Mein Vor­bild war Nick Rho­des von Du­ran Du­ran. Er stand in den Vi­de­os im­mer in­mit­ten all sei­ner Syn­thies.

Beat - - Beat Personality -

siert. Aber ich fand sie groß­ar­tig!“In der Ha­çi­en­da teilt er nun die­se Fas­zi­na­ti­on mit all den an­de­ren Gäs­ten, die dem un­er­klär­li­chen Charme von Acid er­le­gen sind: „Wir sind an den Mitt­woch­aben­den aus­ge­gan­gen. Die Frei­ta­ge wa­ren ver­rück­ter und am Sams­tag ha­ben sich al­le schick ge­macht. Wir ha­ben den Sams­tag des­we­gen „die Nacht der Fri­sö­re“ge­nannt. Am Mitt­woch war es nicht so voll und so konn­te ich ne­ben der Kan­zel ste­hen und den DJs da­bei zu­se­hen, wie sie die Plat­ten mix­ten. Ich ha­be an­ge­fan­gen, ge­nau zu­zu­hö­ren und schließ­lich dann auch zu ver­ste­hen.“

Der DJ, der für den Mitt­woch ver­ant­wort­lich ist, ist Jon Da­sil­va. Stark be­ein­flusst von der New Yor­ker Sze­ne um Shep Pet­ti­bo­ne und Ju­ni­or Vas­quez, die schon in den 80ern mit ein­fa­chen Mit­teln kom­ple­xe Sets kon­stru­ier­ten und vor wil­den Ex­pe­ri­men­ten nicht zu­rück schreck­ten, ent­wi­ckel­te Da­sil­va ei­nen ei­ge­nen Stil, der stark vom Ein­satz von Aca­pel­las und dem „Mi­xen nach Ton­ar­ten“ge­prägt war. In der Ha­çi­en­da ist der DJ-Pos­ten ei­gent­lich un­er­reich­bar, doch wie in ei­nem schlecht ge­scrip­te­ten Film be­kommt

Trotz des eu­pho­ri­sie­ren­den Er­leb­nis­ses bleibt die Ha­çi­en­da aber nur ein Über­gangs­punkt in sei­ner Kar­rie­re. In Shel­ley‘s La­ser­dro­me in Sto­ke-on-Trent kann er frei ex­pe­ri­men­tie­ren und ent­wi­ckelt sei­nen ei­ge­nen Stil, der sich um ei­ne be­rau­schen­de Fu­si­on aus Acid und Ita­lo-House dreht. Dom Phil­lips be­schreibt die ers­te Be­geg­nung mit die­sem eu­pho­ri­sie­ren­den Ge­bräu fol­gen­der­ma­ßen: „Es ist ei­ne har­te, aber me­lo­di­sche Mu­sik, lei­den­schaft­lich aber nach­denk­lich (…). End­lich kannst du wie­der aus­ge­hen und ver­rück­te aber ein­gän­gi­ge Mu­sik hö­ren, die Lust aufs Tan­zen macht. Sie ist ein­fach, fun­ky und trei­bend.“[3] Schon bald steht Sa­sha auf dem Co­ver des ton­an­ge­ben­den Mix­mag – beim zwei­ten An­lauf so­gar in ei­ner Je­sus-Darstel­lung, ähn­lich den Graf­fi­tis in den 70ern, die be­haup­te­ten „Eric Clap­ton is God.“

Sa­sha‘s Ruhm geht Hand in Hand mit sei­nen Mix-CD-Ver­öf­fent­li­chun­gen. Zwi­schen 1994 und 2000 ver­öf­fent­licht er ei­ne na­he­zu ma­kel­lo­se Rei­he, die heu­te na­he­zu al­le als Klas­si­ker gel­ten: 1997 und -99 die Nach­fol­ger der ers­ten „ Nort­hern Ex­po­sure“, 1998/99 sei­ne bei­den ul­tra­sub­ti­len, schwe­ben­den Ein­trä­ge in die Global-Un­der­ground-Rei­he und schließ­lich 2000 „Com­mu­ni­ca­ti­on“, auf dem er und Dig­weed die Wand­lung von Pro­gres­si­ve House in ei­ne dunk­le­re, tech­no­ide­re Rich­tung nach­zeich­nen. Zu die­sem Zeit­punkt ist es kaum mehr vor­stell­bar, dass er sich noch am An­fang des Jahr­zehnts meh­re­re Mo­na­te um ei­nen

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