Ge­gen „Ho­s­pi­tal­kei­me“

Cfk.- So­ge­nann­te „Ho­s­pi­tal­kei­me“sind ein be­kann­tes Übel. Sie ver­ur­sa­chen 80 000 bis 180 000 ver­meid­ba­re Er­kran­kun­gen jähr­lich, da­zu 1 500 bis 4 500 To­des­fäl­le – so die ge­schätz­ten Zah­len. Doch mit­tels an­ti­bak­te­ri­el­ler Grif­fe sol­len die­se Zah­len re­du­ziert

bauelement+technik - - BAUBESCHLAG- MAGAZIN -

So­ge­nann­te „Ho­s­pi­tal­kei­me“sind ein be­kann­tes Übel. Sie ver­ur­sa­chen 80 000 bis 180 000 ver­meid­ba­re Er­kran­kun­gen jähr­lich, da­zu 1 500 bis 4 500 To­des­fäl­le – so die ge­schätz­ten Zah­len. Doch mit­tels an­ti­bak­te­ri­el­ler Grif­fe sol­len die­se Zah­len re­du­ziert wer­den kön­nen.

An­ti­bak­te­ri­el­le Grif­fe, al­so Grif­fe mit ei­ner ge­gen Bak­te­ri­en wir­ken­den, im Ide­al­fall Bak­te­ri­en ab­tö­ten­den Be­schich­tung, gibt es schon ei­ne Wei­le. Es stellt sich die Fra­ge nach Ent­wick­lungs­stand und Neu­hei­ten. Mit der „Aba­co“-Be­schich­tung hat Her­stel­ler Süd­me­tall vor Weih­nach­ten sich ei­ge­nen An­ga­ben zu Fol­ge ein Al­lein­stel­lungs­merk­mal er­ar­bei­tet. Die Be­schich­tung soll laut Er­geb­nis­sen der Uni­ver­si­tä­ten von Na­var­ra/Spa­ni­en und Bre­scia/Ita­li­en nach fünf Mi­nu­ten die zu den am wei­tes­ten ver­brei­te­ten Bak­te­ri­en zäh­len­den Esche­ri­chia Co­li und Sta­phy­lo­coc­cus Au­reus voll­stän­dig ab­ge­tö­tet ha­ben (sie­he bau­ele­ment+tech­nik 1/17). Bei „Aba­co“han­delt es sich um ei­ne dün­ne an­ti­bak­te­ri­el­le Be­schich­tung, wel­che die Vor­tei­le der Stär­ke, Halt­bar­keit und Schön­heit von PVD mit ei­ner be­son­de­ren Na­no­tech­no­lo­gie ver­eint, die eben die­se an­ti­bak­te­ri­el­len Ei­gen­schaf­ten bie­tet. Dank der An­wen­dung von PVD wird ei­ne brei­te De­si­gn­fä­hig­keit er­öff­net, zu­mal die Farb­pa­let­te von Edel­stahl, über Chrom, Mes­sing, Gold und Schwarz für mit „Aba­co“be­schich­te­te Be­schlä­ge ge­nutzt wer­den kann.

An­ti­bak­te­ri­ell – An­ti­mi­kro­bi­ell

An­de­re Her­stel­ler stel­len an­de­re Aspek­te in den Vor­der­grund. HOPPE zum Bei­spiel be­tont, dass Grif­fe mit der Ober­flä­che „ Se­cu San“an­ti­mi­kro­bi­ell wir­ken - und nicht nur an­ti­bak­te­ri­ell. Der Un­ter­schied zwi­schen an­ti­bak­te­ri­ell und an­ti­mi­kro­bi­ell: An­ti­bak­te­ri­ell wirkt nur ge­gen Bak­te­ri­en, an­ti­mi­kro­bi­ell zu­sätz­lich auch noch ge­gen Pil­ze und Al­gen. „ Se­cu San“ist ei­ne spe­zi­el­le Ober­flä­che, die laut Her­stel­ler mi­kro­bi­el­les Wachs­tum so­fort und dau­er­haft un­ter­drückt. Da­bei ist auch sie völ­lig war­tungs­frei und auf Lang­zeit­nut­zung aus­ge­legt. Ih­re ho­he Wirk­sam­keit sei in un­ab­hän­gi­gen La­bor- und Pra­xis­tests be­stä­tigt. Un­ter an­de­rem ha­be das In­sti­tut für me­di­zi­ni­sche Mi­kro­bio­lo­gie und Kran­ken­haus­hy­gie­ne der Phil­ipp­sU­ni­ver­si­tät Mar­burg mit­tels ei­nes kli­ni­schen Pra­xis­tests im Uni­ver­si­täts­kli­ni- kum Mar­burg die gu­te Wirk­sam­keit der „Se­cu San“-Ober­flä­che im zeit­li­chen Ver­lauf at­tes­tiert. Die Wirk­sam­keit wird durch Sil­be­rio­nen er­zielt, die ak­ti­ver Be­stand­teil des Ma­te­ri­als sind und so­mit auch nach Mo­na­ten und Jah­ren noch wir­ken – auch bei re­gel­mä­ßi­ger Rei­ni­gung der Grif­fe. „ Se­cuSan“sei hoch­wirk­sam durch die schnel­le Ent­fal­tung an­ti­mi­kro­bi­el­ler Ei­gen­schaf­ten – über­all dort, wo Hy­gie­ne­schutz mit schnel­ler Wirk­sam­keit, ho­her

Wirt­schaft­lich­keit und Um­welt­scho­nung ver­bun­den sein müs­se, heißt es sei­tens HOPPE. Der Griff­spe­zia­list aus Stadt­al­len­dorf ist da­mit auch recht er­folg­reich auf dem Markt und weist ei­ne lan­ge Lis­te mit Re­fe­renz­ob­jek­ten vor: Vom Par­ti­kel­zen­trum Kli­ni­kum Mar­burg über Kin­der­gär­ten, Schu­len, Se­nio­ren­hei­me, Arzt­pra­xen bis hin zum Ma­ri­en­hos­pi­tal in Keve­la­er.

Mi­kro­sil­ber im Ein­satz

Eben­falls von an­ti­mi­kro­bi­ell spricht man bei He­wi. Der Her­stel­ler setzt bei sei­nen „ac­tive +“be­zeich­ne­ten Pro­duk­ten Mi­kro­sil­ber ein, das ei­ne brei­te Wirk­sam­keit ge­gen­über Bak­te­ri­en und Pil­zen auf­wei­se. Die­ses gibt Sil­be­rio­nen ab, die das Wachs­tum von Bak­te­ri­en so­wie an­de­ren un­er­wünsch­ten Kei­men hem­men und so das In­fek­ti­ons­ri­si­ko für den Men­schen mi­ni- mie­ren, heißt es aus Bad Arol­sen. Das Mi­kro­sil­ber wird gleich­mä­ßig wäh­rend der Pro­duk­ti­on in das Po­ly­amid ein­ge­ar­bei­tet. Das Ad­di­tiv sei so mit dem Pro­dukt fest ver­bun­den und so­mit un­emp­find­lich ge­gen­über UV-Licht und Rei­ni­gungs­ver­fah­ren. Auf­grund der po­rö­sen Ober­flä­che des Mi­kro­sil­bers ver­fü­ge das ein­ge­setz­te Ma­te­ri­al über ei­nen gu­ten De­potef­fekt, der nach Ei­n­ar­bei­tung in das Po­ly­amid ei­ne dau­er­haft, zu­ver­läs­si­ge Wir­kung auf­wei­se. So be­las­te „ac­tive +“we­der Um­welt noch den mensch­li­chen Or­ga­nis­mus. Der Wirk­stoff sei so­gar für den Ein­satz in Haut­pfle­ge­pro­duk­ten ge­eig­net, heißt es von He­wi. Er­hält­lich ist da­bei ein Sor­ti­ment von Tür­drü­ckern, Sa­ni­tärAc­ces­soires so­wie Ca­re-Pro­duk­ten im klas­si­schen Rund­rohr­de­sign in der Far­be Si­gnal­weiß. Bei Ha­fi spricht man von ei­ner an­ti­bak­te­ri­el­len Ak­tiv-Ober­flä­che. „Ca­re Sept“wird von dem Be­schlag­her­stel­ler als ein­zi­ge bio­zid­freie, an­ti­bak­te­ri­el­le Ak­tiv-Ober­flä­che mit ei­nem rein phy­si­ka­li­schen Wirk­me­cha­nis­mus be­zeich­net. So sol­len 99,999 Pro­zent al­ler Bak­te­ri­en bin­nen vier Mi­nu­ten ab­ge­tö­tet sein, wenn sie mit der Ober­flä­che in Be­rüh­rung kom­men. Die Po­ly­elek­tro­ly­tei­gen­schaf­ten, durch die „Ca­re Sept“sei­ne Wir­kung er­zielt, zer­stört die Funk­ti­on der Zell­mem­bra­nen oder Zell­wän­de von Bak­te­ri­en, Vi­ren und Pil­zen, so die Er­läu­te­rung des kom­pli­zier­ten Pro­zes­ses aus El­chin­gen. Da­durch sei ei­ne Bil­dung von Re­sis­ten­zen aus­ge­schlos­sen. Auch Krat­zer in­ner­halb der Ober­flä­che sei­en kein Pro­blem, da die po­ly­elek­tro­ly­ti­sche Wir­kungs­wei­se auf­grund der um den Krat­zer an­lie­gen­den La­dung wei­ter­hin be­steht. Ha­fi bie­tet die Ober­flä­che für ei­ne Viel­zahl sei­ner Pro­duk­te an. Auch wenn die Zahl an Se­nio­ren­zen­tren und -re­si­den­zen, an Kran­ken­häu­sern und Pfle­ge­ein­rich­tung kon­stant steigt, führt das ema an­ti­bak­te­ri­el­ler Be­schlä­ge zu­min­dest der­zeit noch ein eher stief­müt­ter­li­ches Da­sein in der Bran­che. Man­che Her­stel­ler zie­hen ih­re Pro­duk­te so­gar wie­der aus dem Markt oder le­gen zu­min­dest kei­nen ge­stei­ger­ten Wert dar­auf, dass über die­se Pro­duk­te be­rich­tet wird. Ob es nicht bes­ser ist, mit brei­ter Brust, wie die vier hier ge­nann­ten Bei­spie­le, die­se Ni­sche zu be­set­zen, wird sich al­ler­dings erst in ein paar Jah­ren er­wei­sen.

Fo­tos: HOPPE

Die „Se­cu San“-Ober­flä­che ent­hält Sil­be­rio­nen, die in ein Trä­ger­sys­tem aus Glas­ke­ra­mik ein­ge­bet­tet sind. Die­se sind ak­ti­ver Ma­te­ri­al­be­stand­teil und ver­hin­dern das Wachs­tum von Kei­men wie Bak­te­ri­en, Al­gen und Pil­zen. Die Sil­be­rio­nen zer­stö­ren die...

Fo­to: Ha­fi

„Ca­re Sept“wirkt mit Po­ly­elek­tro­ly­tei­gen­schaf­ten.

Fo­to: He­wi

Mi­kro­sil­ber wirkt beim „ac­tive +“ge­gen Bak­te­ri­en, Kei­me und Pil­ze.

Fo­to: HOPPE

Der „Se­cu San“ist schon in vie­len Ob­jek­ten im Ein­satz.

Fo­to: Süd­me­tall

Mit „Aba­co“-Be­schich­tung sol­len in Re­kord­zeit die Bak­te­ri­en ab­ge­tö­tet sein.

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