Beat

Test: Re­mixli­ve 4 iOS

Die fran­zö­si­sche Soft­ware­schmie­de Mixvi­bes schickt die iOS-Ver­si­on der App Re­mixli­ve in die vier­te Run­de. Wie lässt sich das Samp­le-ba­sier­te Krea­tiv­werk­zeug ein­set­zen?

- Von Bo­ris Pi­pior­ke-Arndt iOS · Android · iPad · App Store · Ableton · SoundCloud · Nashville Sounds

Mi­xing-App der nächs­ten Ge­ne­ra­ti­on

Mixvi­bes bie­tet Re­mixli­ve mit je­weils leicht ab­wei­chen­dem Funk­ti­ons­um­fang für Com­pu­ter­sys­te­me so­wie iOS und An­dro­id an. Wir ha­ben uns die neu er­schie­ne­ne iOS-Ver­si­on 4.0 auf ei­nem iPad 2018 für die­sen Test an­ge­schaut.

Re­mixli­ve

Die App Re­mixli­ve dient zur Wie­der­ga­be von Sam­ples und bie­tet Ih­nen hier­zu ein Lo­op-Grid mit 6x8 Spei­cher­plät­zen und ein Drum-Grid in der glei­chen Grö­ße, das für Fin­ger­drum­ming nutz­bar ist. Sie kön­nen die Samp­le-Slots mit In­hal­ten aus un­ter­schied­li­chen Qu­el­len fül­len. Mixvi­bes bie­tet hier­zu fer­tig spiel­ba­re Samp­le-Packs aus ver­schie­de­nen Gen­res als kos­ten­pflich­ti­ge Er­wei­te­run­gen an, die bis zu 96 Sam­ples in sehr gu­ter Qua­li­tät be­inhal­ten. Al­ter­na­tiv las­sen sich aber auch vor­han­de­ne Samp­le-Bi­b­lio­the­ken im­por­tie­ren, selbst ge­spiel­te Drum­pat­tern als Sam­ples auf­zeich­nen oder Sounds mit dem Mi­kro­fon des iPads auf­neh­men. Zur klang­li­chen Ab­stim­mung der Sam­ples ste­hen Ih­nen acht Ka­nal­zü­ge zur Ver­fü­gung, die mit Drei­band-EQs und Dual­mo­de-Fil­tern aus­ge­stat­tet sind. Zu­dem kön­nen Sie die sechs fle­xi­bel ver­schalt­ba­ren Ef­fek­te De­lay, Fil­ter, Flan­ger, Re­verb, Ping Pong De­lay und Whoosh nut­zen, die mit ei­nem vir­tu­el­len Touch­pad kon­trol­lier­bar sind so­wie ei­nen glo­ba­len Beat Re­pea­ter für rhyth­mi­sche Spie­le­rei­en. Ver­schie­de­ne Werk­zeu­ge er­lau­ben die An­pas­sung der Sam­ples.

In Ak­ti­on

Die App Re­mixli­ve kann kos­ten­los aus App­les App Sto­re her­un­ter­ge­la­den wer­den, ent­hält al­ler­dings nur ei­ni­ge we­ni­ge Gr­und­funk­tio­nen. Wenn Ih­nen das Kon­zept der App zu­sagt, soll­ten Sie die Funk­ti­ons­er­wei­te­run­gen per In-App-Kauf als Kom­plett­pa­ket er­wer­ben, um den vol­len Um­fang der App nut­zen kön­nen. Die ers­ten Geh­ver­su­che ge­lin­gen am ein­fachs­ten mit den drei ent­hal­te­nen Samp­le-Packs. Die Packs um­fas­sen Drum-, Bass­li­ne-, Syn­thie-, Chord-, Ef­fekt- und Vo­cal-Sam­ples, die the­ma­tisch und farb­lich sor­tiert sind und sich ziel­si­cher iden­ti­fi­zie­ren las­sen. Durch An­tip­pen der Pads oder Streich­be­we­gun­gen star­ten die Sam­ples im Lo­op-Grid und dank ei­ner kon­fi­gu­rier­ba­ren Quan­ti­sie­rungs­funk­ti­on ge­schieht die­ses im­mer pass­ge­nau. Mit spie­le­ri­scher Leich­tig­keit las­sen sich ver­schie­de­ne Sam­ples kom­bi­nie­ren und le­ben­di­ge Drum­pat­tern so­wie mu­si­ka­li­scher Phra­sen kre­ieren.

Zu­sätz­li­che Groo­ve-Ele­men­te aber auch Bass­fi­gu­ren oder Syn­thie-Me­lo­di­en kön­nen mit den Sam­ples im Drum-Grid er­gänzt wer­den und auch hier bie­tet die App ei­ne op­tio­na­le Quan­ti­sie­rungs­un­ter­stüt­zung. Um die Steue­rung mit ei­nem Fin­ger zu er­leich­tern, las­sen sich Sam­ples als Link Group zu­sam­men­fas­sen oder als Cho­ke Group ge­gen­sei­tig aus­schlie­ßen, da­mit kein „Sound­brei“ent­steht. Wenn Sie Re­mixli­ve als Er­gän­zung in ei­nem DJSet nut­zen möch­ten, kön­nen Sie die App draht­los via Able­ton Link be­quem syn­chro­ni­sie­ren. Für den DJ-Kon­text hät­ten wir uns ei­ne Nudge-Funk­ti­on zum An­schie­ben oder Ab­brem­sen ge­wünscht, um ei­nen Gleich­klang auch mit ana­lo­gen Sys­te­men ma­nu­ell her­stel­len zu kön­nen. Al­ter­na­tiv las­sen sich die in Echt­zeit ge­ne­rier­ten Phra­sen mit der in­te­grier­ten Auf­nah­me­funk­ti­on fest­hal­ten und an­schlie­ßend per Air­drop oder E-Mail an ei­nen Com­pu­ter über­tra­gen oder di­rekt auf Sound­cloud hoch­la­den.

Ei­ge­ne Sam­ples

Ei­ge­ne Sam­ples kön­nen auf un­ter­schied­li­che Wei­se in die App über­tra­gen oder mit die­ser er­zeugt wer­den. Gut ge­fal­len hat uns der Drag&Drop-Im­port, mit dem sich Sam­ples aus iPad-Ord­nern di­rekt auf die Pads zie­hen las­sen. Zu­dem kön­nen Sie auch ge­loop­te Songs aus der App Cross DJ in Re­mixli­ve über­tra­gen und dort als Lo­op-Sam­ples für Re­mi­xe wei­ter­ver­wen­den – su­per! Mit der Funk­ti­on Pat­tern Re­cor­ding ha­ben Sie die Mög­lich­keit Fin­ger­drum­ming-Se­quen­zen auf­zu­neh­men und kön­nen die­se auf ei­nem Lo­op-Pad spei­chern. Zur Be­ar­bei­tung las­sen sich Sam­ples mit Hüll­kur­ven ver­se­hen und frei oder ge­ras­tert kür­zen. Zu­dem kann das Tem­po un­ter Bei­be­hal­tung der Ton­hö­he ver­än­dert oder die Ton­hö­he oh­ne Tem­poän­de­rung an­ge­passt wer­den. Je nach dem, ob sich Sam­ples im Loo­po­der Drum-Grid be­fin­den, ste­hen un­ter­schied­li­che Wie­der­ga­be­optio­nen (Lo­op, One shot, Re­trig­ger, Ga­te) zur Aus­wahl. Sie kön­nen die Sam­ples rück­wärts ab­spie­len, ih­re Laut­stär­ke an­pas­sen und im Ste­reo­bild an­ord­nen.

Fa­zit

Mit der App Re­mixli­ve las­sen sich spie­le­risch gut klin­gen­de und stim­mi­ge Drum­pat­tern und Phra­sen ge­ne­rie­ren und als zu­sätz­li­che In­hal­te in ein DJ-Set in­te­grie­ren. Mit Lo­op-Sam­ples kön­nen Sie ein mu­si­ka­li­sches Grund­ge­rüst er­schaf­fen und die­ses per Fin­ger­drum­ming in Echt­zeit un­ter­ma­len. Auf­grund der viel­fäl­ti­gen Samp­le-Er­gän­zungs- und Be­ar­bei­tungs­mög­lich­kei­ten und der in­te­grier­ten Ef­fek­te er­hält man ein krea­ti­ves Werk­zeug, das ei­nen lan­gen Spiel­spaß bie­tet, vor­aus­ge­setzt man er­wirbt al­le Funk­tio­nen.

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Die iOS-App Re­mixli­ve von Mixvi­bes kann zur Un­ter­ma­lung ei­nes DJ-Sets ge­nutzt wer­den.

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