem Jahr 2015 ver­dop­peln. Der deut­li­che Um­bau ge­schah bin­nen we­ni­ger Mo­na­te und wirk­te für Au­ßen­ste­hen­de fast schon ra­di­kal in der Um­set­zung. „Tat­säch­lich läuft die Um­struk­tu­rie­rung be­reits seit zwei Jah­ren. Un­ser al­tes Mo­dell war nicht mehr zu­kunfts­ori­en­tiert, was sich auch bei un­se­rer wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung zeig­te“, er­klärt Te­cken­trup im Ge­spräch. Es be­gin­ne da­mit, sich selbst in­fra­ge zu stel­len. Her­aus­ge­kom­men ist ein neu­es Un­ter­neh­mens­kon­zept, das seit­dem Stück für Stück um­ge­setzt wird. Da­bei lau­te­te die zen­tra­le Fra­ge: Was er­war­ten Kun­den von ei­nem mo­der­nen In­dus­trie­un­ter­neh­men? Te­cken­trup nahm nach ei­ge­nen An­ga­ben kon­se­quent die Kun­den­sicht ein, um sich an die­sem An­for­de­rungs­pro­fil zu ent­wi­ckeln. „Da­durch ha­ben wir er­fah­ren, dass wir mehr als ein Pro­dukt – näm­lich auch pas­sen­de Ser­vices – bie­ten müs­sen, was wir mitt­ler­wei­le tun. Da­mit he­ben wir uns heu­te vom Wett­be­werb klar ab“, ist der Ge­schäfts­füh­rer über­zeugt. Zur strik­ten Kun­den­aus­rich­tung ha­be Ka­rin Simon viel bei­ge­tra­gen. „ Sie hat uns da­rin be­stärkt, im­mer wie­der die Kun­den­sicht ein­zu­neh­men – Fach­händ­ler, Pla­ner, Ver­ar­bei­ter, Ver­wen­der. Der nun an­ge­sto­ße­ne Pro­zess en­det üb­ri­gens nie, er ist viel­mehr ei­ne ste­ti­ge Ent­wick­lung, das Stich­wort heißt Agi­li­tät. Kun­den än­dern sich und dar­auf ge­hen wir heu­te und in Zu­kunft ein“, be­rich­tet der In­ha­ber und er­läu­tert wei­ter: „Die Kun­den­zen­triert­heit ist so­mit der Kern un­se­rer Stra­te­gie und wird auch der Kern blei­ben. Än­dern kön­nen sich die Me­tho­den, um die­ser Zen­triert­heit ge­recht zu wer­den. Die Vi­si­on lau­tet, Kun­den zu Fans zu ma­chen.“Mit die­ser Phi­lo­so­phie ha­be sich auch ei­ne neue Art ent­wi­ckelt, mit dem Kun­den zu re­den. „Durch das in­ten­si­ve Ver­hält­nis ver­bes­sern wir un­ser Wis­sen über Kauf­ent­schei­dun­gen, Wün­sche und Pro­ble­me un­se­rer Part­ner und auch de­ren Kun­den. Dar­aus ent­wi­ckeln wir neue An­ge­bo­te“. Da­zu zäh­len zum Bei­spiel in­di­vi­dua­li­sier­te Schu­lun­gen, vor al­lem zur Mon­ta­ge. Da­von pro­fi­tie­ren vie­le Part­ner, vom Me­tall­bau­be­trieb bis zum Sach­ver­stän­di­gen.

Ein­fa­cher und schnel­ler

Zugleich op­ti­miert das Un­ter­neh­men sei­ne Ab­läu­fe. „Ein­fa­cher und schnel­ler“lau­tet die Vor­ga­be. Da­zu ge­hört der jetzt eta­blier­te 72-St­un­den-Lie­fer­ser­vice, der laut Un­ter­neh­men die Pla­nungs­si­cher­heit beim Auf­trag­ge­ber er­höht und ihm zu­dem La­ger­flä­che spart. Ein wei­te­rer Mehr­wert für den Fach­han­del sei die Be­darfs­de­ckung an Da­ten. Von ein­fa­chen tech­ni­schen Da­ten bis zu High-End-BIMDa­ten lie­fert der Her­stel­ler al­le kos­ten­frei. Trotz Di­gi­ta­li­sie­rung ver­ges­sen die Ver­ant­wort­li­chen nicht den Wert von per­sön­li­chen Kon­tak­ten: „Dia­log bleibt wich­tig, denn nur so kann Kun­den­zen­triert­heit funk­tio­nie­ren. Das heißt, dass wir ge­mein­sam mit den Kun­den die Is­tSi­tua­ti­on ana­ly­sie­ren, um Lö­sun­gen zu er­ar­bei­ten und um­zu­set­zen. Und dies mög­lichst ein­fach und schnell. Üb­ri­gens ha­ben wir da­bei die Er­fah­rung ge­macht, dass ge­ra­de der Aus­tausch über al­le Ebe­nen zu den bes­ten Er­geb­nis­sen führt. Der An­satz, so­wohl mit der Füh­rung wie auch mit den Mit­ar­bei­tern zu spre­chen, er­weist sich al­so als rich­tig“, zeigt der In­ha­ber das Vor­ge­hen auf. Um die­se neue Denk- und Ar­beits­wei­se im Un­ter­neh­men zu er­rei­chen, muss­te auch in­tern Agi­li­tät ge­zeigt wer­den. „Mit­ar­bei­ter wie Ge­schäfts­füh­rung ha­ben so ih­re Kom-

fort­zo­ne ver­las­sen. Ein sol­cher Schritt ist im ers­ten Mo­ment teil­wei­se schmerz­haft, er war aber ganz si­cher not­wen­dig“, be­rich­tet Te­cken­trup. Der neue Weg trägt be­reits Früch­te. Ein Bei­spiel: Statt End­kun­den aus­führ­li­che, sehr tech­ni­sche In­for­ma­tio­nen zu lie­fern, kon­zen­triert sich Te­cken­trup nun dar­auf, mehr über wei­te­re Fak­ten zu in­for­mie­ren wie Ein­bau­dau­er ei­nes Ga­ra­gen­to­res, Ent­sor­gung des al­ten, Ser­vice­leis­tung des Hand­wer­kers. Te­cken­trup bringt es auf ei­ne grif­fi­ge For­mel: „Die Sa­ni­tär­bran­che zeigt wie es geht – die ver­kauft kei­ne Klos, son­dern Well­ness. Die­se Sicht­wei­se trans­por­tie­ren wir nun Schritt für Schritt auf un­se­ren Markt“. Um den End­kun­den über den Fach­händ­ler und den Ver­ar­bei­ter bes­ser zu er­rei­chen, wer­den nicht nur die Ab­läu­fe ver­ein­facht und die Kom­mu­ni­ka­ti­on in­ten­si­viert. Zu­sätz­lich wird schon jetzt je­des neue Pro­dukt auf der Ba­sis des so­ge­nann­ten Cust­o­m­er-Co-Crea­ti­on ent­wi­ckelt, ein wei­te­rer Baustein der Kun­den­ori­en­tie­rung und ein Pro­zess, bei dem der Kun­de zum Mit­ge­stal­ter wird. Mit die­sem An­satz ent­wi­ckeln in­ter­dis­zi­pli­nä­re Teams im Un­ter­neh­men maß­ge­schnei­der­te Lö­sun­gen aus An­wen­der­sicht. Ers­te Re­sul­ta­te wer­den im Ja­nu­ar auf der BAU in München ge­zeigt (sie­he Kas­ten). Für den Un­ter­neh­mens­be­reich „Pro­fes­sio­nal“ist es die neue Au­ßen­tür, die auf der Mes­se ein High­light dar­stellt: Ent­wi­ckelt mit der Be­glei­tung der Kun­den, ist sie so­wohl un­ter äs­the­ti­schen als auch un­ter funk­tio­na­len Aspek­ten op­ti­miert und auf­grund des mo­du­la­ren Auf­baus auch öko­no­misch ein Fort­schritt. Te­cken­trup freut sich über sol­che Er­geb­nis­se: „Auf der Mes­se ha­ben wir viel Raum für den Dia­log frei ge­hal­ten – es gibt aber auch ei­ne gan­ze Rei­he tech­ni­scher In­no­va­tio­nen zu se­hen“. Gu­te Pro­duk­te sei­en schließ­lich eben­so un­ver­zicht­bar und mit der ge­mein­sa­men Pro­dukt­ent­wick­lung stre­be man die In­no­va­ti­ons­füh­rer­schaft an. Trotz all der Ve­rän­de­run­gen blei­ben zwei Din­ge: Die Pro­duk­ti­ons­stand­or­te in Deutsch­land und der Sta­tus als Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men – trotz ei­ni­ger Ge­rüch­te sei ein Ver­kauf aus­ge­schlos­sen. Te­cken­trup selbst freut sich über die Ve­rän­de­run­gen und be­rich­tet mit En­thu­si­as­mus: „Das Span­nen­de am Wan­del ist die sinn­stif­ten­de Per­spek­ti­ve, die man für den Kun­den und für sich selbst ent­wi­ckelt. Das mer­ken auch die Mit­ar­bei­ter zu­neh­mend und sind ent­spre­chend mo­ti­viert bei der Sa­che.“So ge­rüs­tet scheint nicht nur die Zu­kunft des Fa­mi­li­en­un­ter­neh­mens ge­si­chert, son­dern auch das Er­rei­chen der Zie­le wirkt nicht un­wahr­schein­lich.

Foto: Re­dak­ti­on/ko­si

Kai Te­cken­trup hat sich und sein Un­ter­neh­men hin­ter­fragt.

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