Beat

Test: Neo Pia­no Blue Grand

Der in Pe­king an­säs­si­ge Her­stel­ler Sound­ma­gic er­wei­tert sei­ne Pro­dukt­pa­let­te um vier Pia­nos des Tra­di­ti­ons­her­stel­lers St­ein­way.

- Von Ste­fan Hof­mann Beijing · Auch · Backstube Wünsche · The Presets

Vier Pia­nos aus Pe­king. Su­per?

Sound­ma­gic, be­kannt vor al­lem durch Samp­le-Li­bra­rys und Au­dio-Ef­fek­te, bringt mit Blue Grand vier neue Pia­nos für die haus­ei­ge­ne Neo-Pia­no-En­gi­ne her­aus. Fo­kus­siert hat sich der Her­stel­ler bei die­ser Li­bra­ry auf Mo­del­le des Her­stel­lers St­ein­way. Mit ei­ner Kom­bi­na­ti­on aus den so­ge­nann­ten Hy­brid-Mo­de­ling- und HD-Lay­er-Tech­no­lo­gi­en und ein­ge­spiel­ten Sam­ples der In­stru­men­te, ver­spricht der Her­stel­ler ei­ne her­vor­ra­gen­de Dy­na­mik des In­stru­ments. Das soll sich be­son­ders auf die Spiel­bar­keit des In­stru­ments aus­wir­ken. Wir ha­ben uns das Plug-in ge­nau­er an­ge­schaut.

In­stal­la­ti­on

Ver­gli­chen mit Kon­takt-ba­sier­ten Samp­le-Li­bra­rys und dem Re­gis­trie­rungs­ver­fah­ren über Na­ti­ve Ac­cess, ge­stal­tet sich der In­stal­la­ti­ons­pro­zess von Neo Pia­no et­was kom­pli­zier­ter. Nach Down­load und In­stal­la­ti­on der Soft­ware und den vier Pia­no-Bi­b­lio­the­ken muss man die im In­fo-Fens­ter ent­hal­te­ne, so­ge­nann­te Ma­chi­ne-I.D. an den Cust­o­m­er-Ser­vice von Sound­ma­gic sen­den. Nach kur­zer Zeit er­hält man dann ei­ne E-Mail mit den Frei­schalt­codes der ein­zel­nen Pia­nos. Nun muss man je­des Pia­no ein­zeln la­den und den je­wei­li­gen Key­code in das da­für vor­ge­se­he­ne Pa­nel ko­pie­ren. Es ist sehr wich­tig, bei der Ein­ga­be der Co­des dar­auf zu ach­ten, dass auch das zu­ge­hö­ri­ge Pia­no ge­la­den ist. An­sons­ten kann es zu un­schö­nen, rau­schen­den Pia­no­sounds kom­men, die vor al­lem mit ei­nem laut auf­ge­dreh­ten Kopf­hö­rer un­an­ge­nehm sind. Hat man die Pia­nos zum Lau­fen ge­bracht, ist der Klang je­doch sehr schön. Her­vor­zu­he­ben ist, dass man sich ent­schei­den kann, ob die Li­bra­ry den RAM-Spei­cher oder die ein­ge­bau­te Fest­plat­te nutzt. In Zei­ten schnel­ler SSDs ist dies ein her­vor­ra­gen­des Fea­tu­re.

Re­verb und Noi­ses

Die Be­nut­zer­ober­flä­che des Neo Pia­nos ist über­sicht­lich und auf­ge­räumt. Der ein­ge­bau­te Re­verb ver­fügt über neun ver­schie­de­ne Mo­di. Von Pla­te bis Cham­ber ist hier al­les da­bei. Das soll­te vor al­lem Film­mu­sik­kom­po­nis­ten auf­hor­chen las­sen. Die Ein­stell­mög­lich­kei­ten be­schrän­ken sich auf sechs Reg­ler – über­sicht­li­cher geht es kaum. Die Noi­ses-Sek­ti­on bie­tet Ein­stell­mög­lich­kei­ten, die eher et­was sub­jek­tiv da­her­kom­men. Hier kann man ne­ben den Pe­dal- und den Sai­ten­ge­räu­schen – die­se funk­tio­nie­ren nur in Kom­bi­na­ti­on mit ei­nem ex­ter­nen Pe­dal – auch die Laut­stär­ke der Häm­mer nach dem Los­las­sen ei­ner Tas­te ein­stel­len. Das ist auf je­den Fall ei­ne net­te Spie­le­rei auf dem Weg zum per­fek­ten Pia­no­sound.

Mehr Op­tio­nen

„Style“bie­tet ver­schie­de­ne Pre­sets für den in­te­grier­ten Mul­ti­band EQ. Die Ein­stell­mög­lich­kei­ten sind hier je­doch be­schränkt auf ei­nen Reg­ler, der die In­ten­si­tät des Equa­li­zers re­gelt und ei­nen Rei­ter für ver­schie­de­ne Sty­les wie Klas­sik und Jazz. Be­son­ders ge­fal­len hat uns der Rei­ter „Key Dy­na­mics“. Hier kann man das Ve­lo­ci­ty-Ver­hal­ten der Tas­ten über sie­ben ver­schie­de­ne Mo­di ein­stel­len. Zu­sätz­lich gibt es noch die Mög­lich­keit, Dämp­fungs­ver­hal­ten und Re­so­nanz zu ver­än­dern. Über Har­mo­nics, To­ne und Per­spec­tive lässt sich der Klang wei­ter be­ein­flus­sen. Zu gu­ter Letzt wur­de das Plug-in mit ei­nem so­ge­nann­ten Tu­ning-Sys­tem aus­ge­stat­tet. Hier kön­nen ver­schie­de­ne Tu­nings ge­la­den wer­den. Die­se sind je­doch nicht im Lie­fer­um­fang ent­hal­ten, kön­nen je­doch kos­ten­los im In­ter­net her­un­ter­ge­la­den wer­den. Ver­schie­de­ne Pre­sets wie Jazz Pia­no oder Live Rock run­den das Pa­ket ab und bie­ten ei­nen gu­ten Start­punkt für das Sound­de­sign.

Pra­xis

Die vier Pia­no­mo­del­le wur­den in fünf ver­schie­de­ne In­stru­men­te auf­ge­teilt. Die da­durch ver­füg­ba­re Klang­viel­falt ist be­ein­dru­ckend. Be­son­ders ge­fal­len hat uns der Klang von Blu­eX, wel­ches ei­nem St­ein­way-D-Flü­gel von 1927 nach­emp­fun­den ist. Die Be­di­en­ober­flä­che ist so über­sicht­lich ge­stal­tet, dass man auch oh­ne das La­den von Pre­sets schnell zum ge­wünsch­ten Sound ge­langt. Be­son­ders der Re­verb ist hier her­vor­zu­he­ben, denn sei­en wir mal ehr­lich, ein in Hall er­tränk­tes Pia­no ist wohl ei­ner der schöns­ten Klän­ge, die es gibt.

Fa­zit

Mit den Blue Grands von Sound­ma­gic er­hält man ei­ne gro­ße Band­brei­te an Pia­no Sounds und al­le not­wen­di­gen Be­dien­ele­men­te für ein ef­fek­ti­ves Sound­de­sign. Die­ses Bund­le ist für An­fän­ger und Pro­fis glei­cher­ma­ßen ge­eig­net. Doch das Wich­tigs­te ist der Klang und der über­zeugt. Auch die Spiel­bar­keit lässt kei­ne Wün­sche of­fen. Der In­stal­la­ti­ons­pro­zess ist et­was kom­pli­ziert, je­doch mach­bar. Das Preis-Leis­tungs-Ver­hält­nis ist gut. Wir kön­nen die Blue Grands von Sound­ma­gic je­dem ge­trost ans Herz le­gen.

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Al­ler gu­ten Din­ge sind vier: Bei der Blue-Grand-Li­bra­ry von Sound­ma­gic er­hält man vier St­ein­way-Pia­nos.

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