Test: Cen­tran­ce Mi­xerface R4

Bei Spi­re Stu­dio han­delt es sich um ei­nen kom­pak­ten 8-Spur-Au­dio­re­kor­der, der Com­pu­ter und DAW er­set­zen will und dank Ak­ku­be­trieb auch mo­bil nutz­bar ist.

Beat - - Inbeat - Von Jan Wil­king

Kompakt-In­ter­face für un­ter­wegs

Spi­re Stu­dio ist das ers­te Hard­ware-Pro­dukt der Soft­ware-Schmie­de Izo­to­pe und kommt in ei­nem un­ge­wöhn­li­chen De­sign für ei­nen Au­dio­re­kor­der da­her. Die kom­pak­te zy­lin­dri­sche Form er­in­nert eher an mo­bi­le Laut­spre­cher wie Ama­zon Echo. Auf der Ober­sei­te aus Plas­tik be­fin­den sich die Be­dien­ele­men­te, das Ge­häu­se selbst ist aus ro­bus­tem Me­tall ge­fer­tigt und sorgt da­für, dass der Re­kor­der mit ei­nem Ge­wicht von knapp über 600 Gramm so­li­de auf dem Desktop steht und auch den Ein­satz auf Tour un­be­scha­det über­steht.

Auf der Vor­der­sei­te be­fin­det sich hin­ter Draht­ge­flecht das ein­ge­bau­te Mi­kro­fon mit Ku­gel­cha­rak­te­ris­tik. Dar­un­ter ist der Kopf­hö­rer­an­schluss an­ge­bracht. Auf der Rück­sei­te gibt es ei­nen zwei­ten Kopf­hö­rer­an­schluss. Dort be­fin­den sich auch die zwei Au­dio­ein­gän­ge in Form von XLR/ Klin­ke-Kom­bi­buch­sen für Mi­kro­fon oder Li­ne-Si­gnal. 48V-Phan­tom­spei­sung ist per Schal­ter ak­ti­vier­bar. Bei Nut­zung des obe­ren Ein­gangs wird das ein­ge­bau­te Mi­kro­fon au­to­ma­tisch ab­ge­schal­tet. Un­ter dem Ein-/Aus­schal­ter sitzt der An­schluss für das mit­ge­lie­fer­te Netz­teil, die Strom­ver­sor­gung kann aber auch vom ein­ge­bau­ten Ak­ku über­nom­men wer­den. Im Test hielt der Ak­ku bei nor­ma­ler Nut­zung ca.

5 St­un­den, eben­so viel Zeit müs­sen Sie für das kom­plet­te Auf­la­den ein­pla­nen.

In­tui­ti­ve Be­die­nung

Die Be­die­nung er­folgt über die 5 Tas­ter auf der Ober­sei­te. Die bei­den zen­tral an­ge­ord­ne­ten Tas­ter die­nen der Ak­ti­vie­rung von Auf­nah­me und Wie­der­ga­be. Mit den un­te­ren drei Tas­tern er­zeu­gen Sie ei­nen neu­en Song, re­geln die Laut­stär­ke des Kopf­hö­rers und pe­geln das Ein­gangs­si­gnal aus. Letz­te­res ist sehr in­tui­tiv ge­stal­tet : Nach Druck auf den Sound­check-Tas­ter prüft Spi­re Stu­dio 10 Se­kun­den lang die Laut­stär­ke des per Mi­kro­fon oder Kom­bi­buch­sen ein­ge­speis­ten Si­gnals und steu­ert es dann pas­send aus. Der mehr­far­bi­ge LED-Kranz vi­sua­li­siert den Pe­gel, zeigt aber auch ak­ti­vier­te Auf­nah­me so­wie Spu­ren­zahl an. Er ist touch-emp­find­lich, nach Druck auf den Vo­lu­me-Tas­ter pas­sen Sie hier­mit die Laut­stär­ke des Kopf­hö­rers an und auch ein­zel­ne Spu­ren las­sen sich hier­über stumm­schal­ten oder ak­ti­vie­ren. Das war es dann aber auch schon an Be­dien­ele­men­ten, auf ein Dis­play wur­de kom­plett ver­zich­tet.

So kann man sich beim Spi­re Stu­dio al­lein auf die Mu­sik kon­zen­trie­ren, braucht nicht stän­dig auf das Ge­rät zu schau­en und wird auch nicht von ir­gend­wel­chen tech­ni­schen Spie­le­rei­en ab­ge­lenkt. Grund­sätz­lich ist das ei­ne gu­te Ent­schei­dung, um sich von Re­cor­ding-Lö­sun­gen für Ta­blet und Smart­pho­ne ab­zu­he­ben. An­schal­ten, Auf­nah­me­tas­ter drü­cken, in das ein­ge­bau­te Mi­kro­fon sin­gen und dann noch ein­mal den Auf­nah­me­tas­ter zum Be­en­den drü­cken – fer­tig ist die Auf­nah­me. Wenn Sie vor­her ei­nen Pro­be­lauf ma­chen und den Sound­check-Tas­ter drü­cken, ist die Auf­nah­me auch op­ti­mal aus­ge­steu­ert – man­gels in­te­grier­tem Li­mi­ter darf es an­schlie­ßend aber nicht viel lau­ter wer­den. Nach ei­nem er­neu­ten Druck auf Auf­nah­me neh­men Sie ei­ne zwei­te Spur auf, bei­spiels­wei­se Back­ground-Ge­sang oder ein In­stru­ment. Die Auf­nah­men klin­gen auf An­hieb über­zeu­gend. Das in­te­grier­te Mi­kro­fon macht wirk­lich ei­nen gu­ten Job und bie­tet war­men, run­den Sound oh­ne un­er­wünsch­te Ar­te­fak­te und Ne­ben­ge­räu­sche, so­dass man sich in vie­len Fäl­len den An­schluss ei­nes ex­ter­nen Mi­kro­fons spa­ren kann.

Be­ar­bei­tung per App

Mehr­spur­auf­nah­men sind am Ge­rät selbst al­so schnell und un­kom­pli­ziert er­stellt, für die Nach­be­ar­bei­tung be­nö­ti­gen Sie aber die App Spi­re und ein kom­pa­ti­bles Ge­rät wie iPho­ne oder An­dro­id-Pho­ne. Die Ver­bin­dung er­folgt per WLAN, Spi­re Stu­dio ar­bei­tet als Host. Die Spu­ren wer­den in der App als Wel­len­form an­ge­zeigt, kön­nen vor­ne und hin­ten ge­schnit­ten und in Laut­stär­ke und Pan­ora­ma ge­re­gelt wer­den. Auch der Ex­port ist in ver­schie­de­nen For­ma­ten inkl. hoch­auf­lö­sen­der WAV-Da­tei über die App mög­lich, kom­plett oder in Ein­zel­spu­ren. Via App lässt sich ein Re­cor­ding-Ef­fekt ak­ti­vie­ren, von Amp-Si­mu­la­tor bis zum Hall, der dann di­rekt auf die Spur mit auf­ge­nom­men wird. Nach­träg­li­che Ef­fek­tie­rung ist nicht mög­lich, da­für wird das Ef­fekt­ge­rät nach je­der Auf­nah­me wie­der frei für ei­nen neu­en Ein­satz. Über die App kön­nen Sie auch die Auf­nah­me ak­ti­vie­ren und so das Smart­pho­ne als Fern­be­die­nung nut­zen.

Fa­zit

Izo­to­pe Spi­re Stu­dio ist ein kom­pak­ter, ro­bus­ter und ein­fach zu be­die­nen­der 8-Spur-Au­dio­re­kor­der oh­ne viel tech­ni­schen Schnick­schnack. Dies macht ihn vor al­lem für Song­wri­ter in­ter­es­sant, die ih­re Ide­en mit Hil­fe des gut klin­gen­den ein­ge­bau­ten Mi­kro­fons schnell und un­kom­pli­ziert auf­neh­men kön­nen. Er passt aber auch in je­den Gig­bag, um com­pu­ter­lo­se Jams beim Kum­pel mit dem Mo­du­lar­sys­tem auf meh­re­ren Spu­ren mit­zu­schnei­den.

Am Ge­rät di­rekt ist kei­ne Nach­be­ar­bei­tung der Auf­nah­men mög­lich, dies er­folgt über die kos­ten­lo­se Spi­re-App.

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