Woh­nungs­wahl­jahr 2017

baustoffmarkt - - Trend + Meinung -

2017 ist ein so­ge­nann­tes „Su­per­wahl­jahr“. Pünkt­lich zur ers­ten gro­ßen Wahl in Deutsch­land, der Land­tags­wahl in Nord­rhein-Westfalen, die am 14. Mai statt­fin­det, hat die Ak­ti­on „Im­pul­se für den Woh­nungs­bau“, der auch der BDB an­ge­hört, ei­ne Woh­nungs­bau-Agen­da mit zwölf Punk­ten vor­ge­legt. Mit der Agen­da wol­len sie die Par­tei­en da­zu zu brin­gen, die Woh­nungs­bau­po­li­tik zu ei­nem Schwer­punkt ih­rer Wahl­pro­gram­me für den Bun­des­tags­wahl­kampf zu ma­chen. Und das ist drin­gend nö­tig: Zu lang­sam und zu hoch­prei­sig wer­de ak­tu­ell ge­baut, kri­ti­sie­ren die 30 Or­ga­ni­sa­tio­nen und Ver­bän­de der Ar­chi­tek­ten und Pla­ner, der Bau- und Im­mo­bi­li­en­wirt­schaft so­wie der Deut­sche Mie­ter­bund und die In­dus­trie­ge­werk­schaft Bau­en-Agrar-Um­welt. „Das be­zahl­ba­re Woh­nen wird zu den Top 5 der Wahl­kampf­the­men ge­hö­ren“, ist sich Ak­ti­ons­ko­or­di­na­tor Dr. Ro­nald Rast (DGfM) si­cher. Die Lei­dens­gren­ze der Men­schen, die in Bal­lungs­räu­men, Groß- und Uni­städ­ten ge­zwun­gen sind, sich ei­ne neue Woh­nung zu su­chen und da­für im­mer tie­fer in die Ta­sche zu grei­fen, sei er­reicht. Schuld dar­an sei ein enorm ho­hes Woh­nungs­de­fi­zit: Al­lein im ver­gan­ge­nen Jahr sei­en über 100 000 Woh­nun­gen zu we­nig ge­baut wor­den. Neu ent­stan­den sei­en nicht ein­mal 300 000 statt der er­for­der­li­chen 400 000 Wohn­ein­hei­ten, so­dass sich das De­fi­zit wei­ter auf­baue. Zwar lie­gen seit Mit­te März lie­gen die kom­plet­ten Ge­neh­mi­gungs­zah­len für das Jahr 2016 vor, die für die Mehr­fa­mi­li­en­häu­ser ein Wachs­tum von 33 Pro­zent aus­wei­sen, aber die­ses po­si­ti­ve Ent­wick­lun­gen kommt am Markt nicht oder nur zeit­ver­zö­gert an. Grün­de sind, wie hin­läng­lich be­kannt, die Ka­pa­zi­täts­eng­päs­se und ho­hen Auf­la­gen.

„Das be­zahl­ba­re Woh­nen wird zu den Top 5 der Wahl­kampf­the­men ge­hö­ren.“Dr. Ro­nald Rast

Die Bau­ge­neh­mi­gun­gen für Ein- und Zwei­fa­mi­li­en­häu­ser sei­en in der zwei­ten Jah­res­hälf­te 2016 so­gar zu­rück­ge­gan­gen, macht Rast deut­lich. Vor die­sem Hin­ter­grund wird deut­lich, dass Deutsch­land ei­ne neue Woh­nungs­bau­po­li­tik braucht, die das The­ma an den Wur­zeln packt. Da­zu ge­hört, wie auch an die­ser Stel­le be­reits mehr­fach ge­for­dert, und nun noch ein­mal vom Ak­ti­ons­bünd­nis auf den Punkt ge­bracht, die Ein­rich­tung ei­nes ei­gen­stän­di­gen Bau­mi­nis­te­ri­ums. Rast: „Der Woh­nungs­bau, die Raum­ord­nung und der Städ­te­bau müs­sen bun­des­po­li­tisch wie­der das Ge­wicht be­kom­men, das sie ver­die­nen. Da­für ist ein ei­ge­nes Bundesministerium not­wen­dig, das sich in ei­ner neu­en Bun­des­re­gie­rung dann auch durch­setzt.“Da­bei geht es am En­de nicht nur um das The­ma klas­si­scher Woh­nungs­bau, denn die Zu­kunft des Woh­nens hat in den Städ­ten rund um den Glo­bus längst be­gon­nen. Wo führt das wohl hin, wenn die­ser smar­te Weg nicht durch ei­ne ord­nen­de Hand in die rich­ti­gen Bah­nen ge­lenkt wird? Zum The­ma pas­send soll­ten man sich den 22. Ju­ni frei­hal­ten: An die­sem Da­tum fin­det der mitt­ler­wei­le ach­te Woh­nungs­bau-Tag in Berlin statt. The­ma: „Wahl­kampf-Are­na Woh­nungs­bau – wie sich die Par­tei­en zum Bau­en und Woh­nen po­si­tio­nie­ren.“

Thorsten Schmidt t.schmidt@ rm-han­dels­me­di­en.de

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