Test: Su­gar By­tes Apa­ril­lo

Beat - - In Beat - Von Ju­lia­ne Wolf

FM-Syn­the­se cle­ver be­herr­schen

Ab in den Or­bit mit Apa­ril­lo – ei­nem neu­en FM-Plug-in aus dem Hau­se Su­gar By­tes. So­wohl die Ober­flä­che als auch auch die vie­len Mo­du­la­ti­ons­mög­lich­kei­ten ma­chen Lust dar­auf, ab­zu­he­ben.

Die Ba­sis von Apa­ril­lo bil­den zwei mit­ein­an­der in­ter­agie­ren­de FM-Syn­the­si­zer. Ins­ge­samt setzt sich der Klang aus dem Synth, dem Arp und dem Spa­cia­li­zer (al­so den Ef­fek­ten) zu­sam­men.

Or­bi­ter

Beim Or­bi­ter han­delt es sich um ei­ne Ober­flä­che mit be­weg­li­chen, far­ben­fro­hen Ele­men­ten, bei de­nen je­des ei­ne be­stimm­te Klang­cha­rak­te­ris­tik sym­bo­li­siert. Mit ei­nem Klick las­sen sich die Pa­ra­me­ter ver­än­dern. Der Or­bi­ter selbst ist ei­ne pin­ke Ku­gel, die man im zwei­di­men­sio­na­len Raum be­we­gen kann. Die Hand­ha­bung ist in­tui­tiv: Je nä­her man den Or­bi­ter an be­stimm­te Ob­jek­te bringt, des­to mehr wird der Sound von den je­wei­li­gen Pa­ra­me­tern mo­du­liert. Das kön­nen zum Bei­spiel Bright­ness, Re­so­nan­ce, Re­verb, De­lay und vie­le an­de­re Wer­te sein. Je­der Fak­tor kann per Rechtsklick noch ge­nau­er de­fi­niert wer­den, bei­spiels­wei­se durch Ra­di­us, Level oder Pan­ning. Die Ar­beit mit dem Or­bi­ter bringt ei­ne Men­ge Spaß, denn durch will­kür­li­che Be­we­gun­gen kann man ein­fach aus­tes­ten, wel­che Sounds am bes­ten ge­fal­len. Rich­tig un­ter­halt­sam wird das Gan­ze mit ei­nem Con­trol­ler, denn die X/Y-Wer­te las­sen sich per MIDI steu­ern und in der DAW au­to­ma­ti­sie­ren. Da­durch wird auch ein Live-Ein­satz gut mög­lich. Im Mou­se Re­cor­der Mo­de las­sen sich die Be­we­gun­gen des Or­bi­ters auch in ei­nen Buf­fer auf­zeich­nen. Spielt man dann ei­ne No­te, folgt der Or­bi­ter je­des Mal dem vor­her auf­ge­nom­me­nen Mus­ter. Im Key Re­cor­der Mo­de hin­ge­gen kann man ei­ne be­stimm­te Po­si­ti­on ab­spei­chern, und im­mer, wenn man ei­ne be­stimm­te Tas­te drückt, springt der Or­bi­ter wie­der in die­se Stel­lung zu­rück – auch sehr hilf­reich, wenn man ei­nen be­son­ders gu­ten Sound ge­fun­den hat. Oben­drauf gibt es ei­ne Ran­do­mi­ze-Funk­ti­on, bei der die Ob­jek­te und Pa­ra­me­ter zu­fäl­lig aus­ge­wählt wer­den.

Synth

Wir fin­den auf der Synth-Ober­flä­che zwei 16-stim­mi­ge FM-Ope­ra­to­ren, die sich ge- gen­sei­tig auf ver­schie­de­ne Ar­ten mo­du­lie­ren kön­nen. So gibt es zwei LFOs, ei­ne Jit­ter-Funk­ti­on und drei Har­mo­nic-Mo­des, die die Ar­beits­wei­se der Ra­tio ver­än­dern. Hier geht al­so ei­ne Men­ge, wo­bei es auch schnell sehr kom­plex wer­den kann. Ein Plus­punkt im Synth-Be­reich des Apa­ril­lo ist je­doch die gra­fi­sche Um­set­zung der Ober­flä­che. So wer­den die 16 Stim­men al­le als ein­zel­ne Punk­te an­ge­zeigt, die sich je nach Mo­du­la­ti­on schnel­ler und lang­sa­mer nach oben und un­ten be­we­gen. Schal­tet man den Har­mo­nic-Mo­dus aus, be­kom­men wir un­har­mo­ni­sche Klän­ge, mit de­nen man gut Ef­fek­te er­zeu­gen kann. Im Quan­ti­ze Mo­de las­sen sich hin­ge­gen har­mo­ni­sche, per­fekt ge­tun­te Sounds er­schaf­fen.

Mit dem Shift-Tool las­sen sich Ak­kor­de aus zu­fäl­lig ge­wähl­ten Tö­nen ei­ner Ton­lei­ter er­zeu­gen, wenn man den Wert er­höht. So kommt man schnell auf neue Kom­bi­na­tio­nen und Ak­kord­fol­gen.

Apa­ril­lo hat eben­falls ei­nen tol­len Ar­peg­gia­tor, der sich in vier ver­schie­de­nen Mo­di trig­gern lässt. Da­durch ent­ste­hen im Hand­um­dre­hen viel­fäl­ti­ge Ton­fol­gen, die sich wie­der­um mo­du­lie­ren las­sen – su­per für Techno und pro­gres­si­ve Klän­ge.

Ef­fek­te und En­ve­l­o­pe

In der FX-Sek­ti­on be­fin­det sich ein toll klin­gen­der, wei­ter räum­li­cher Hall, ein De­lay so­wie ein Pan­ner. Hö­he­punkt ist hier je­doch ein­deu­tig der Spa­cia­li­zer, der mit ver­schie­de­nen Ein­stel­lun­gen ge­füt­tert wer­den kann. Je nach Ein­stel­lung der Spa­ci­al Ran­ge und des Si­ze-/Pitch-Fa­ders zum Fein­tu­nen kann er ei­nen ganz ei­ge­nen Cha­rak­ter ent­wi­ckeln. So kann man ihn als De­lay, Re­verb oder vom Pitch kon­trol­lier­ten Re­so­na­tor nut­zen. Als letz­te­rer kann Apa­ril­lo via Re­so­na­tor- oder Wa­ve­gui­de-Syn­the­se so­gar ei­nen ei­ge­nen Synth-Lay­er er­zeu­gen. Grund­sätz­lich bringt es aber auch ei­ne Men­ge Spaß, die Mög­lich­kei­ten aus­zu­tes­ten und neue Kom­bi­na­tio­nen zu ent­de­cken.

Im En­ve­l­o­pe-Mo­dus kön­nen wir zwei ADSR-ge­steu­er­te Hüll­kur­ven mo­du­lie­ren, je­de mit ih­ren ei­ge­nen Op­tio­nen für die Voice-Mo­du­la­ti­on. Au­ßer­dem ist es mög­lich, zwi­schen Unison-, Po­ly­phon- (mit 16 Voices) und Col­li­si­on-Mo­de zu wäh­len. Apa­ril­lo ist al­so wirk­lich viel­fäl­tig ein­setz­bar.

Fa­zit

Der Su­gar By­tes Apa­ril­lo hat zwei Sei­ten: Im Synth und En­ve­l­o­pe-Be­reich kann man Sounds de­tail­liert be­ar­bei­ten und pla­nen. Der Or­bi­ter je­doch ist die Spiel­wie­se, die ei­nem ei­ne Men­ge In­spi­ra­ti­on bie­tet. Hier liegt ein­deu­tig die Ein­zig­ar­tig­keit die­ses Synths, macht er doch so­fort Lust dar­auf, mit dem Bas­teln von Klän­gen los­zu­le­gen. Die schier end­lo­sen Mög­lich­kei­ten zur Kom­bi­na­ti­on der Sym­bo­le und des Or­bi­ters ma­chen es leicht, Sounds zu er­schaf­fen, die es so noch nicht gab. Sehr in­ter­es­sant ist das Gan­ze na­tür­lich auch für Live-Mu­si­ker, da Apa­ril­lo auch als stand-alo­ne nutz­bar ist und mit ei­nem X/Y-Con­trol­ler per MIDI ge­steu­ert wer­den kann – ei­ne gro­ße Freu­de, um die Crowd auf Rei­sen zu schi­cken.

Mo­du­la­ti­on mit dem Or­bi­ter ist das High­light des Apa­ril­lo

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.